466 . Perl (Cir Robert)
nen chrcnwerlhen ?lnfang gemacht, den Boden zu einem Neubau geebnet zu ha-ben, und selbst seine politischen Gegner haben seine wohlthätigen Bemühungenlaut anerkannt. Er begann sein Werk 1825 mit einer neuen Ordnung für dieGeschworenen, welche viele altere Gesetze aufhob und zweckmäßige Verfügungenüber die Wahl der Geschworenen gab, um die Unabhängigkeit derselben zu sichern.Darauf folgte !826 ein Gesetz über die Verbesserung der Strafrechtspflege, dasgleichfalls viele veraltete Verfügungen und Hemmnisse des gerichtlichen Verfah-rens aufhob. Schwieriger war es, in die verwirrte Masse der seit Jahrhundertenaufgehäuften Strafgesetze Ordnung zu bringen, und die Gesetzgebung zu verein-fachen, um der, durch den mangelhaften Zustand derselben beförderten Zunahmeder Verbrechen zu steuern. In der trefflichen Rede, die P. zur Begründung sei-nes Antrags hielt, zeigte er, wie die Mangel der englischen Gesetzgebung Haupt-sachlich dadurch entstanden sind, daß die Gesetzgeber ihre Aufgabe nie von einemhöhern Standpunkte auffaßten, und die einzelnen Gesetze meist durch das augen-blickliche Bedürfniß, einem örtlichen Leiden des Staatskörpers abzuhelfen, veran-laßt wurden. So gab es 92 verschiedene Gesetze über den Diebstahl, und allein12 Gesetze in Beziehung auf die Hehlung gestohlener Sachen, alle auf Veranlas-sung einzelner vorgekommenen Falle gegeben. Ein Gesetz aus der letzten Halstedes 18. Jahrhunderts, das sogenannte Metallgesetz, ließ es in Zweifel, ob es sichbloF auf unverarbeitetes Metall oder auch aus Metallwaaren beziehe, und da dasZinn nicht genannt war, so hielten die Hehler den Ankauf von Zinngeschirren fürunsträflich, bis das Zinngesetz gegeben wurde. In einem andern Gesttze, das vonJtiwelen, Gold- und Silbergeschirr sprach, waren aus Versehen die Worte„Uhr oder Uhren" ausgelassen, und als nun 1783 Jemand eine gestohlene Uhrnebst Kette und Petschaft gekauft hatte, wäre es dem Verrheidige'r bald gelungenden Hehler von der Deportation nach Botany-Bay zu retten. *) P. ging von demGrundsatz aus, den schon der Kanzler Bacon im 17. Jahrhundert als dringendesBedürfniß anerkannt hatte, Gesetze, deren Gegenstand die Zeit hinweg genommenhat, aus der Gesetzsammlung zu tilgen, unbrauchlich gewordene ausdrücklich aus-zuheben, andere zu vervollständigen oder zeitgemäß umzubilden, viele Strafgesetzezu mildern, die Masse zusammengehörender, sich ergänzenden oder auch theilweiseaufhebenden Gesetze in ein Ganzes zu vereinigelt. Durch P 's Bemühungen wur-den nur in Beziehung auf einige Gegenstände der Strafgesetzgebung über 209 al-tere Parlamcnlsverordnungen in nette Gesetze zusammengedrängt, und, wie manberechnet hat, 12,162 Zeilen auf 2877 gebracht. In der Fassung der Gesetzehielt man die Mitte zwischen unbestimmter Kürze und der verwirrenden Weit-schweifigkeit der alten Gesetzsprache. (Vergl. Englands Gesetz reform?, nder neuern Zeit.) Nur einen Theil des alten Gebäudes wollte auch P.,durch Parteiinteressen besangen, kaum antasten lassen. Schon lange hatte manüber die Kostspieligkeit und Verzögerung der Processe im Kanzleigerichte Be-schwerde geführt und zur Begründung derselben schreiende Beweise vorgelegt.Lord Eldon, der als Lordkanzler über 20 Jahre diesem Gerichte vorgestanden, einerder ersten Pfeiler der Aristokratie, hatte oft den Vorwurf hören müssen, daß er ein-trägliche Misbräuche beschütze. Als endlich die öffentliche Stimme im Parlamentlauten Widerhall fand, erhob sich P. Er lvvlle die Klagen, sagte er, nicht alsganz ungegründet abweisen, aber der Lordkanzler habe bereits dem König die Ab-hülfe derselben empfohlen, und er setzte hinzu, er werde nie in eine Untersuchungeinwilligen, welche auch nur entfernt darauf ausgehe, den Kanzler zu beschuldigen.So wurde denn eine Untersuchungscommission ernannt, aber mit dem Lordkanz-ler an der Spitze. Erst drei Jahre spater, als Lord Eldon sein Amt niederge-
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