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gewaltsam der Regierung bemächtigt hatte, den Eintritt in den Freistaat. Aberderselbe General Santana, welcher ihn 1828 gestürzt, führte ihn 1832 mit Waf-fengewalt zurück, hat jedoch nach den Bewegungen, die jenem Ereignisse folgten,1833 selber den Präsidentenstuhl bestiegen. (29)
Pedro (Don, von Alcantara, Herzog von Braganza), Regentvon Portugal im Namen seiner Tochter Donna Maria da Gloria, Exkaiser vonBrasilien, geboren zu Lissabon den 12. Ort, 1798, war der zweite Sohn des da-maligen Mitsouverains, nachmaligen Regenten und Königs von Portugal Jo-hann VI., und der Jnfantin von Spanien, Carlota Joaquina, Schwester des Kö-nigs Ferdinand VII. von Spanien. Durch den Tod seines altern Bruders An-tonio 1892, wurde Don P. Prinz von Beira und nach dem Regierungsantritteseines VaterS am 29. Marz 1816 Prinz von Brasilien und Thronerbe. EinGeistlicher leitete seine Erziehung, die wenigstens des Prinzen körperliche Kraftentwickelte, seine geistigen Anlagen aber vernachlässigte; doch lernte er mancherleiund las den Virgil. Er war neun Jahr alt, als das königliche Haus Braganzaam 25. Nov 1897 sich nach Brasilien einschiffte und den Sitz der Regierung vonBahia am 8. März 1898 nach Rio de Janeiro verlegte. Die Eindrücke der plötz-lichen Umwandlung aller äußern Verhaltnisse weckten die geistige Kraft des lebhaf-ten Knaben; seine Wißbegierde und sein Thätigkeitsrrieb fanden unter dem Ein-flüsse gebildeter und talentvoller Brastlier und Portugiesen vielfache Nahrung.Er bereicherte sich mit Kenntnissen und erlangte in einzelnen Fertigkeiten eine Artvon Meisterschaft; aber die Leitung seiner Übungen war, vorzüglich seit dem Todeseines Erziehers, des ehrwürdigen und hochgebildeten Johann Rademak, der anGift starb, ohne Plan. Daher hatte seine vielseitige Bildung keinen festen Grund,sein kräftiger Wille keinen sichern Haltpunkt, sein feuriges Temperament keinenZügel und seine außerordentliche Thätigkeit keine Regel. Bei ungewöhnlicherKörperkraft ermüdet ihn keine Anstrengung; nicht ganz ohne Charakterstärke, ister in einem hohen Grade beharrlich; mir den Foderungen der Zeit nicht un-bekannt, erfaßt er lebhaft glänzende Verbesserungsentwürfe: aber die sittlicheStarke des Willens und die Klarheit eines überlegenen Geistes scheinen ihm zufehlen. Er umfaßt zu viel und handelt zu rasch. Aus der frühern Bildungs-geschichte Don P.'s ist bekannt, daß er die römischen und die vaterlandischen Dich-ter, besonders die epischen, mit Interesse las. Er übte sich im Übersetzen ausdem Englischen und versuchte sich in der Dichtkunst. In der Musik erlangte ereine solche Fertigkeit, daß er nicht allein mehre Instrumente spielt, sondern auchfür die Kapelle des HofeS zu Rio Janeiro viele Stücke componirte. Mechaniktrieb er mit Lust; er baute ein großes Billard und das Modell eines Kriegsschiffs.Kräftig und gewandt wußte er einen Magen mit vier und mehr Pferden zu lenken.DaS Schicksal Portugals entflammte seine Theilnahme an dem Gange der Politik,des Krieges und der Gesetzgebung. Er las Filangieri's wortreiche Werke, machtesich mit Benjamin Constant's Schriften bekannt und studirte die Kriegswissen-schasten. Die Jagd härtete seinen Körper ab.
Als Johann VI. am 17. Dec. 1815 Brasilien zu einem Königreiche erhob,verlieh er seinem Sohne Don P. den Titel eines königlichen Prinzen; allein zwi-schen dem Vater und ihm drängte sich die Eifersucht ränkevoller Minister und Höf-linge ein, sodaß Don P. keine Theilnahme an der Regierung, nicht einmal denBeisitz im Staatsrache erhielt. Der Prinz liebte damals eine junge schöne Euro-päerin; doch entstand keine nähere Verbindung, und Don P. unterdrückte seineNeigung, als sein Vater durch den brasilischen Gesandten, Marquis Marialva,die Vermählung des Prinzen von Brasilien mit der Erzherzogin Leopoldine, Toch-ter des Kaisers Franz I. von Ostreich, abschloß. Diese Verbindung ward in Wienden 13. Mai 1817 durch Procuration gefeiert, und am 5. Nov. dieses Jahres