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den überschwemmten. Auch las er einige lateinische Dichter, doch machten nurEpisoden der „Äneis" und der „Georgien" einen tiefen Eindruck auf ihn; Unkundeder Sprache aber verschloß ihm damals noch die griechischen Dichter. Schiller's„Don Carlos" war das erste neuere Dichterwerk, das eine Ahnung von Poesie inseiner Seele erweckte. Er bezog 1806 die Universität zu Upsala, wo zu jener Zeitdie neue deutsche Literatur weit mehr bekannt war und eine höhere Anerkennungfand als in Kopenhagen. Die Studirenden waren begeistert für Göthe, Schiller,Tieck, Novalis, Werner, den man nur noch als Verfasser der „Söhne des Thü-les" kannte, die Brüder Schlegel und ScheUing, und jedes neue Werk dieser Man-ner wurde mit Entzücken aufgenommen. Schon 1804 hatte sich in Upsala einliterarischer Verein gebildet, der spater den Namen Aurorabund annahm, unddessen thatiges Mitglied P. wurde. Er kam bald von der Selbsttäuschung zurück,daß er Beruf zum Dichter habe, und befestigte sich in dem Entschlüsse, als Kritikerund Übersetzer griechischer Classiker zur Herbeiführung einer neuen Anficht der Lite-ratur beizutragen. Die Probe einer Übersetzung des epischen Gedichts des O.uin-tus Calabcr, mit welcher er 1809 auftrat, wurde vielfaltig besprochen und vonWallmark bitter angegriffen. Im folgenden Jahre kaufte P. die akademische Buch-druckerei, und ließ sogleich den „Phosphoros", eine poetisch-kritische Zeitschrift,erscheinen, die bis 1813 fortgesetzt wurde, verlegte 1812 den „Uoetisk X-rlen-cker", der bis 1822 dauerte, und endlich 18l 3 die „Schwedische Literaturzei-tung", die erst 1824 geschlossen ward. Ideen, Ansichten und Sprache in jenenSchriften waren Denjenigen, die mit der deutschen Literatur unbekannt waren,neu und unerhört, und man glaubte sich in eine fremde Welt versetzt. Vielleichtist in keiner Literatur eine geistige Revolution so schnell und unvorbereitet einge-brochen, Die schwedische Akademie, die freilich im „Polyphem" und in Hammar-sköld's kritischen Briefen zu hart und rücksi'chtlos angegriffen wurde, gerieth inEntrüstung und ließ Wallmark als Kampfer ins Feld rücken. In die Brust man-ches Jünglings sielen indeß zündende Funken der Begeisterung, wiewol allerdingsdie ersten Arbeiten der Phosphoristen — wie man jene jungen Manner nannte,auch nachdem der „Phosphoros" langst erloschen war — nicht frei von den Fehlernwaren, die oft durch jugendliche Aufregung erzeugt werden. Aber wahrend mandiesen Versuchen Unklarheit, Einseitigkeit in Ansichten und Urtheilen, heftigedurch Widerstand gesteigerte Polemik, und eine Paradoxie, die theils aus Über-zeugung, theils wol auch aus der Sucht Aufsehen zu erregen, hervorgegangen war,nicht ohne Grund vorwerfen konnte, verbreitete die Begeisterung über diese Er-zeugnisse einen Reiz der Neuheit, der Jugendfrische und des Selbstvertrauens,welcher die Jugend in Schweden und dem geiftverwandtcn Finnland mit sich fort-riß. Auch P.'s Schriften aus jener Zeit leiden mehr oder weniger an den erwähn-ten Mangeln. Dahin gehören seine „Metrik", worin die Bestimmung des Unter-schieds zwischen Rhythmus und Metrum die vorzüglichste Partie sein dürfte, undÜbersetzungen des „Gefesselten Prometheus" und der„Elektra". Ein Gesprach überden Roman im „Phosphoros", worin mit Bewunderung von der „Corinna" derFrau von Stael gesprochen wurde, veranlaßte die Verfasserin, als sie nach Upsalakam, ihn bei sich einführen zu lassen. Im „?oetisK Xalenüer" übernahm P. dasNovellenfach. Seine ersten Novellen gefielen bei allen Mangeln in der Anlage,durch frischen und lebendigen Vortrag, und weil die Gattung damals neu in derschwedischen Literatur war, welche früher nur einige satirisch-burleske Romanebesaß. Zwei spatere, „Amala" und „Die Insel im See Dall", erwarben sichdauernden Beifall. Die „Schwedische Literaturzeitung", die in den ersten vier Jah-ren durch einen Actienverein unterstützt werden mußte, hat einen entscheidendenEinfluß auf die EntWickelung der nationalen Literatur gehabt. Ihre Hauptmit-arbeiter waren außer Hammarsköld, P. und Atterbom. Diese literarischen Arbei-