Pedro (Don)
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1822 an seinem Geburtstage ward er in Rio auf dem Annenfelde, und an demsel-ben Tage in S.-Paul, Minas geraes, Sta-Catarina und Rio grande zum Kai-ser von Brasilien ausgerufen. Er wurde am Jahrestage der Befreiung Portugalsvom spanischen Joche 1640, den 1. Dec. 1822 gekrönt Am 3. Mai des folgen-den Jahres, als dem Jahrestage der Entdeckung Brasiliens durch Cabral 1500,eröffnete der Kaiser die erste constituirende und gesetzgebende Versammlung. Balddarauf hemmte ein Unfall seine Thätigkeit. Er brach bei einem Sturze mit demPferde eine Rippe, und die Feinde der einflußreichen Andrada wußten die-sen Ministern so viele Hindernisse zu erregen, daß sie ihre Entlassung nahmen(17. Jul. 1823). Von dieser Zeit an schien Don P, zwischen den verschiede-nen Parteien hin- und herschwankend, mehr seinem unglücklichen Genius zu fol-gen. Er löste die constituirende Versammlung am 12. Nov. auf, noch ehe sieihr Werk vollendet hatte, und berief eine neue, machte aber schon am 11. Dec.einen neuen mit dem Staatsrath entworfenen Conftitutionsplan bekannt, dener als Grundgesetz am 25. Marz 1824 beschwor. Im folgenden Jahre schloßer am 29. Aug. mit seinem Vater einen Vertrag, durch welchen dieserMonarch Brasilien als ein von Portugal getrenntes Kaiserthum anerkannte undden Ehrentitel eines Kaisers von Brasilien annahm. In einem spatern Vertragevom 15. Nov. 1825 erkannte Johann VI. seinen Sohn als Prinzen von Portu-gal und dessen Erbfolge auf den portugiesischen Thron an. Wahrend hierauf derKaiser Don P. den unglücklichen Krieg (10. Dec. 1825) mit Buenos Ayres we-gen Monte Video und der Banda oriental führte (s. Brasilien), starb Jo-hann VI. am 10. Marz 1826. Die Nachricht davon kam nach Rio am 16. Apr.und Don P. betrachtete sich als den Erben des portugiesischen Thrones, gab Por-tugal eine freie, der brasilischen ahnliche Constitution (0mrtn <i« lei vom 19. Apr.1826), bestätigte am 26. Apr. die Fortdauer der von Johann VI. errichteten Re-gentschaft, und befahl am 30-, daß die Deputirten zu den Cortes gewählt und un-mittelbar darauf versammelt werden sollten. Da er aber die vom brasilischenVolke und den Kammern heftig getadelte Vereinigung der Kronen Portugals undBrasiliens mit den Interessen beider Lander für unvereinbar hielt, so trat er durchdie Entsagungsacte vom 2. Mai 1826 bedingungsweise ,,aus freiem Antriebe seinunbestreitbares Recht an das Scepter und die Oberhoheit Portugals" seiner Toch-ter Maria da Gloria (s. d.) ab. Wie diese Verfügungen, insoweit sie DonMiguel betrafen, von demselben anfangs erfüllt und dann 1828 umgestoßenwurden, ist unter diesem Artikel und unter Portugal erzählt. Der Kaiserbegab sich am 24. Nov. 1826 zur Armee an der Grenze der Banda oriental,traf aber schon am 15. Jan. 1827 in Rio wieder ein. Unterdessen war seine Ge-mahlin Leopoldine am 11. Dec. 1826 gestorben; eine vortreffliche Mutter, einegütige und mildthätige Fürstin. *) Sie besaß die Achtung und Liebe aller ihrerUmgebungen, wußte aber nicht durch gefallende Sorgfalt im Äußern die Zuneigungihres Gemahls zu fesseln, daher gelang es einer stolzen, schönen Frau am Hofe zuRio, die Don P, zur Marquise de Santos erhob, die Buhlerin des Kaisers zuwerden; eine unwürdige Verbindung, die Don P. in der Folge zerriß.
Das größte Hinderniß einer fortschreitenden, thätigen Verwaltung lag in dervielfachen Verwickelung der Parteien, welche einander entgegenwirkten und in dasGetriebe des Staatslebens bald öffentlich, bald insgeheim eingriffen, nur um das-selbe nach ihren Absichten zu lenken. Die gebildetsten und unternehmendsten Bür-ger waren unstreitig die Freimaurer. Don P. glaubte, als Großmeister der brasi-lischen Freimaurerei und als Königarchont des Apostolats — einer von ihm selbst
Sie hinterließ ihrem Gemahl außer dem jetzigen Kaiser von Brasilien Pe-dro II., dr i Töchter: Januaria, geboren 1821; Marianne, geboren 18ZZ; Fran-ff-tta. geboren 18Z1.