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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
415
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'' die Sinne staunend vernahmen. Dichter ergossen den Strom ihrer Begeisterung

^in Versen, Romantiker fanden eines jener seltsamen Charaktergebilde Hoffmann'6l verwirklicht und brachten diese Gestalt in tausend Wendungen in die roman-^ Tagesliteratur. Sein Name flog wie der eines ruhmgekrönten Siegers

!kt> durch alle Zeitungen. Eine solche Erscheinung auf rein natürlichen Wegen erklaren

zu wollen, würde der Natur des Menschen fast widersprechen, auch vereinigte sichli bei P. Alles,' um die wunderbarsten Sagen fast gewaltsam herauszufodern: zuerst

sein unnachahmliches, tief romantisches Spiel, seine seltsame, geisterhafte, gewisisermaßen dämonische Persönlichkeit; die Plötzlichkeit seines Rufes, welche viel-^ größte Wunder erschien, da sich Niemand überreden konnte, daß eine5 so außerordentliche Erscheinung seit langen Iahren in unserer Nachbarschaft wei-

^ und nur durch die Alpenkette von uns getrennt gewesen sein sollte, ohne daß dertausendzüngige Ruf uns laute Kunde davon gegeben hatte. So warmem, das"Mn> z, Gerücht auch sogleich geschäftig in den manmchfaltigsten Erfindungen, wodurchman die geheimnißvollen Eigenschaften des Künstlers zu erklären suchte. Eine soungemeine Höhe der mechanischen Fertigkeit schien auf gewöhnlichem Wege uner-ruchbar, und auch die geistige Tiefe der Leistungen mußte, dies empfand man dun-kch durch gewaltsame Kämpfe und Bestrebungen theuer errungen sein. Daher^ kamen eine Menge Sagen in Umlauf, wodurch man das Wunder zu erklärensuchte. Der Künstler sollte im Übermaß seiner Leidenschaftlichkeit einem Jta-Zckm liener war dies fast ohne Schmach zuzutrauen seine junge Gattin ermordet undOlcreichtz dann den Frevel durch schwere Haft im sinstern Kerker gebüßt haben. Hier bliebMchliDi ihm kein anderer Trost als fein Instrument, mit dem er'die Wunden seines zer-»U K« rissenen Herzens zu heilen suchte; die langen Jahre der Abgeschiedenheit gewähr--WssM ten ihm Muße genug, jene erstaunenswürdige Fertigkeit zu erwerben, zu welcherilk. Kidie Lebenszeit eines Andern nicht ausgereicht hätte; endlich erklärte es diese SageMchiÄ auch mit natürlichem Anschein, wie er, nachdem die drei schwächern Saiten derlM ZZ« Geige gesprungen, deren Ersatz ihm der unbarmherzige Kerkermeister versagte, ausder letzten eine so eigenthümliche Gewalt errang, daß er grade dadurch das höchsteStaunen erregte und zugleich die Seele mit den geheimnisvollsten Zaubern um -spann. Auch das Wunder der Plötzlichkeit seines Erscheinens hatte diese Fabelsinnreich erklart, denn freilich mußte der Künstler, der 15 Jahre hinter den Nie-siiMchb geln des Gefängnisses gesessen, wie ein Stern aus der Nacht hervortreten, völlig,jdchchil' ßanz, machtig, gleich einer Minerva, die mit Schild und Waffen aus den»MWl Haupte des Zeus entspringt. Diese Erzählungen wurden mannichfaltig ver-- ^1«'' arbeitet und geschmückt von allen Schriftstellern und Dichtern benutzt, wenigeri s weil man sie glaubte, als weil es wahrhaftes Bedürsniß geworden war, das ineinem so hohen Grade erweckte Interesse für den außerordentlichen Mann in jeder' ä'Beziehung rege zu erhalten. Indessen hätte man dieser Erfindungen nicht bedurft,^ da das Leben P.'s hinreichenden Stoff lieferte, wenn auch nicht die Eigenheiten dess Künstlers zu erklären, doch den Zusammenhang seiner Kunst mit seinem Leben zu

zeigen. Wir haben hier nicht Raum, alle die Anekdoten mitzuteilen, zu welchendie Reiseabenteuer des Künstlers, seine vielfachen Verwickelungen mit dem schönenIi- s.. Geschlecht, insbesondere sein Aufenthalt an dem Hofe zu Lucca u. s. w. Anlaßgaben. Man findet sie fast alle in seinen sogenannten Biographien, deren einefranzösisch von Laphaleque, die andere deutsch von dem Professor SchottenlPaganini's Leben und Treiben", Prag 1830) erschienen ist. Beide-' Her sind ohne eine höhere geistige Auffassung, ja sogar ohne hinreichende ar-

listische Würdigung des Künstlers geschrieben, und zumal das letztere ist fast^ nichts als Co.npilation der mit der seichtesten Unwissenschaftlichst geschriebe!>>'"I - Kritiken aller deutschen Flugblätter. Ein verbürgtes Ereigniß aus dem Le-

' ben des Künstlers bat, obwol an sich unbedeutend, doch einen zu entscheidenden

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