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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
456
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456 Pedro (Don)

Sie reisen, und wir erklären uns für unabhängig, oder Sie bleiben, und wir blei-ben mit Portugal verbunden." Der Prinz war gezwungen, die Vollziehung derDecrete aufzuschieben. Als nun eine Adresse von S.-Paulo vom 24. Dec, 1821,die der Vicepräsident Joseph Bonifaz d'Andrada verfaßt hatte, in den stärksten Aus-drücken ihn beschwor in Brasilien zu blieben, um den Bürgerkrieg zu vermeiden; alseine Flugschrift des Franz deFranza Miranda:Brasiliens Erwachen", die Begei-sterung des Volkes von Rio für die Trennung von Portugal aufs Höchste steigerte,und als am 9. Jan. 1822 der Senat von Rio dem Prinzen durch ein Manifestfeierlich erklarte, daß, sobald er Brasilien verließe, es sich für unabhängig erklärenwürde, so antwortete Don P.:Da es zum Wohle Aller dient, so schwanke ichnicht. Sagt dem Volke, daß ich bleibe." Das Volk jubelte; aber die portugie-sischen Offiziere verschworen sich, den Prinzen am 11. Jan. durch List und Gewaltzur Abreise zu nöthigen. Auch die Minister verließen ihn am 12. bis auf den Ma-rineminister Farinha, weil ihre Anstellung nun erloschen war. Darauf ernannteder Prinz am 16. Jan. neue Minister. (S. Andrada.) DonP. hatte seinenVa-ter fortwährend von allen Ereignissen in Kenntniß gesetzt, und am 23. Jan. schrieber ihm, er habe so handeln müssen, um die Vereinigung der beiden Königreiche zuerhalten. Der Aufruhr der portugiesischen Truppen dauerte fort, und in dieserunruhigen Zeit starb am 14. Febr. der Sohn Don P.'s, der Infant Johann.Die Truppen wurden besiegt und mußten sich am 15. nach Portugal ein-schiffen. Aber auch in Rio und in den Provinzen gab es eine portugiesische Par-tei, deren aufrührische Bewegung jedoch Don P. bald unterdrückte. Dafürertheilte ihm das Volk von Rio am 13. Mai, dem Geburtstage Johann VI.,den Titel eines Vertheidigers von Brasilien. Hierauf verlangte das Volk durchden am 2. Jun. versammelten Rath der Generalprocuratoren, eigne Cortcs zuhaben, und der Prinz meldete dies seinem Vater als ein gerechtes, nicht zu verwei-gerndes Verlangen. Nun berief der Prinz eine durch Volkswahl ernannte allge-meine constituirende und gesetzgebende Versammlung. Wir wollen die Eidschwürenicht aufzählen, welche bei dieser und spätem feierlichen Gelegenheiten dem Prin-zen von dem Volke und den Behörden geleistet wurden. Gewiß ist, daß die kurz-sichtige Politik der Eortes in Lissabon die nächste Schuld trug, daß Brasilien seineEide gegen Portugal brach. Denn das lissaboner Decret, welches die BeschlüsseRios vom 9. Jan. vernichtete, sprach Brasiliens Trennung aus, indem es die höch-sten Behörden Brasiliens aufhob, Brasiliens Schuld für keine Nationalschulderklarte, den Prinzen bestimmt zurückrief, und gegen alle Stadträthe, welche DonP. beschworen hatten, Brasilien nicht zu verlassen, einen Verhaftungsbefehl erließ.Jetzt war der allgemeine Ruf Unabhängigkeit! Die portugiesische Partei ver-stummte, und Don P. war von dem Augenblicke an ganz Brasilier.Richtedich", hatte ihm sein Vater geschrieben,nach den Umständen. Handle mit Weis-heit und Klugheit." Er sah in der neuen Wendung jedoch nur eine Trennung vonden Eortes zu Lissabon, nicht von dem Könige. In diesem Sinne mttdete er sei-nem Vater die Ereignisse am 19. Jun.

Pernambuco zuerst hatte ihn am 1. Jun. zum Regenten ohne Beschränkungin der Vollziehungsgewalt ernannt; bald folgte ganz Brasilien. Nun erließ DonP. als Prinz-Regent das Manifest vom 1. Aug. 1822, worin er jene Lossagungvon den Eortes öffentlich aussprach. Der Ruf des berauschten Volkes erhobsich, ihm die Kaiserkrone anzubieten. Der Stadtrath von Rio mußte dies imNamen der Bürger thun, und Don P. nahm die Krone an. **) Am 12. Oct.

Don P. hatte dm eines Beschützers abgelehnt.

**) Wahrscheinlich prr Worte seines Vaters eingedenk, der vor seiner Abreiseihm gesagt hatte: !'pcvro, wenn Brasilien sich von Portugal trennen will, so ge-schehe eft liebvr für dich, der du mich immer vc-chrcn wirft, ms für Einen dsiftr

Abenteurer."