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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
433
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Palacky Palmblad 433

cu ugh wird auf 250,000 Pfund jährliche Einkünfte geschätzt, der Herzog vonNocthumberland auf300,000 Pfund, der Herzog von Sutherland auf 360,000Pfund) indeß haben einige große Fabrikherren in Lancashire und Borkshire (dieLords vom Webestuhl) wol ebenso viel Einkünfte. Der durchschnittsmäßige Be-trag der Einkünfte eines Pairs sind etwa 8000 Pfund, der größte Theil ihrerBesitzungen rührt aus eingezogenen Kirchen- und Klostergütern her, sie solltenalso jetzt der ganzen Nation das Recht nicht streitig machen, auf dessen Ausübungihr eigner Besitz sich gründet. Etwa 18 Häuser sind durch den Handel zu Reich-thümern und dadurch zur Pairschaft gelangt, wie die Osborn, Herzoge von Leedsderen Ahnherr, ein armer Handlungsdiener, am Fenster saß und rechnete, als dieneunjährige Tochter seines Herrn aus dem obern Stockwerke herab in die Themsesiel. Er sprang ohne Bedenken nach und rettete das Kind, die nachher seine Brautwurde. Er erlangte für sich die Würde eines Lordmayor und sein Enkel war dererste Herzog von Leeds unter Wilhelm Ol. (3)

Palacky (Franz), geboren am 14. Inn. 1798 zu Hodslawitz in Mähren,der Sohn des dortigen Schulrectors, erhielt seine wissenschaftliche Bildung größ-tentheils in Preßburg und Wien. Schon in früher Jugend lernte er fast alle eu-roMschen Sprachen, um die vorzüglichsten Schriftsteller im Original lesen zu kön-nen, und beschäftigte sich später mit dem Studium der philosophischen Systeme^r Deutschen und Engländer, besonders der Ästhetik. Sein erster schriftstelleri-^'7^ scher Versuch waren die 1818 mit Schassarik gemeinschaftlich herausgegebenenmm Demente der böhmischen Dichtkunst" in böhmischer Sprache. Von seinerTheo-'trM ne dx-j Schönen" erschienen seit 1821 einzelne Bücher und Bruchstücke; und 1823UMAllgemeine Geschichte der Ästhetik". Der frühgefaßten Neigung zur böhmiM, iP schxn Literatur und Geschichte folgend, kam er im Äpr. 1823 nach Prag, um dieQuellen derselben selbst studiren zu können. Die Grafen von Sternberg veranlaß-^ seitdem, dort zu bleiben und sich ganz der böhmischen Geschichte zu widmen.Pch tzx begann mit der Durchsuchung der ältesten böhmischen Archive und Manu-scriptensammlungen, und dehnte seine Forschungen später auch auf die böhmischenHW Handschriften in Wien, München u. s. w. aus. Seit 1827 redigirt er beide Aeit-kNz e. schxjsien des böhmischen Nationalmuseums, die deutsche sowol als die böhmische,i ik ^f Veranlassung der böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften gab er 1829 den^ dritten Band der8criptores rernm kotwmic<urum" heraus. Die von der Gesell-schaft gekrönte Preisschrift.-Würdigung der alten böhmischen Geschichtschreiber",veranlaßt?, nach Dobrowsky's Tode, P.'s Aufnahme in die Gesellschaft. Aufdem Landtage von 1829 wurde er von den böhmischen Ständen zu ihrem Historio-graphen mit lebenslänglichem Gehalt erwählt; doch erhielt dieser Beschluß nicht dieGenehmigung der Regierung. Von den Standen unterstützt setzte P. seitdem seineböhmischen Studien fort.

Palmblad (Wilhelm Fredrik), schwedischer Gelehrter, ward am16. Dec.1788 unweit Söderköping in Ostgorhland geboren, wo sein Vater, der im sieben-jährigen Kriege gedient und sich einiges Vermögen erworben hatte, als Steuer-einnehmer angestellt war. Im 14. Jahre von der in Schweden damals noch selte-7P nen Hüstkrankheit befallen, kam er unter eine verkehrte arztliche Behandlung,^ P welche die Folge hatte, daß er für sein ganzes Leben am linken Fuße hinkend wurde.^ Früh von lebhafter Wißbegierde ergriffen, las er in ländlicher Einsamkeit, vonbildendem Umgang abgeschnitten, mehrmal die dürftige aber sehr gemischte Bücher-sammlung seines Lehrers durch, welcher grade diejenigen Werke, die den jugendj V lichen Geist gewöhnlich am meisten fesseln, Geschichtschreibcr und Dichter, ganz-lich fehlten, mit Ausnahme einzelner Theile von schwedischen Dichtern aus der so-genannten classischen Schule, die ihn wenig ansprachen. Seine Phantasie fandibre Nahrung fast allein in Lafontaine's Romanen, die in Übersetzungen Schwe-Eono .-Lex. der neuesten Zeit und Literatur. III. 28