Pagvs (Jean Pierre — Garnier-P.)
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umgestimmten Saiten; er führt drei- ja vierstimmige Satze aus, wobei er dasPizzicato mit dem Gebrauch des Bogens mischt; das Flageolet hat er, indem eres auch zu Doppelgriffen benutzt, zu einem hohen Grade ausgebildet, sodaß Violin-spieler dies fast als den höchsten Grad seiner mechanischen Geschicklichkeit anstau-nen. Er ist ein ebenso außerordentlicher Guitarrenspieler als Violinist, doch legter auf dieses Instrument, als einem wahren Künstler ungeziemend, so wenigWerth (oder höchstens einen scherzhaften) als auf die zahllosen Kunststückchen, wiez. B. Nachahmung der Thierstimmen, Spielen mit umgekehrten Bogen u. s. w.,welche er auf der Violine auszuführen vermag. Als Componist ist er erfindungs-reich, ja genial und beherrscht das Wissenschaftliche der Kunst vollständig; dochdenkt er hauptsachlich nur in Beziehung auf sein Instrument, auch nimmt er nichtselten barocke Wendungen, die mit der abweichenden Eigenheit seiner Natur über-"Haupt im Zusammenhange stehen. Wir kennen keinen jetzt lebenden Violinvirtuo-sen, dem er nicht als Componist für das Instrument an die Saite gesetzt werdendürfte, selbst Spohr nicht ausgenommen. Leider ist von P.'s Compositionen fastnichts im Druck erschienen, da er dieselben mit großer Geheimnißkramerei verbirgt;indessen ist der Verlust vielleicht nur ein scheinbarer, da außer ihm sie schwerlichJemand auszuführen vermag. Eine Violinschule, worin die äußern Geheimnisseund Handgriffe seiner Kunst ziemlich genügend erklärt sind, hat der KapellmeisterGuhr in Frankfurt am Main herausgegeben. (20)
Pages (Jean Pierre), Advocat, geboren 1784 zu Seix im Arriegedepar-tement, hat sich während der Restauration durch seinen Liberalismus bemerklich ge-macht. Er war anfangs Advocat zu Toulouse, wo er studirt hatte. In den Ab-handlungen der Akademie dieser Stadt stehen mehre Aufsätze von ihm, unterwelchen sich auch einige geschätzte geognostische Arbeiten befinden. Im Jahr <811wurde er zum kaiserlichen Procurator ernannt, verlor aber diese Stelle bei derRückkehr der Bourbons. Als Napoleon 1815 auf der Küste der Provence ge-landet war, stand P., als einer seiner eifrigsten Anhänger, auf und führte denVorsitz bei einer politischen Volksversammlung in seiner Geburtsgegend. DieserVerein hieß Du teclärutmii pz?reneen»e. Er bekam seine Stelle wieder, gababer nach der zweiten Rückkehr der Bourbons seine Entlassung ein. Bald dar-auf wurde er eingezogen, nach einiger Zeit zwar seiner Haft entlassen, jedoch vonder Policei scharf bewacht. Bei den Unruhen zu Grenoble wurde er nochmals insGesängniß gebracht, aber auch bald wieder frei. Als es ruhiger geworden war, be-gab er sich 1816 nach Paris, verband sich mit andern bonapartistischen Schrift-stellern, besonders mit Iouy und Jap, arbeitete an den Tagesblättern „Reuom-mee", „(lourrier krunyuis" und „Oonstltutionnel", und gab mit jenen Schrift-stellern die ,Miuerve" heraus, welche gegen die Bourbons beständig in Oppo-sition war. Er gab auch einige politische Flugschriften heraus, als: „?rincPesnöraux liu ckroit politiyne" (Paris 1817), „Des tstectivns cke 1821", „De Ii»censnre" (3. Aufl., 1827). Auch schrieb er die „Distoire 6e I'assemblee ccmsli-tuaMe" (Paris 1822), welche den zweiten Theil der „Düstes civils <Ie In I ?runce"ausmacht. Nach der Iuliusrevolution 1830 bekam er eine Anstellung im mittäg-lichen Frankreich. P. hat seit der Restauration constitutionnelle Gesinnungen ge-zeigt, wiewol er früher Napoleon's Despotismus sehr begünstigte. Er gehörte unterder Restauration zu denjenigen Schriftstellern, welche die bourbonische Regierung ammeisten zu fürchten hatte.— Garnier-P., ein liberaler Deputirter, ebenfalls ausdem mittäglichen Frankreich, gehört zur äußersten linken Seite der Kammer und isteiner der heftigsten Gegner der Doctrinairpartei. Er kam erst seit der Iuliusrevo-lution in die Deputirtenkammer und seitdem er in derselben sitzt, vertheidigt er mitvieler Kaltblütigkeit und Unerschrockenheit das sogenannte ?rogrumme ele I'kotelcke ville, das heißt dasjenige Regierungsystem, welches Lafavette dem Könige bei
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