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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
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größere Nationalversammlungen gehalten, zu welchen die Stande eingeladen wu»den, und unter Eduard I. (1295), vielleicht auch schon viel früher, sing man an,die Ritterschaft oder die kleinern Lehnbesitzer nicht mehr in Person, sondern durchzwei Abgeordnete aus jeder Grafschaft zu berufen, die dann mit den stadtischen Ab-geordneten vornehmlich die nöthig gewordenen neuen Steuern bewilligten. Dar-aus entstanden die beiden Häuser der Barone und der Abgeordneten, welche derge-stalt ein Ganzes bildeten, daß zu allen Beschlüssen und Gesetzen die Zustimmungbeider und dann die Genehmigung des Königs erfodert wird. Es wurde Observanz,daß, wer einmal persönlich berufen war, dadurch für immer Sitz und Stimme indem Oberhaus? erhielt, und diese Art, einen Baron zum Pair zu erheben, war inden ältesten Zeiten die gewöhnlichere; in neuern Zeiten geschieht es durch königlichePatente. Die Titel sind die der Herzoge, Marquis, Grafen (Carls), Vicegra-sen (Viscounts) und Barone, und Niemand führt einen derselben, ohne Mitglieddes Parlaments zu sein. Denn obgleich die schottischen und irländischen Lordsnicht alle im Oberhause Sitz und Stimme haben, so hatten sie doch dieses Rechtin dm alten Parlamenten ihres Landes, und bei den in den Jahren 1707 und1800 geschlossenen Unionen wurde nicht die ganze Pairschaft Schottlands und Ir-lands, sondern nur Abgeordnete (10 schottische und 32 irische Pairs) in das eng-lische Oberhaus aufgenommen. Von diesen Pairstiteln sind die der Grafen undder Barone die ältesten; der Titel Herzog ward 1336 zuerst ertheilt, indemEduard 10. den Kronprinzen zum Herzog von Eornwall erhob. Auch nachher führ-ten den Herzogstilel blos Seitenlinien oder wenigstens verschwägerte Familien desköniglichen Hauses. Zur Zeit der Königin Elisabeth war gar keine Herzogsfamilremehr in England vorhanden; durch die innern Kriege der Häuser Park und Lanca-ster, und später unter Heinrich VIII. und Maria waren alle ausgerottet worden. ErstJakob 1. erhob seinen Günstling,George Villiers, zum Herzog von Buckingham, dennobgleich schon Richard II. den Robert de Vere zum Herzog von Dublin machte, sowar dies doch kein eigentlich englischer Titel. Karl II. ist in seinen natürlichen Söh-nen der Stammvater der Herzoge von Richmond, Grafton, St.-Albans und Buc-cleugh geworden; die von ihm in gleicher Weise herstammenden Herzoge von Cleve-land und Northumberland aber sind wieder ausgestorben. Georg III. war mit derHer-zogswürde sehr sparsam; nur in seinen frühern Regierungsjahren 1766 erneuerte erdie alte Würde der Herzoge von Northumberland, nachher wurde die Herzogswürdewieder.für die jüngern Söhne des königlichen Hauses aufgespart, und der Erste, wel-cher sie wieder erhielt, war unter der Regentschaft (1814) der Herzog von Welling-ton. Später sind die Herzoge von Buckingham (1822), von Sutherland und vonCleveland (1833) hinzugekommen Es gibt jetzt 21 englische, sechs schottische (denndie Herzoge von Hamilton und von Lennox sind auch Herzoge von Brandon undvon Richmond in England) und einen irlandischen. Der Titel Marquis kam un-ter Richard II. auf, welcher seinen Günsting Robert de Vere zum Marquis (nach-her zum Herzog) von Dublin ernannte. Jetzt sind 19 englische Marquis vorhan-den, davon nur einer aus dem 16. Jahrhundert ist, der Marquis von Winchester,creirt1551; die übrigen sind seit 1784 zu dieser Würde erhoben. Der Grafensind 106, davon die ältesten die Grafen von Shrewsbury von 1442, die Gra-fen von Derby von 1485, drei aus dem 16., 21 aus dem 17., die übrigen ausdem 18. und 19. Jahrhundert. Der Viscounts sind 18 (bis auf einen alle ausdem 18. und 19. Jahrhundert) und der Barone 185, wovon drei noch dem 13.Jahrhundert angehören; nur 28 sind älter als die Thronbesteigung des HauseSHanover; von Georg I. haben einer, von Georg II. vier, von Georg III. 75, vonGeorg IV. als Regenten und König 51, von Wilhelm IV. 26 diese Würde erhal-ten. Schon hieraus geht hervor, daß die Pairschaft, in England ausschließend(hoher) Adel, nnsiilitz- genannt, dort so wenig als in Frankreich eine Auswahl so-