Pedro (Don)
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zum 'Z. Apr. 1831 ist in dem Artikel Brasilien erzählt worden. Wirführen daraus nur das Wichtigste an, was sich auf Don P. beziept. Es istThatsache, das er alle Parteien in Brasilien auf die Grundlage der Constitutionzu vereinigen und den Zustand der Sklaverei und des Absolutismus in den einergesetzlichen Freiheit umzubilden bemüht war. Allein diese Aufgabe war nicht dasWerk einiger Jahre, sondern mehrer Geschlechtsfolgen, und in jedem Fall für seineKraft zu groß. Brasilien war für das constitutionnelle Leben noch nicht vorbereitet;das Volk kein bildsames Naturvolk, sondern angesteckt von dem Gifte der Üppigkeit,des Despotismus, des Fanatismus und des Pöbelsinnes. Um durchzugreifen,fehlte es Don P. nicht blos an dem Genie, sondern auch an der unumschränktenMacht eines Reformators, wie Peter der Große war. Ebenso wenig fand er bei sei-nen Ministem, Rathgebern, Vertrauten und übrigen Umgebungen die nöthige Un-terstützung. Ihn selbst verleitere die Heftigkeit seines Temperaments und die Halt-losigkeit seines Charakters zu Misgriffen und Fehlern. Er gab vielfache Blößenals Mensch und Fürst. So wurde er, von Ereignissen und Verhaltnissen, die zubeherrschen er nicht groß genug war, umstrickt und fortgerissen, endlich das Opferseiner eignen Schöpfung, des von Europa emancipirten Kaiserthums Brasilien.Das Ganze, was er schuf, glich einem Ungeheuern öden Palaste, in welchem nureinzelne Theile ausgebaut sind. Don P. hob den Frohndienst, die Geißel, dieKelten, die Entehrung, das Brandmarken auf, allein die Rechtspflege blieb imAllgemeinen ein Chaos von Unordnung und Willkür. Im Staatshaushalte gabDon P. als Prinz-Regent das Beispiel der Ordnung und Sparsamkeit; alleindie Provinzen hielten ihre Zahlungen zurück, die Bank wurde schlecht verwaltet, undspater veranlaßtcn die kaiserliche Hofhaltung, der Krieg mit Buenos Apres unddie Verwickelung mit der europaischen Politik wegen Portugals Thronfolge großeAusgaben; die Kammern aber, statt zweckmäßig zu helfen und gute Entwürfe derRegierung zu unterstützen, verloren im politischen Ideen- und Parteienkampfe ih-ren Beruf aus dem Auge, und das reiche Land blieb ein armer verschuldeter Staatmit einer Masse von Kupfergeld. Don P. war bedacht auf die Erziehung desVolkes durch Unterricht. Er stellte die in eine Caserne verwandelte St.-Joa-chimsschule wieder her; er stiftete Schulen des gegenseitigen Unterrichts undbesuchte selbst diese und andere Anstalten (Hospitäler, das Findelhaus u. a. m.),um ihren Zustand zu prüfen; er gründete höhere wissenschaftliche Lehranstalten,eine Militair-, eine See-, eine Kunstakademie und eine Sternwarte; allein dieKammern thaten nichts, um den Sklavenpöbel aus seiner Rohheit herauszuziehen,und die Geistlichkeit, bis auf einzelne Ausnahmen, beförderte mehr den Aberglau-ben als die Bildung. Die Verschmelzung der Portugiesen und Brasilier scheiterteganzlich an der Anmaßung der Cortes zu Lissadon, welche fortwahrend Brasilienals eine unterworfene Provinz behandelten, und an dem Übermuthe der portugiesi-schen Offiziere und Soldaten in Brasilien, die mehr als ein Mal das Beispiel derEmpörung gaben. Ja, die Cortes selbst foderten die Statthalter in den Provin-zen auf, sich von Rio zu trennen und unmittelbar mit Lissabon in Verbindung zutreten. Dadurch verlor die Regentschaft die Zuflüsse aus Bahia, Maranhoa undandern Provinzen. Nun dachte das Volk in Rio und besonders in Pernambuco anvöllige Losreißung von Portugal; allein der Prinz that (Oct. 1821) den unruhigenBewegungen Einhalt, die schon damals seine Erhebung auf den Thron herbeifüh-ren sollten. Als aber die beiden Decrete der Cortes vom 29. Sept. 182 l, durchwelche sie Provinzialstatthalterschaften in Brasilien anordneten und die Rückkehrdes Prinzen nach Lissabon befahlen, am 10. Dec. in Rio anlangten, und Don P.schon Anstalten traf, nach Europa unter Segel zu gehen, drohte eine Revolu-tion auszubrechen, welche Brasilien von Portugal losreißen und in blutige Anarchiestürzen konnte. Die Brasilier erklarten dem Prinzen am 15. Dec.: „Entweder