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Dritter Band (1833) M bis R
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Pedro sDon)

begrüßte der Prinz seine Braut im Hafen von Rio; am folgenden Tage führte ersie als seine Gemahlin in das Schloß Boa-Vista ein. Bald beschrankte sich DonP. fast nur auf seinen hauslichen Kreis, auf seine Studien und Übungen; dennder rasche Entschluß, mit welchem er, bei Gelegenheit eines Aufstandes in Pernam-buco, seine Hausleute und Diener ausgerüstet, sie in den Waffen geübt und seinemVater zum Kampfe gegen die Aufrührer dargeboten hatte, gewann ihm zwar dieLiebe des Volkes, aber nicht das Vertrauen der Minister. Die Policei bewachteseine Schritte um so argwöhnischer, da seine Unzufriedenheit mit dem planlosenund fehlerhaften Gange der Verwaltung bekannt war. Als aber die Nachricht vonder Erhebung Portugals (seit dem 24. Aug. 1820) zu einem constitutionnellen Le-ben auch in Brasilien dasselbe Verlangen entzündete, bat der Prinz, welcher dasZeitbedürfniß besser erkannte als die Minister, seinen Vater um Gehör. Mi-großer Lebhaftigkeit stellte er dem Könige vor, das einzige Mittel, die Rechte desThrones bei der unvermeidlichen Reform des politischen Auslandes des Reiches zuerhalten, sei, wenn diese Reform vom Throne selbst ausginge; er widersprach derAnsicht der Minister, welche Englands Hülfe aufzurufen anriethen, um den Auf-stand in Europa zu unterdrücken. Don P.'s Anhänglichkeit an die Sache der Freiheitund sein Widerstand gegen Gewaltmaßregeln gewannen ihm die Volkspartei, unddie portugiesischen Truppen in Brasilien wagten es, sich für die Sache der Cortesvon Lissabon zu erklären. Der König schwankte zwischen seinem Staatsrathe, inwelchem man schon von der Deportation des Prinzen nach Gibraltar sprach, undden großherzigen Ansichten seines Sohnes. Endlich kündigte ein vom MinisterPalmella bewirktes Decret vom 22. Febr. dem Volke die Bildung eines Ausschus-ses an, welcher die politischen Reformen vorschlagen sollte. Allein diese Zögerungerregte Verdacht, der Prinz tadelte das langsame und zweideutige Verfahren; dieportugiesischen Truppen griffen zu den Waffen, und das Volk von Rio stürmtedurch die Straßen. Don P. hatte zwar noch in der Nacht vom 25. Febr. die Ruhedurch seine persönliche Gegenwart erhalten; als aber der Aufstand am 28. allge-mein zu werden drohte, stellte er dem Könige die Größe der Gefahr so lebhaft vor,daß er Vollmacht erhielt, dem Volke Alles zu bewilligen. Nun erfolgte durch ihnaus dem Platze do Rocio die Bekanntmachung des constitutionnellen Systems, dieEidesleistung aus die Constitution, welche die Cortes zu machen berufen seien, unddie Ernennung der neuen Minister. Don P. war jetzt der Abgott des brasilischenVolkes. Nachdem er die Ordnung hergestellt und der gesetzmäßigen Einführungdes Repräsentativsystems die nöthige Bürgschaft gegeben hatte, zog er sich in seinPrivatleben zurück. Aber bald daraus bestimmten den König seine Minister unddie Häupter der Militairpartei, nach dem Verlangen der Cortes von Lissabon indas Stammland seines Hauses zurückzukehren. Nun entstand eine dumpfe Wäh-rung in Rio, welche die vom Könige zur Erwählung der Deputirten für dieCortes zu Lissabon, am 21. Ap5. 1821 berufene Versammlung von Wahl-herren zu ungemessenen Federungen verleitete. Portugiesische Truppen trie-ben mit Gewalt die Versammlung auseinander, und der König ging unge-hindert am 26. Apr. mit seiner Familie unter Segel. Don P. blieb zurückals Regent, durch das Decret vom 22. Apr. 1821, an der Spitze einer vonJohann VI. für Brasilien niedergesetzten Regierung. Seit jenem blutigen Tageaber, der in Lissabon statt Ahndung nur Billigung fand, keimte in dem Derzender Brasilier ein tödlicher Haß gegen Portugal und den portugiesischen Namen.Selbst das bisherige Vertrauen zwischen Don P. und Brasilien ward allmäliguntergraben; endlich führten Factionskämpfe und gegenseitige Verschuldungenoder Fehler den Tag herbei, an welchem Brasilien den von ihm vergötterten P.von sich stieß, weil er ein Portugiese war.

Die Geschichte dieses zehnjährigen Zeitraumes vom 26. Apr. 1821 bis

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