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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
403
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Otto (König von Griechinland)

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schaft in Wien, zum Geschäftsträger in Griechenland ernannt; und auch der Ke-nig von Neapel hat bereits einen Consul nach Griechenland geschickt, von dessenVermittlung man sich die baldige Herstellung vortheilhaster Handelsverbindungenzwischen beiden Staaten versprechen mag.

Scheinen ans diese Weise die bisherigen Schritte der Regentschaft einen er-wünschten und erfreulichen Fortgang in der zu Hossenden Organisation des neu-griechischen Königreichs zu versprechen, so würde man auf der andern Seite dasUnmögliche erwarten, wenn man glauben wollte, daß jene Organisation, nach derbisherigen Zerrüttung aller Verhältnisse und bei den am Ende doch nicht ausrei-chenden Mitteln, ganz ohne bedeutende Hindernisse und bedenkliche Bewegungenbewerkstelligt werden könnte. Ganz abgesehen davon, daß die unterdrückte Parteifortwährend ihren feindseligen Charakter im Verhaltnisse zu der neuen Ordnungder Dinge bewahren wird, darf man nur bedenken, daß die ersten Wochen der Be-geisterung, welche bei einem für das Neue und Vielversprechende so sehr empfäng-lichen Volke, wie das griechische, überhaupt mehr excentrisch, als tief begründetzu sein pflegt, schnell vorübergehen, und daß dann bei diesen ebenso klugen als en-thusiastischen Griechen eine Zeit der ruhigen Überlegung, der kalten Berechnungeintreten mag, wo es nicht leicht sein dürfte, ihren Ansichten und Wünschen völ-lig zu genügen. Die neuesten Nachrichten deuten schon auf die Symptome einessolchen Zustandes hin. Der von der Regentschaft für alle erwachsene Griechenvorgeschriebene Eid:Ich schwöre bei der allerheiligsten Dreieinigkeit und überChristi heiligem Evangelio, meinem Könige Otto treu und den Gesetzen des Kö-nigreichs Griechenland gehorsam zu sein", ist von Vielen, ja selbst von ganzenCooperationen, wie namentlich den politisch und finanziell so bedeutenden Hydraernund Mainoten,gradczu verweigert worden, nicht etwa, wie sie sich selbst darüber aus-sprechen, aus Widerspenstigkeit gegen die Regentschaft, oder weil sie dem Könige dieTreue versagen wollten, sondern weil sie noch in Ungewißheit über die Gesetze sind,welche sie, ohne sie zu kennen, im Voraus beschwören sollen. An einigen Orten, wiezu Kranidi, ist die Regentschaft schon so weit gegangen, Beamte, welche den Eid ver-weigerten, ihrer Stellen zu entsetzen, eine Maßregel, welche, wie in diesem Falle über-haupt jede Anwendung von Gewaltmitteln, bei consequenter Durchführung nur alsein unglückseliger Misgriff betrachtet werden könnte, weil dadurch sogleich wiederder Keim zu jenem verhängnißvollcn Zwiespalt zwischen Volk und Regierung gelegtwäre, welcher die Zeiten der Präsidentschaft zu einer so unglückseligen Periode inder Entwicklungsgeschichte des neugriechischen Staats gemacht hat. Viel, viel-leicht Alles, erwartet man von Berufung einer Nationalversammlung, welche,wie es heißt, von der Regentschaft beabsichtigt wird, über deren Zusammensetzungund Art man auf Seiten des Volkes aber auch noch an Zweifel ist und Bedenkenhegt Denn bekanntlich wurde die im Sommer des vorigen Jahres zu Naupliazusammengetretene Nationalversammlung ohne Erledigung ihrer Geschäfte bis zurAnkunft der Regentschast vertagt, und scheint daher das erste Recht auf aberma-lige Einberufung und förmliche Anerkennung zu haben, zumal da die von ihr aus-gegangene Anerkennung des Königs Otto von der Regentschaft als vollgültigerVolkswille betrachtet Und angenommen worden ist. Ein zweiter gleich schwierigerPunkt betrifft die Befriedigung und etwaige Organisation der unregelmäßigenTruppen Die am 14. März erlassene Verordnung, daß sie sämmtlich entlassenwerden sollten, hat zwar den Schein einer gewissen durchgreifenden Energie, wirdaber am Ende doch nicht so leicht ausführbar sein, als Diejenigen denken mögen,von denen sie ausgegangen ist. Denn erstens ist zu erwarten, daß diese unbezahl -ten Truppen nicht ohne Weiteres auseinander gehen werden oder mit Gewalt zer-sprengt werden können, zweitens muß die Auflösung eines fast heimatlosen Hau-fens gewiß von den traurigsten Folgen für das offene Land sein, was eben nichts

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