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Mannern Berlins, ja sogar noch als Zuhörer F. A. Wolfs zu verleben. Von1815, wo ihm die Professur der alten Literatur an der Universttat zu Breslauübertragen wurde, datirt sich die festere Gestaltung feines äußern Lebens wie seinesgeistigen Wirkens. In einer Reihe von 18 Jahren gelang es ihm und seinem1816 nach Breslau berufenen College» Karl Schneider, durch akademische Vor-trage großencheils exegetischer, seit 1829 auch archäologischer Art, wie durch dieLeitung des 1815 erneuten Seminars, fortwahrend aber durch belehrende und er-munternde Privateinwirkung, die philologischen Studien mit so glücklichem Erfolganzubauen, daß Breslau darin keiner deutschen Hochschule nachstehen dürfte undSchlesiens gelehrte Schulen mit einheimischen Zöglingen aus Breslaus Pflanz-schule besetzt werden konnten. Nur vorübergehend waren die Irrungen und Hemm-nisse, die durch P.'s persönliche, selbst in einer eignen Schrift („Turnziel", Bres-lau 1818) bethätigte Theilnahme an den damaligen Turnübungen und Turn-bestrebungen hervorgerufen wurden; dagegen gleich unausgesetzt und rastlos zuallen Zeiten seine schriftstellerische Thatigkeit, die hauptsachlich nach zwei Seitenhin fruchtbringend geworden ist. Erstlich gehört P. zu Denen, die durch großartigeAuffassung und geschmackvolle Behandlung der Alterthumswissenschast in F. A.Wolfs Geiste Anerkennung und Liebe für philologische Studien in einem weiternKreise haben verbreiten helfen, ein Verdienst, das bei den Gegenbestrebungen desZeitgeistes nicht hoch genug anzurechnen ist. Aber auch durch strengwissenschast-liche Bearbeitung der Philologie hat er sich in der Geschichte derselben eine ehren-volle Stelle errungen Als wesentlich fortbildendes Glied in ihrem Entwickelungs-gange müssen seine Leistungen für griechische Lexikographie gelten, die durch P.eine durchgreifende Umgestaltung und planmäßige Begründung erfahren hat. Vor-bereitend dazu war die Schrift: „Über Zweck, Anlage und Ergänzung griechischerWörterbücher" (Berlin 1812); die Ausführung liegt in vier Ausgaben seinesHandwörterbuchs (Leipzig 1819 — 31) vor. Nächstdem ist das Bedeut.ndste:„Grundzüge der griechischen und römischen Literatur- und Kunstgeschichte" (Ber-lin 1829, 4.), eine umgearbeitete Ausgabe einer früher (1816) erschienenen Ueber-sicht, welche sich aus die Literaturgeschichte beschränkt hatte. Zwar ist diese Schriftnur Grundriß in Tabellenform, aber in ihrem zweiten Theile das Wissenschaft-lichste, was über das Ganze der griechischen Literatur bis jetzt gedruckt ist. Kri-tische und exegetische Arbeiten sind die erschienenen Ausgaben und theilweiseUebersetzungen des Musäus (1810), Dionysius Periegetes (1825), Longus(1811), Parthenius (1824), Persius (1809, unvollendet), und der „0le>-i.mnia" des Tacitus (1817), sowie die vorbereitete und hoffentlich noch erscheinen-de Paraphrase des Evangeliums Johannis des Nonnus, und Xenophon Ephesius.In dem mit Karl Schneider begonnenen „Nusenrn criticum VrMisluviense"(1. Thl., 18.'0) sollte die Ausbeute der breslauer Handschriftenbibliotheken, na-mentlich der Rhediger sehen, zu öffentlicher Kunde gebracht werden. ZahlreicheBeitrage hat P. zu kritischen Zeitschriften geliefert, zu Sammelwerken wie Wach-ler's „Philomatbie", Böttiger's „Archäologie und Kunst", Raumer's „Histo-risches Taschenbuch", wozu noch eine lange Reihe akademischer Gelegenheits-schriften kommt. Eine Sammlung dieser zerstreuten Aufsätze darf die gelehrteWelt von dem würdigen Wachler, dem Schwiegervater des Verstorbenen, er-warten Von demselben ist eine ausgesührtere Schilderung P.'s besonders alsMensch und nach seinem Charakter im Privatleben in den „Schlesischen Provin-zialblattern" (1833, Apr.) verfaßt. Eine Skizze seines Lebens hatte P. selbst alsStoff zu einer biographischen Skizze für dieses Werk geliefert, und sie wurde nachseinem Tode in den „Blättern für literarische Unterhaltung", 1833, Nr. 93, ab-gedruckt. ^ (88)Pasta (Giuditta), geboren 1798 zu Como, ist unstreitig die größte jetzt le-