Druckschrift 
Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
461
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Pedro (Don)

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Wtzl-

Stadt. Die Anstrengungen des mkguelistischen Heers, Porto wieder zu nehmen,mislangen, doch ward Don P., der hier eine Regierung im Namen der KöniginMaria einsetzte, nach mehren zum Theil blutigen Gefechten, die seit dem 27. Iul.1832 wiederholt stattgefunden, auf den Besitz dieser von ihm stark befestigten undtapfer behaupteten Stadt beschrankt. Auch gelang es den Migueliften, die See-seite durch Landbatterien zu sperren, sodaß die Zufuhr an Verstarkungstruppen ausEngland und Frankreich, sowie an Lebensmitteln, oft unterbrochen wurde, und inPorto Mangel und Krankheiten (Cholera) einrissen. Nachdem der heftige An-griff des miguelistischen Heers am 29. Sept. 1832 auf Porto mislungen war,begann die Beschießung dieser Stadt, welche aber mehr die Hauser traf, als dieBefestigungswerke zerstörte. Nun hatte zwar auch Don P. eine Flotille unterdem Admiral Sartorius, welche die Mündung des Duero schützte und selbst eineZeit lang den Tajo blokirte, aber sie konnte nach einigen nichts entscheidenden Ge-fechten mit Don Miguel's Kriegsschissen, von Mitteln entblößt, wichtige Opera-tionen nicht ausführen.

An diesem Bruderkriege nahmen fast nur Söldner, Fremde und Aben-teurer, die portugiesische Nation als solche aber keinen Antheil. Hatten sich Volkund Heer für Don Miguel durch Priester und Mönche wahrhaft begeistern lassen,so würde Don P.'s kleine Schar bald aus Porto geworfen worden sein. Aberauch für Donna Maria zeigte sich keine Nationalerhebung; denn das Vertrauenzu Don P 's Kriegführertalent, zu seiner Verwaltungsklugheit und zu seinemCharakter schien zu fehlen; dazu kam bei den höhern Classen der Nation eine tie-fere Abneigung, weil man ihm den Abfall Brasiliens vom Mutterlande und seineKanonenschüsse gegen die portugiesischen Hülfstruppen, welche Rio in Gehorsamhalten sollten, nicht vergeben konnte. Nur die Bewohner von Porto hatten sichalsbald für Donna Maria erklart; die nördlichen Provinzen wurden durch DonMiguel's Truppen und Milizen abgehalten, Dasselbe zu thun. Einzelne HaufleinUnzufriedener aus Don Miguel's Heere traten unter Donna Maria's Fahnen;allein nicht, wie es hieß, ganze Regimenter. Die Masse der Portugiesen, welchefast nur Fremde, die zum Theil sehr zuchtlos waren, für Don P. fechten sahen,mochte wol befürchten, daß Ausländer Franzosen, Engländer, Italiener, Po-len, Brasilier dereinst als Sieger dem Lande sehr zur Last fallen und eine Ty-rannei andrer Art herbeiführen könnten. Hat doch selbst Donna Maria nur eineausländische Erziehung erhalten! Selbst der Marquis von Palmella ist im Aus-lande geboren und erzogen, daher die Abneigung gegen ihn in Portugal. Nungab es aber auch in Don P.'s Hauptquartier Zwiespalt und Unordnung. Mitaller seiner Thätigkeit konnte er kein Heer taktisch organisiren, mit allem persön-lichen Muthe kein Vertrauen zu seiner unsicher« Oberleitung einflößen. Oft mischteer sich störend in die Plane seiner Minister und Generale. Es fehlte ihm an Geld,und Mangel aller Art erzeugte vielfachen Druck in dem eng eingeschlossenen Oporto.Schon der Wechsel der Minister bewies, daß Factionen an seinem kleinen Hofe dasalte Jntriguenspiel fortsetzten. Endlich stellte er den tapfern französischen GeneralSolignac am 3. Jan. 1833 als Marschall und Majorgeneral an die Spitze derTruppen. Dieser gab den ungeordneten Scharen eine festere Organisation undmilitairische Haltung; allein gleichzeitig entließ Don P. (12. Jan. 1833) denMinister Palmella, welcher in London die Sache Donna Maria's mit großer Klug-heit führte. Dadurch verlor er das Vertrauen des englischen und des französischenCadinets, sodaß er sich genöthigt sah, den Grafen Palmella wieder anzustellen.Nun kamen mit diesem Staatsmanns im Frühjahre 1833 neue Truppen undHülfsgelder nach Porto. Aber England und Frankreich vermieden fortwahrendjede unmittelbare Intervention zu Gunsten der jungen Königin; sie warteten aufgünstige Erfolge und die Unterwerfung einiger Provinzen, damit sie auch factisch