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Pedro (Don)
de Andrada e Silva (s. Andrada) zum Vormunde seiner Kinder. Daraufschiffte er sich mit seiner Gemahlin nebst dem Marquis von Cantogallo, dem Gra-fen Rio Pardo und Herrn Berdal auf der englischen Corvette Volage; DonnaMaria aber, der Marquis von Loule und dessen Gemahlin, Don P.'s Schwester,schifften sich auf der französischen Fregatte Seine ein. Sie verließen Brasilien am43. Apr. 1831. Am 11. Iun. langte die Corvette Volage zu Cherbourg an, undDon P. war der Erste, der die Nachricht seiner Abdankung nach Europa brachte.Der brasilische Gesandte in Paris, Marquis von Rezende, begab sich sogleich nachCherbourg und fand den Exkaiser sehr heiter. Er fiel nach alter Hofsi'tte vor DonP. auf die Knie, dieser aber hob ihn lächelnd auf und sagte: „Lassen Sie das, dasist ja eine alte Geschichte." Am 15. Iun. publicirte er von Cherbourg aus, daßer den Titel eines Herzogs von Braganza annehme.*)
Von jetzt an beschäftigte sich Don P. ganz mit seinem Lieblingsplane, mit derErhebung seiner Tochter Donna Maria auf den portugiesischen Thron. EnglandsZustimmung war ihm dabei noch wesentlicher als Frankreichs Beistand. Er begabsich daher, ohne vorher Paris besucht zu haben, am 55. Iun. nach England undhatte, ehrenvoll daselbst aufgenommen, schon am 59. bei Wilhelm IV. eine Au-dienz. Im Jul. kam er in Paris an, wo er der Feier der Juliustage beiwohnte.Im Sept. begab sich auch der Agent der Regentschaft von Terceira (s. Portu-g a l), Marquis von Palmella, nach London. So viel Vertrauen aber auch dieserStaatsmann dem britischen Ministerium einflößte, so konnte sich doch die britische,mit der belgischen Sache und mit innern Angelegenheiten vielbeschäftigte Politikzu keinen» entscheidenden Schritte für das Interesse der Donna Maria entschließen.In Portugal selbst zeigte sich keine Volksbewegung zu Gunsten der jungen Königin.Auf eine an Don Miguel von Don P. erlassene Auffoderung, seiner usurpirtenGewalt zu entsagen, soll jener geantwortet haben: Don P. sei nunmehr sein Va-sall und Unterthan, da er nicht mehr Kaiser von Brasilien sei.
Jndeß durfte Don P. sowol in England als in Frankreich unter der HandRüstungen zu einer Expedition nach Portugal veranstalten; der Stützpunkt seinesUnternehmens war jedoch Terceira. Von hier aus hatte Graf Villaflor nach undnach alle Azoren, insbesondere San-Miguel (4. Aug. 1831) der Herrschaft derDonna Maria unterworfen. Endlich (im Dec. 1831) durften auch die in Eng-land. angeblich nach einem französischen Hafen bestimmten und mit französischenPassen versehenen Schiffe Don P.'s absegeln. Sie fuhren zunächst nach Terceira,wo die in England und Frankreich angeworbene Mannschaft sich mit den TruppenVillaflor's vereinigte. Don P. selbst führte die in den französischen Häfen ausge-rüstete Expedition nach Terceira. Seine Gemahlin und seine Schwester, auchDonna Maria, gegen welche am 55. Nov. 1831 ein Schuß in rhr Zimmer ge-richtet siel, blieben in Paris, wo sie noch gegenwärtig in naher Verbindung mitder königlich französischen Familie stehen. Gor seiner Abfahrt erließ Don P., alsRegent von Portugal im Namen der Königin, seiner Tochter, ein Manifest amBord der Fregatte Rainha da Portugal am 5. Febr. 1835, und am 50. Febr. se-gelte der erste Theil seiner Expedition von Belle Jsle nach Terceira ab, wo der Her-zog mit Jubel aufgenommen ward. Hier betrieb er eifrig die Ausrüstung einerLandungsflotte, und am 57. Iun. ging er mit derselben von San-Miguel ab,landete am 8. Jul. 1835 zu Porto mit ungefähr VOtll) Mann (Portugiesin,Franzosen und Engländer) und bemächtigte sich ohne Widerstand dieser wichtigen
*) In Brasilien selbst hat es seitdem mehre Aufstände zu Gunsten Don P. I.gegeben, namentlich 1832 in der Provinz Eearu; doch scheint es, daß nur Factio-nen sich seines Namens bedient haben, um die Regentschast zu stürzen und ihrePlane einer Föderalrepublik auszuführen. Am heftigsten nimmt die in Rio erschei-nende Zeitung „Vrmnpsm" für Don P. I. Partei.