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geführt, wo er gegen 150 Kriegsgefangene und unter diesen seinen Freund Gaccia,einen tapfern Jndependentenossizier, fand. Garcia klagte gegen P. über die Lastder Ketten und die elende Lage der Gefangenen. P. warf ihm Kleinmuth vor, zer-brach sogleich ferne eignen Ketten und bot ihm einen Tausch an. Garcia faßteMuch und hörte auf zu klagen, dann redete P. leise aber ernst mit den Gesänge- !!nen und foderte ste zu gemeinsamen Anstrengungen für ihre Befreiung auf. Nochvor Tages Anbruch war es gelungen, die Meisten frei zu machen; als der Gefan-genwarter die Thüre öffnete, siel P. über ihn her, warf ihn zu Boden und drohte ihnzu tödten, wenn er einen Laut von sich gebe, dann wurden die Wachen entwaffnetund den noch gefesselten Gefangenen die Bande gelöst. P. zog mit den 15t) Manngegen die nur 200 Mann starke spanische Garnison, machte Einige in der erstenVerwirrung nieder und vertrieb die Übrigen aus der Stadt. Als die Nachricht vondieser Tyat unter den Llaneros bekannt wurde, riefen sie P. zu ihrem General aus. «
P. hat das von den Hirten der Stromebenen ihm ertheilte Generalspatentin hundert Gefechten mit den Spaniern in den Ebenen von Apure, Achaguasund Casanare sich ruhmvoll verdient. Die Llaneros, wie die Gauchos der Pam- ^pas und die Guasos der Bergebenen von Chile, Hirten zu Pferde, von frühester rJugend an ans Reiten gewöhnt, haben ihre Pferde so ganzlich in der Gewalt undbesitzen dabei eine solche Gewandtheit, daß sie für die besten Reiter in der Welt ge-halten werden; sie bildeten uncer P. die Reiterei der Patrioten von Colombia undwaren mit ihren langen, leichten und biegsamen Lanzen ein Schrecken der Spanier.P. leistete mit diesen Lanzenreitern, die ihn vergötterten, der guten Sache derJnde-pendenten in den Jahren 1613,1814,1617 und spater die wesentlichsten Diensie.Er verband sich mit dem Guerillachef Piar, dessen Schar ebenfalls größtentheils ausLlaneros bestand, und der die wichtige Hauptstadt des spanischen Guiana, S.-To-mas de Angostura, am südlichen Ufer des hier noch 70 Meilen von der Mündungentfernten, aber schon zwei Meilen breiten Orinoco, eingenommen und dadurch denPatrioten den freien Verkehr mit den Englandern auf der Insel Trinidad gesicherthatte. Vereint fochten sie wahrend Bolivar's Abwesenheit, und wahrend die Spa-nier 1817 größtentheils Herren von Venezuela waren, und der Congreß der Jnde-pendenten auf der Insel Marguerita sich befand, tapfer und ohne Unterbrechunggegen Boves, Morillo, Morales, Cagigol, Panes, Cevallos und andere spanischeAnführer, und ihr Name altein bildete eine Macht gegen die Spanier. P, warim Felde größtentheils glücklich; nur einmal mußte er sein Heil in der Flucht su-chen. Er wollte 1616 von Guanare Besitz nehmen; auf dem Marsche dahintraf er auf den spanischen Oberstlieutenant Duran, an der Spitze einer Ad-theilung von 200 Mann Fußvolk, mit welcher er aus dem Rückzüge begriffenwar. P. hatte 1200 auserlesene Llaneros, von welchen er sich auf dem Mar-sche nie trennte, und denen er den Namen der Unbesiegbaren gegeben hatte. Mitdein Rufe: „Vernichtet die spanischen Hunde, haut sie in Stücken!" sprengteer auf Duran's kleinen Haufen an; dieser aber ließ ein Quarre schließen, unddie Spanier vercheidigten sich mit gefälltem Bayonnete gegen den wilden An-griff der Llaneros so gut, daß P. selbst nach dem Verlust vieler seiner Unbesiegba-ren flüchten mußte. In der Schlacht bei Ortiz, im Apr. 1816, wo Bolivar com-mandirte, machte P. mit seiner Reiterei mehre glückliche Angrisse auf die Spanier;aber die Infanterie der Patrioten gerieth in Verwirrung, wurde geschlagen und bei-nahe vernichtet. P. machte dem Oberbefehlshaber Bolivar bittere Vorwurfe, ließsich aber doch von diesem erbitten, den Rückzug zu decken. Nun machte er wiederan der Spitze seiner Llaneros einige unerwartete und heftige Angriffe auf die Spa-nier und rettete die Infanterie von dem Untergang. Bald nach den» letzten Angriffwich P. plötzlich zur Seite aus, warf sich vom Pferde auf den Boden und wardvon einem epileptischen Ausalle ergrissen. Als der Oberst English, ein Engländer