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auf Abstellung solcher Misveauche gemacht, aber der erste, welcher eine förmlicheReform, „eine gerechtere und gleichere Repräsentation des Volkes" in Vorschlagbrachte, war (1776) der bekannte Wilkes. Damals wurde der Antrag ohne Ab-stimmung verworfen. Der berühmte Burks erneuerte ihn 1781 und W. Pinunterstützte rhn mit der ganzen Kraft seines Geistes und seiner Rednergabe; eswaren damals 190 Stimmen dafür, 233 dagegen. Den nächsten Versuch machte<6. Mai 1793) der jetzige Minister, damals Charles Grey, Mitglied des Unter-hauses, indem er Namens der Gesellschaft der Volksfreunde eine Petition um Re.form des Parlaments übergab. Brand machte 1610 im Unterhause denselbenAntrag, und seitdem kam derselbe fast in jeder Sitzung des Parlaments vor, vor-züglich 1818 durch Sir Francis Burdett. Recht ernstlich wurde die Sache erst,als sie ins Volk eingedrungen war, als die Anhänger der Reform und zwar einerradicalen (d. h. mit allgemeinem Stimmrecht des Volkes und jährlich erneuer-ten Wahlen) eine Partei bildeten, welche in großen Masten auftrat und die Über- ^zeugung allgemeiner wurde, daß es bei längerer Zögerung zu großen und gefährli- ^chen Ausbrüchen der Unzufriedenheit kommen könne. Die neuere Geschichte der tK lk MReformbill ist bereits in dem Artikel England dargestellt worden. Da die ra- «AiüN K ^dicale Reform ihre wichtigsten ehemaligen Beförderer, Sir Francis Burdett, Hob- Ml ^house, Brougham und Andere verloren hat, und auch ohnehin nicht durchzusetzengewesen wäre, ohne beinahe sofort eine allgemeine Erschütterung zu erregen, somußte eine gemäßigte Reform zunächst einen doppelten Zweck verfolgen: 1) dasRecht, Abgeordnete zu senden, mußte mehr nach der Wichtigkeit der Wahlorte be- > Mstimmt werden, weshalb den kleinern Orten das Wahlrecht theils gänzlich entzo- Wgen, theils auf einen Abgeordneten beschränkt, und dagegen größern Städten, wie ÄlÄManchester, Birmingham, Leeds, Greenwich beigelegt wurde; 2) aber wurde Mdie Localversastrmg durchaus dahin abgeändert, daß alle Hausbesitzer, deren Haus Meinen jährlichen Ertrag von 10 Pf. gewährt, stimmberechtigt sind. So ist auch Min Schottland das Wahlrecht den Stadträthen entzogen und allen wirklichenHausbesitzern (auch bloßen Miethleuten) von 10 Pf. jährlichen Ertrag einge-räumt. Dadurch hat in den oben angeführten Fällen Bath statt 28 jetzt 7314Wahlberechtigte erhalten, und der Einfluß der Familien Thynnc und Palmer istvernichtet-; Edinburg hat jetzt 9382 Wähler, Portsmouth 463, Glasgow 6357.
Auch in den Grafschaften ist der überwiegende Einfluß der großen Landbesitzerdadurch geschmälert, daß nicht nur die Erblehenbesitzer (treelloIUers), sondernauch die ehemaligen Laß- oder Meiergüterbesi'tzec (copzRolüers), welche ohnehinjetzt ein erbliches Recht haben, und selbst die bloßen Zeitpachter (leusetwläers)wahlberechtigt geworden sind. Hiernach besteht das Unterhaus noch wie vorheraus 658 Mitgliedern, welche auf folgende Weise vertheilt sind: 1) England471 Abgeordnete (von den Grafschaften 143, von den Universitäten 4, von denStädten und Burgflecken 324); 2) Wales 29 Abgeordnete (Grafschaften 15,
Städte und Burgflecken 14); 3) Schottland 53 Abgeordnete (Grafschaften 30,
Städte und Burgflecken 23); 4) Irland 105 Abgeordnete (64 von den Graf-schaften, 2 von der Universität Dublin, 39 von den Städten). England hat18 Abgeordnete weniger als vorher, wogegen Wales 5, Schottland 8 und Irland5 mehr erhalten hat. Das nach diesen Gesetzen erwählte neue (reformirte) Parla-ment ist am 29. Jan. 1833 zusammengetreten und hat 249 neue Mitglieder erhal-ten. Von der Gesammtzahl werden 509 als Freunde der Reform betrachtet, zur Par-tei der Conservativen gehören nur 149, aber unter den ersten sind wieder eine kleineZahl als Radicale und eine andere Partei als kepealers, welche unter O'Con-nell's (s.d.) Fahne eine Aushebung der Union zwischen England und Irland betrei-ben, ausgezeichnet. Wenn man die Parlamentsreform als das Mittel zu weitern Re-formen betrachtet, so hat sie noch nicht so bedeutende Früchte getragen, als man er-