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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
445
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wartete; aber man muß dabei bedenken, daß die weitern Verbesserungen in Staatund Kirche nicht altein großen Widerspruch finden, sondern auch in sich selbst mitso großen innern Schwierigkeiten verknüpft sind, daß es nicht möglich ist, rasch vor-zuschreiten. Die Minister stehen bereits an zwei großen Klippen, den Gesetzenüber ganzliche Abschaffung der Sklaverei in den Colonien, und über die Verhalt-nisse der protestantischen Geistlichkeit in Irland, und zwei andere haben sie sodannzu überwinden, die Regulirung der Angelegenheiten der Bank und die noch vielwichtigere Frage über die Verhaltnisse der ostindischen Compagnie. Das Privile-gium der Bant geht mit dem 1. Aug. 1833 zu Ende und das der ostindischenCompagnie lauft gleichfalls ab, und es muß über den bereits am 13. Zun. vordas Parlament gebrachten Entwurf einer neuen Gestaltung derselben entschiedenwerden. (3)

Parnell (Sir Henry) ist das Haupt einer alten angesehenen Familie,welche zu Rothleague Court, in Queen's County, ihren Stammsitz hat. SeinVater hatte Ii 760 die Baronetwürde erhalten, in welcher ihm P. nachfolgte, derschon in einer frühern Lebensperiode als Abgeordneter für Queen's Counwim Unterhause saß. In Eton gebildet, ging er nach Cambridge, wo er sich namentlich mit Mathematik und den alten Sprachen beschäftigte. Bald aberwendete er sich mit Vorliebe den philosophischen und politischen Wissenschaften zu,und seine 1804 erschienenent'rinciples vicurrency uml exobarig^" fanden alseine fruchtbare Darstellung der Grundsatze des Geldverkehrs Anerkennung. Durcvseine Vermahlung mit der Schwester des Grafen von Portarlington und durchdie Verheirathung zweier seiner Töchter ist er mit den edelsten GeschlechternSchottlands verwandt, ohne durch seine Verhaltnisse zur Aristokratie seine An-sichten bestimmen zu lassen. Seit 1805 nahm er an den großen politischen Fra-gen, welche sein Vaterland beschäftigten, den thätigsten Antheil. Er gehört zuEnglands unabhängigsten Männern. Weder die Gunst des Hofes noch die Volksgunst waren je im Stande, ihn in seinen Grundsätzen wankend zu machen, welch?auf die Ehre des Landes und die materiellen Interessen des Volkes gestützt sind.Er diente nie einer andern Partei, als der, welche entschieden und ohneNebenabsichten das Wohl des Landes im Auge hatte. Rastlose Thätigkeit und ungewöhulicher Scharfblick, tiefe Kenntniß der verschiedenen Verwaltungszweige und einegroße Geschäftsgewandtheit zeichnen ihn aus. Er war stets ein eifriger Verfechterder Emancipation der Katholiken, die er sowol durch seinebÜ8wr^ of tüe pein.llarrs against catbolics" (London 1808) und durch seine Abhandlungen imLckin-burgtr revierv", als auch durch seine Bemühungen im Parlament erfolgreich förderte. Er bewirkte es ferner vorzüglich, daß 1825 durch einen Ausschuß desUnterhauses eingreifende Untersuchungen über den Zustand Irlands angestelltwurden. Bei den Verhandlungen über Finanzangelegenheiten war er einesder thätigsten und einflußreichsten Mitglieder des Unterhauses. Seine Darstellungdes englischen Banksystems:0l >servatittN8 mi pa^er m<ine^danleing,aull ove»--Walking" (London 18L7), wies das Nachtheilige der englischen und irischen BankMonopole gründlich nach und empfahl das schottische System. Die Darstellungdes Einkommens und der Ausgaben des britischen Reiches ist in keinem andernWerke mit so viel Sorgfalt und Genauigkeit dargestellt als hier. Er führt in dieser Schrift aus, wo Einschränkungen ohne Rechtskränkung Einzelner, wo Ver-besserungen ohne stürmisches Niederreißen möglich sind und wie die Ehre der Re-gierung und das wahre Wohl des Landes sich gegenseitig heben und tragen. ImNov. 1830, bei den Verhandlungen über die Civilliste, gab sein Antrag, einenbesondern Ausschuß zur Erwägung dieser Angelegenheit niederzusetzen, den Ausschlag zum Sturz des Toryministeriums. Er erhielt 1831 das Kriegsmini-sterium, dem Wynn unter Grey's Verwaltung nur kurze Zeit vorstand, nahm

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