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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
465
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Peel (Sir Robert)

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sität Oxford P. zu ihrem Repräsentanten, und er wurde durch diese Verbindungnoch mehr an die enge verbundenen Interessen der Aristokratie und der herrschendenKirche gefesselt. P. fand bald Gelegenheit, dies zu bewahren, als er 1818 dieSchule zu Harrow gegen den Ausschuß des Hauses der Gemeinen in Schutz nahm,welcher nach Brougham's Antrag auf Verbesserung der Volkscrziehung auch dieoffen liegenden Gebrechen der höhern Lehranstalten untersuchen wollte. Nach demRücktritt des Lords Sidmouth 1822 zum Minister des Innern ernannt, betratP. eine Laufbahn, in welcher er sich seinen Anspruch aus Nachruhm verdienensollte. Bald nach dem Antritt seines Amtes zeigte er freilich, wie fest er an seinenpolitischen Meinungen und an den Traditionen der Torypartei hing, als er denAnsprüchen der katholischen Pairs auf ihre Sitze im Oberhause einen lebhaftenWiderstand entgegensetzte, wie er denn auch drei Jahre spater gegen Burdett'sAntrag, alle Rechtsbeschränkungen der Katholiken aufzuheben, sich erhob, weildie gesetzlichen Ausschließungen für die Sicherheit der herrschenden Kirche unum-gänglich nothwendig wären. Auf P.'s Ansichten hatten die freisinnigen GrundsätzeEanning's, der nach Eastlereagh's Tode ein überwiegendes Ansehen im Ministe-rium besaß, um so weniger Einfluß, da nach den Verabredungen, die der Grafvon Liverpool mit seinen Amtsgenossen getroffen hatte, das Ministerium als Ge-sammtheit bei der Emancipationsfrage neutral bleiben sollte. Noch unter demEinflüsse der Grundsätze, die Castlereagh dem Ministerium als fremden Giftstoffeingeimpft hatte, setzte P. 1822 die Erneuerung des ungastlichen Gesetzes durch,das die Fremden der Willkür der Minister preisgab, trotz allen Anstrengungen,welche die Opposition seit 1814 dagegen gemacht hatte. Als P. 1824 noch einmalauf die Erneuerung des auf zwei Jahre gültigen Gesetzes mit einigen milderndenAbänderungen antrug, fand er lebhaftem Widerstand. Er stützte seinen Antragauf den Grund, daß Umtriebe in England gegen befreundete Staaten verhütetwerden müßten. „Ist dies der wahre Beweggrund", sprach dagegen LordAlthorp,„gilt es nicht Englands Sicherheit und Wohlfahrt, warum fodern denn die Mi-nister willkürliche Gewalt? Nur die dringendste Notwendigkeit kann eine Abwei-chung vom Geiste der englischen Verfassung entschuldigen." Als unter Canning'sLeitung die englische Regierung sich immer mehr von der Politik des Festlandeslosgesagt hatte, brachte P. im Apr. 1826 einen Gesetzvorschlag (New allen re^u-latian llill) in das Parlament, welcher nur denjenigen Fremden, die sich auf län-gere Zeit in England aufhalten wollten, die Verpflichtung auslegte, von sechs zusechs Monaten ihren Aufenthaltsort dem Minister des Innern anzuzeigen, denMinistern aber die Befugniß nahm, sie willkürlich aus dem Lande zu weisen, undwieder in England den Verfolgten eine Freistätte gewährte, so lange sie nicht, dasVertrauen der Regierung misbrauchend, das Land zum Mittelpunkt von verderb-lichen Anschlägen gegen befreundete Staaten machten.

Was Romilly, Mackintosh, Bentham und andere kundige und wohlmeinendeManner seit Jahren über die Gebrechen der englischen Gesetzgebung und die Mängelder Rechtspflege gesagt hatten, war ein Saatkorn geworden, das nicht aus immer vondem wuchernden Unkraut alter Misbräuche erstickt werden konnte. Ihre Anstren-gungen hatten heftigen Widerstand gefunden und für jedes angegriffene Gesetz wurdegekämpft wie für einen Theil der gepriesenen Weisheit der Vater. Einem Minister,der in die politischen Grundsätze jener Männer sonst so wenig einstimmte, war esvorbehalten, wenn auch nicht ihre umfassenden Entwürfe zur Verbesserung der eng-lischen Gesetzgebung auszuführen, doch viel von dem Rost alter Barbarei zu ent-fernen. Was P. mit dem Beistande rechtskundiger Männer bewirkt hat, magvon Manchem überschätz! worden sein , und wie viel für die Verbesserung derRechtspflege noch zu thun ist, hat Brougham in seiner berühmten Rede am- Febr. 1828 dargethan; aber Niemand kann P. das Verdienst absprechen, ei-<ä"nv>-Lex. der neuesten Zeit und Literatur. !ll.