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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
449
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Pafsow 449

derte:0ui, je ckemancke 1'urbiLrsire!" Er äußerte in derselben Rede:l^es lo»«i'exception n'c.-,>purtiennent yu'uux gouverlieweus libres!" In der Pairskam-> mer sprach er gegen die Freiheit der Journale.0« s«>nt les livres", sagte er,et

nen ies jtturnaux (jui ont eclnire ie moncke." Man werfe der Censur vor, sie könnedie Seele einer Partei werden, allerdings, aber diese Partei sei die der Monarchie,Frankreichs, der Charte, des Bourbonenstamms, der Freiheit. Spater sprach P.,immer mit großer Beredtsamkeit, zu Gunsten der Anleihen, wobei man Fremde/ zum Nachtheile der Landesbewohner begünstigt hatte, und behauptete bei Erörte-Nk rung des Budgets, da der König das Recht zu Krieg und Frieden hat, so müsse dieKammer die dazu verlangten Summen ohne Erörterung verwilligen. Als VilleleMinister wurde, trat Montmorency an P.'s Stelle. Er selbst ward Mitglied derPairskammer und sprach 1824 bei dem Vorschlage über die Neduction der Ren-ten gegen Villele. Spater erhob er sich gegen den Antrag in der Deputirtenkam-mer, daß jeder zu einem Regierungsamt ernannte Abgeordnete sich von Neuemals Candida! in den Wahlcollegien melden solle. In der letzten Zeit der Restaura-tion setzte er sich mit den freisinnigen Journalen in Verbindung und strebte eifrigerals je wieder in das Ministerium zu kommen. An der Juliusrevolution nahm erkeinen Antheil, wurde aber von der neuen Regierung zum Präsidenten der Pairs-kammer ernannt, welche Stelle er lebenslänglich bekleiden soll. (15)

Pafsow (Franz Ludwig Karl Friedrich), durch Wort und Schrift eine derZierden deutscher Philologie, ward geboren am 20. Sept. 1786 zu Ludwigslustin Mecklenburg-Schwerin und starb als Professor in Breslau am 11. Marz 1833.Durch hauslichen und Privatunterricht vorbereitet, empfing er feine Schulbildungauf dem Gymnasium zu Gotha, wo vor Allen Friedrich Jacobs als begeisterndesLorbild auf ihn einwirkte. Auf der Universität zu Leipzig, die P. 1804 bezog,war es Gottfried Hermann, dem er seine philologische und methodische Richtungund Ausbildung verdankte, zumal seit er, in dessen griechische Gesellschaft aufge-nommen, im Wetteifer mit ältern Genossen, wie Seidler, Linge, Thiersch, zuwissenschaftlicher Selbstthätigkeit und Selbständigkeit erstarkte. Nicht grade mitpedantischer Regelmäßigkeit an die hergebrachte Studienweife sich bindend, viel-mehr einen großen Theil seiner Zeit zwischen Landleben und Reiseausflügen thei-lend, sah er 1806 in Dresden zum ersten Male reiche Kunstschätze, durch die ihmder Sinn für die antike Kunstwelt aufging, der ihm später als Director der bres-lauer Universitätskunstfammlung zu statten kam. Schon 1807 nahm er eineLehrstelle am weimarischen Gymnasium an. P. und seinem geistesverwandtenCollege» Johannes Schulze verdankt jene Anstalt ihren glücklichsten Flor in denJahren 180710. Ein tressliches Bild von der Wirkung, die durch einen sel-tenen Verein von klarem Wissen, geschmackvollem und eindringlichem Vortrage,Adel und Energie der Gesinnung, Feuer und Lebendigkeit des ganzen Wesens er-reicht wurde, gibt ein ehemaliger Schüler in derAllgemeinen Schulzeitung"(1831), und ein lebendiges Zeugniß geben Schüler wie Göttling, Osann, Weber (inBremen). Andererseits wurde auch für P. anregend die Nähe Göthe's, Wieland's,H. Meyer's, Knebel's. Ein noch freierer Wirkungskreis als in Weimar wurdedurch einen Ruf an das Conradinum zu Jenkau bei Danzig dargeboten, und P.nahm ihn 1810 an. Pädagogische und patriotische Bestrebungen, in Gemein-schaft mit dem ersten Director Jachmann unternommen, bezeichnen diesen Lebens-abschnitt P.'s vorzugsweise; ein Anfang zu öffentlicher Mirtheilung der gewonne-' ^ A nen Ansichten und Erfahrungen wurde in dem von Beiden herausgegebenenArchivdeutscher Nationalbildung" (4 Hefte, Berlin 1812) gemacht. Leider sollte ernichts ernten von Dem, was er gesäet; der Krieg und in seinem Gefolge die trau-rigen Zeitverhalcnisse lösten 1814 die ganze Anstalt auf, und gaben P. Muße, einJahr lang theils auf Reisen, theils im anregendsten Umgange mit den trefflichstenEonv.-Ler. der neuesten Zeit und Literatur. 10. .29

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