Druckschrift 
Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
447
Einzelbild herunterladen
 

Püskewitsch

447

WWm, als»ldm, !l

^Wgedm,«i!ö«kÄt?Si

iMO'

Genehmigung des Friedens, wenn nicht zuvor das russische Heer die Provinz Ader-bidschan räumte und sich über denAraxes zurückzöge. P. erklärte die Unterhandlun-gen für abgebrochen, begann im Jan. 1828 die Feindseligkeiten von Neuem, und inkurzer Zeit war die starke Festung Ardebil in Aderbischan in der Gewalt der Russe?».Am 22. Febr. wurde der Friede zu Turtmantschai bei Tauris abgeschlossen undgewahrte Nußland die früher bedungenen Vortheile. P. erhielt den Titel GrafEriwansky und ein Geschenk von einer Million Rubel, wahrend von der persischenKriegsentschädigung sechs Millionen als Belohnung unter die ausgezeichnetstenOffiziere des Heers vertheilt wurden.

Nach dem Ausbruche des Kriegs gegen die Pforte rückte P. mit dem kauka-sischen Heere gegen die türkischen Länder in Asien, und als er seine Streitkräfte beiGumry zusammengezogen hatte, ließ er am 26. Zun. 1828 zur Eröffnung desFeldzugs einen feierlichen Gottesdienst am Fuße des Ararat halten. Die asiatischeTürkei wurde nicht durch ein auf europäische Weise gerüstetes und geübtes Heergeschützt. Die Streitkräfte, die alten türkischen Milizen, betrugen beim Anfangedes Kriegs kaum 46,660 Mann und die Festungen waren in schlechtem Zustande.Am 2. Iul. rückte P. durch ein ödes und entvölkertes Land gegen die GrenzfcstungKars, die am 15. durch Sturm genommen wurde. Seine Unternehmungen wur-den ebenso sehr durch seine Unterhandlungen mit den in Asien zerstreuten erbitter-ten Ianitscharen als durch seine Verbindungen mit den Armeniern begünstigt.Wahrend die türkischen Heerführer eine ansehnliche Macht am Ufer des Kur ineinem festen Lager gesammelt hatten, rückte P. auf einem beschwerlichen Gebirgs-wege gegen Akhalzik, und als er am 21. Aug. die Türken in einem blutigenKampfe besiegt hatte, wurde drei Tage nachher auch die Festung durch Sturm ge-nommen. Bald waren drei Paschaliks und sechs Festungen in der Gewalt derRussen und der Weg nach Erzerum lag ihnen offen. P. bezog bereits im Ort. dieWinterquartiere. Mit frischen Streitkräften wie in Europa wurde der neueFeldzug in Asien eröffnet. Der Seraskier von Erzerum hatte ein Heer von50,666 Mann gesammelt, und eine feste Stellung am Fuße des Gebirges ein-genommen. P. zog im Iun. 1829 über die waldigen Höhen und umgingdas feindliche Lager, das am 2. Iul. erobert ward. Er rückte darauf mit sei-ner Hauptmacht gegen Erzerum, wo neben den Türken viele Armenier wohntenund die Ianitscharen großen Anhang hatten. P. schickte einen zu ihm übergegan-genen Janitscharenanführer mit einem lockenden Aufrufe in die Stadt, um Zwiespalt unter den Bewohnern zu erregen, und es gelang ihm, eine Partei zu gewinnen. Am 8. Iul. zogen die Russen zum Sturm heran, und als der Befehlshaberder Stadt mit der Besatzung entflohen war, öffnete sie den Siegern ihre Thore.Nach dieser Eroberung stellte P. die Ianitscharen, die ihm so wichtige Dienste ge-leistet hatten, wieder her und gab den neu gebildeten Compagnien ihre alten Rechteund ihre ehemaligen Auszeichnungen zurück. Die Russen rückten auf der Straßenach Trapezunt vor, und P. folgte der Vorhut, welche die Festung Baiburd er-oberte, fand aber auf den beschwerlichen Wegen so große Schwierigkeiten, daß ersich zum Rückzüge genöthigt sah, da die türkischen Befehlshaber indeß ein neuesHeer gesammelt hatten und Erzerum bedrohten. Nach einem blutigen Kampfebatte P den Türken das von ihnen wiedereroberte Baiburd entrissen, als erst amll. Oct. die Nachricht von dem am 14. Sept. zu Adrianopel geschlossenen Friedenankam und den Feindseligkeiten ein Ende machte.

Im Oct. 1829 wurde P. gleichzeitig mit Diebitsch zum Feldmarschall er-nannt, und blieb als Gouverneur in Georgien. Die Gebirasvölker jenseit desKuban und die kühnen Rauberhorden im Kaukasus, die auch nach dem Friedenihre Raubzüge auf dem russischen Gebiete fortsetzten, mußten mit Waffengewaltbezwungen werden. Als die kriegerischen Lesghier in Grusien den ihnen schon frü-