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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
446
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446 Paskewitsch ^

aber 1832 seine Entlassung. Im Apr. 1833 wurde P. für den schottischenFlecken Dundee, welcher durch die Reformbill das Wahlrecht erhalten hatte, indas Haus der Gemeinen erwählt, und da die Wahl ziemlich frei von Einflüssenwar, so hatte sie einen hohen politischen Werth. P. gewann eine überwiegendeStimmenmehrheit. Er sagte in seiner Rede an die Wahler, es sei bei seinem Ein-tritt in das Kriegsministerium seine Absicht gewesen, Ersparnisse zu machen, undals er mit der Übersicht des Bedarfes fertig gewesen sei, habe er seinen Voranschlagdem Kanzler der Schatzkammer vorgelegt.Mein Austritt aus dem Amte", fuhrer fort,schien zwar die Folge meiner Abstimmung gegen die Zahlung der 5 Mil-lionen an Rußland zu sein, die ich für unangemessen hielt; die wahre Ursache aberwar meine Weigerung, Anschlage vorzulegen, welche die übrigen Minister billig-ten, ich aber nicht gutheißen konnte. Hatte ich mich bereit gezeigt, Anschlage ohne ^ 'Ersparnisse vorzulegen, so würde ich noch im Amte sein, aber ich habe stets nur nachdem Grundsatze gehandelt, zu thun, was ich für recht halte, ohne auf die eineoder die andere Seite abzuweichen. Ich konnte es nicht über mich gewinnen, alsMinister für Dinge zu stimmen, welchen ich mich so lange widersetzt hatte."

Paskewitsch, Graf von Eriwan, Fürst von Warschau, russischer Feld-marschall und Statthalter im Königreich Polen. Der Angabe, daß er aus L -thauen stamme, ist widersprochen und dagegen behauptet worden, er gehöre zu ei-nem allrussischen Geschlechte und sei im Gouvernement Smolensk geboren, wo erunweit der Düna noch angestammte Familiengüter besitze. Er war bereits 1794in der Pagenanstalt zu Petersburg, trat darauf in Kriegsdienste und war im Ge-neralstab angestellt, als das russische Heer 1814 in Frankreich einrückte. Nachdem Frieden kam er zu der Heerabtheilung in Georgien unter dem General Per'molow. Als 182tt der Krieg gegen Persien ausbrach, mußte der GeneraladjutantP. mit einer aus Kosacken und Fußvolk bestehenden Heerabtheilung gegen die per- «dfische Grenze aufbrechen, und nachdem er sich mit einem andern Hcerhaufen beiElisabethpol vereinigt hatte, errang er am 25. Sept. einen glanzenden Sieg über die ^ ^Perser, welche Abbas Mirza anführte. P. zeichnete sich in diesem Kampfe durch großeTapferkeit aus, verfolgte den fliehenden Feind lebhaft und trieb ihn bald aus der Pro-vinz Karabagh. Als darauf die Perser am Araxes eine feste Stellung genommen hat-ten, um die Provinz Eriwan zu decken, bezog P. ein Lageram Flusse Tscheraken, woer wahrend des Winters stehen blieb. Die geringen Erfolge des ersten Feldzugs hal-ten indeß in Petersburg Unzufriedenheit erweckt; Permolow wurde vom Heere ab-gerufen und P. erhielt den Oberbefehl. Nachdem er reichlich gefüllte Magazine imRücken des gegen Eriwan bestimmten Heers angelegt hatte, begannen die Krieg>Unternehmungen im Apr. 1827, und am 27. nahm die Vorhut unter dem Gene-ral Benkendorf das Kloster Etschmiadsin. Der Krieg beschrankte sich in den näch-sten Monaten auf Vortrabsgefechte, die nichts entschieden, bis P. am 3. Jul.mit dem Hauptheere vorrückte, um das zahlreiche persische Heer am Araxes anzu-greifen. Er siegte, und nachdem die Heerabtheilung unter dem General Kras-sowski das von den Persern belagerte Etschmiadsin entsetzt, und sich mit demHauptheere vereinigt hatte, rückte P. im Sept. vor, eroberte die Festung SardarAbad und erschien am 6. Ott. vor der Stadt Eriwan, welche nach einer durch dasfeindliche Geschütz angerichteten furchtbaren Zerstörung am 13. Ott., als die Rus-sen sich zum Sturm rüsteten, sich ergab. Das entmuthigte persische Heer wichüberall dem Sieger und P. hielt am 31. Ott. seinen feierlichen Einzug in Tauris,der Residenz des Thronfolgers Abbas Mirza. Am 3. Nov. wurde der Friede ab-geschlossen, der den Russen die Khanate Eriwan und Nakhischewan abtrat undihnen die Provinz Aderbidschan als Unterpfand der versprochenen Geldentschädigungfür die Kriegskosten einräumte. Als die Awistigkeiten zwischen Rußland und derPforte den Krieg unvermeidlich machten, verweigerte der Schah von Persien die