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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
431
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Pairie ' 431

jungem Söhne der Pairs, und es ist daher leicht zu begreifen, daß die Kirche, odervielmehr die Geistlichkeit, die sich selbst an die Stelle der Kirche setzt, mit jenersestgeschlossenen Amtsaristokratie aufs Innigste verbunden ist. Nur das Unter-Haus steht im Wege, indem hier Talente reifen und sich geltend machen, welchendie Aufnahme in die höhern Stellen nicht wohl versagt werden kann, und denen esauch wol, wie jetzt den Whigs, gelingt, an die Spitze der Regierung zu gelangen,di» ^ Endlich biloet aber die englische Pairschaft mit ihren Seitenasien und

Verzweigungen noch eine Aristokratie von Grundeigenchümern, welche enger ge-aki! schlössen ist und schwerer auf dem Volke lastet als die Erb- und Amtsaristokratie., Das Eigenthum an Grund und Boden ist bekanntlich in den Händen eines sehrkleinen Theils des Volkes. Der hohe Adel hat sehr ausgedehnte Grundbesitzungenund neben ihm steht eine nicht sehr große Zahl von Familien mit einem Besitz vonLehngütern, welcher häufig bis an die Zeit der normannischen Eroberung hinauf-reicht. Das Ausammenhalten dieser Güter ist durch zwei Umstände möglich ge-worden, erstens durch das allgemein geltende Recht der Erstgeburt, sodaß nur derälteste Sohn die Lehen (und bekanntlich ist in England Alles ohne AusnahmeLehen) erbt, und zweitens durch den verwickelten Zustand der Gesetze über Grund-eigenthum, welcher einen Übergang aus einer Familie in die andere durch Kaufäußerst schwer, und da auch keine Verjährung gilt und der längste Besitz nichtschützt, äußerst unsicher macht. Man hat sich daher mit Pachtungen auf sehr langeZeit zu helfen gesucht, und so gibt es ganze große Städte, in welchen säst alle Häu-ser einem Grundherrn gehören, von welchem der Boden auf mehre Menschenaltererpachtet ist. Es geht daraus auch hervor, daß diese Grundaristokratie einen au-ßerordentlichen Einfluß auf die ganze Gesetzgebung und Verwaltung ausüben muff,zumal bei den Parlamentswahlen, und daß sie denselben so viel möglich zu ihremVortheile benutzt. So hält sie durch Einfuhrverbote oder doch hohe Zölle von frem-dem Getreide die Getreidepreise in einer Höhe, welche den Pachter allein in denStand setzt, hohe Pachtzinsen zu bezahlen. Die Pairie ist nicht der einzige aberder größte Theil dieser Landaristokratie, welche auch in dem Unterhause die Ober-hand hat, indem ihr nur die entschiedenen Radicalen gegenüberstehen, die meistenWhigs aber selbst das Interesse der Grundbesitzer theilen. In der Nation abermachen die Grundbesitzer nur einen sehr kleinen Bruchtheil des Ganzen aus, unddaher ist es zwar nicht zu leugnen, daß das Volk eigentlich zu der Partei der Whigs,N lM» mit mäßigen und langsamen Reformen die Lage des Volkes zu verbessert»

Wl mK' suchen, ohne tief in die Grundlagen des Bestehenden einzugreifen, nicht ein unbe-llV"' dingles Vertrauen hegen kann; allein wenn die Whigs, das jetzige Ministerium,MlG den Wünschen der Nation hierin nicht genug thun, so darf man nur auf die Mühesehen, mit welcher sie das Wenige, was sie thun, durchsetzen mußten, um sich zuüberzeugen, daß sie, wenn sie mehr unternehmen wollten, gar nichts erreichen...... würden. Da nun dem denkenden und noch wohlhabenden Theile des Volkes, zu»

iztr mal den Inhabern der Staatsschuldscheine, an einer gewaltsamen Umänderung,deren nächste Folge ein Nationalbankrott sein müßte, nicht willkommen sein kann,so wird ein langsam und furchtsam reformirendes Ministerium zwar immer vi. lGeschrei gegen sich, aber die Unterstützung des bessern und größern Theils derNation entschieden für sich haben. So oft eine Besorgniß entsteht, daß das Mi-nisterium der bedächtigen Reform einem Toryministerium weichen müsse, zeigt die. große im Volke ausbrechende Bewegung, das Sinken der Staatspapiere, die Un-/ ruhen in den großen Städten, das Anschließen des Unterhauses an die Minister,wie viel mehr Zutrauen sie besitzen als ein Toryministerium der Pairie, und nur^ i die Radicalen würden ein solches gern sehen, weil sie meinen, daß sie alsdann daSVolk leichter zu einer Revolution bringen könnten. Abgesehen aber von Gründenl des bloßen Ehrgeizes und der Herrschsucht, sieht die Pairie oder der größere Theik

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