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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
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siliens zu verlassen. Sie gehorchte nicht, sondern berief sich auf den Schutz derVerfassung. Nun vernichtete Don P. ungroßmüthig das Decret, durch welcheser ihr jenen Titel und ein jahrliches Einkommen von 200,000 Francs gegebenhatte. Die kaiserliche Braut kam, nebst der unmündigen Königin von Portugal,am 16. Oct. in Rio an, und am 17. Oct. 1839 ward die Vermahlung vollzogen.Bald nachher traf den Kaiser auf einer Spazierfahrt das Unglück, daß die Pferdeflüchtig wurden und der Wagen umschlug. Bei dem Sturze zerbrach er ein paarRippen; seine Tochter, Donna Maria, und sein Schwager, der Herzog vonLeuchtenberg, die in demselben Wagen sich befanden, erhielten schwere Verletzun-gen. Der Kaiser genas erst am Ende des Jahres. So zufrieden aber auch jetztsein hausliches Leben sich gestaltete, so wenig kehrte die Eintracht mit seinem Volkeund das Vertrauen der Kammern zurück. (S. Brasilien.) Denn der Hof-staat, mit welchem Don P. seine Tochter, die Königin von Portugal, umgab,die Gesandtschaften an europaischen Höfen, um die gegenseitige Hofetikette zu be-stimmen und an den kaiserlichen Ehren Theil zu nehmen, und um der unmündigenDonna Maria den Besitz der alten Krone seiner Familie zu sichern, die Verwendung der zur Bezahlung der Dividenden der brasilischen Schuld bestimmten Fondsfür die Kosten des Kampfes um Portugals Besitz, selbst die geringfügigen Unter-stützungen, welche Don P. den treuen Portugiesen, die ihr Vermögen für dieSache der Donna Maria aufgeopfert hatte, zukommen ließ: dies Alles sahen dieBrasilier als eine Verschleuderung der Hülfsquellen ihres Landes an, und derVorwurf, daß Don P. sein Privat oder Familienintcresse dem des brasilischenVolkes nicht unterordnen und nachsetzen wolle, erklart zunächst die spatere Kata-strophe von 1881, welche die Factionen, die den Föderalismus oder Republikanis-mus bezweckten, durch anarchische Mittel (Aufregung durch die Presse und Auf-wiegelung des Sklavenpöbels) beschleunigten. Don P. selbst vergriff sich in derWahl seiner Vertrauten (s. Barbacena), und verfehlte das rechte Mittel, inder einflußreichen Provinz Minas geraes sein Ansehen zu befestigen; endlichbrachte der ^bermuth seiner Freunde und AnHanger, die sogenannte portugiesischeHofpartei (des Aulismo und Lusi'tanismo) die Gahrung zum Ausbruche. Als näm-lich der Kaiser aus der Provinz der Mineiros nach Rio zurückkehrte, bereiteten ihmseine AnHanger einen festlichen Empfang. Dies erbitterte den Pöbel dergestalt,daß er am 11. Marz 1881 in Aufstand ausbrach, die Portugiesen und Reichenangriff, die Republik ausrief und jeden Muthwillen verübte. ZweiundzwanzigMenschen wurden im Handgemenge erstochen und über 300 verwundet. Mittenin dieser Aufregung des Parteienhasses hielt der Kaiser am 15. Marz seinen Ein-zug. Das Militair hatte die Ruhe hergestellt; allein Don P. that nichts, um denBeschwerden der Nation, welche ihm eine Deputation von 35 Abgeordneten derKammer vorlegte, abzuhelfen, oder seine die Portugiesen begünstigenden Acte zu-rückzunehmen. Die Deputation hatte nämlich die Schuld des Tumults lediglichden Portugiesen und deren Ungeftraftheit beigelegt, und erklärt, das Vertrauender Nation zu der Regierung verschwinde gänzlich, falls diese nicht unparteiischstrafte; außerdem noch drohte sie mit der Rache der Nation. Dagegen berief derKaiser, nachdem die Feier des Constitutionsfestes am siebenten Jahrestage dersel-ben (35. März) ohne Störung stattgefunden hatte, am 8. Apr. eine außerordent-liche Versammlung der Kammern, und ernannte am 5. ein völlig unpopulairesMinisterium. Als die Vorstellungen mehrer Deputationen hierin keine Änderungbewirkten, erhob sich das Volk am 6. in Masse und die Truppen verließen den Kai-ser. Also beschloß er zu Gunsten seines Sohnes Don P. von Alcantara abzudan-ken und nach Europa zu gehen. Dies geschah am 7. Apr. Schon die Nacht vom6. zum 7. hatte er mit seiner Familie am Bord des englischen Kriegsschiffes War-spite zugebracht. Von hieraus ernannte er am 8. seinen Freund Jose Bonifacio