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Dritter Band (1833) M bis R
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400
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400 Otto''(König von Griechenland)

Menge der Landung des Königs und der Regentschaft, welche jedoch theils wegender dazu nöthigen Vorbereitungen, theils wegen anderer erheblichen Ursachen, nochauf acht Tage verschoben wurde. Namentlich wünschte man zuvor die Ausschiffungder Truppen zu bewerkstelligen, welche bis zum 5. Febr. in bester Ordnung vollendetward. Am 6. endlich betrat König Otto mit der Regentschaft unter enthusiastischerBewillkommnung des Volkes den griechischen Boden, und hielt, nach einem langstvorher bekannt gemachten Programm seinen feierlichen Einzug in Nauplia. DerKö-mg ward am Landungsplätze, noch wahrend er sich aus der von englischen Seecadet-ten in passender Festkleidung geruderten Chaloupe befand, von den Mitgliedern derprovisorischen Regierung empfangen, deren Präsident ihn mit einer Rede in griechi-scher Sprache begrüßte und zugleich für sich und im Namen seiner Collegen die ihnenbisher anvertraut gewesene Gewalt niederlegte. Nach ertheilter Antwort stieg derKönig mit der Regentschaft ans Land und zog auf der Straße von Argos, wo zubeiden Seiten die bairischen Truppen aufgestellt waren, in Nauplia ein. An demThore überreichte ihm der französische Platzcommandant, Herr von Noyant, aufeinem silbernen Becken die Schlüssel der Stadt, welche ihn jedoch der König fürjetzt noch zu behalten bat. Hierauf wohnte der König einem feierlichen Gottes-dienste in der Kirche des heiligen Georg bei, empfing hier von allen in Nauplia an-wesenden Eivil- und Militärbehörden die Huldigung, und verfügte sich dann erstnach seinem Palaste, dessen Bewachung, sowie die der Stadt, an diesem Tagenoch der französischen Besatzung überlassen blieb. Noch an demselben Tage erließdie Regentschaft im Namen des Königs eine Proclamation an die Hellenen, worinsie zu Eintracht und Gehorsam ermahnt wurden, wogegen ihnen gewissenhafterSchutz ihrer Religion, treue Pflege ihrer Gesetze, ungeschmälerte Bewahrung ihrerRechte und.Freiheiten, schleunige Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung undVergessenheit aller frühern politischen Verirrungen versprochen ward. Übrigenswar dieser Tag, an welchem der junge König nochmals an Bord des Madagaskarzurückkehrte, der allgemeinen Festlichkeit geweiht, bei welcher der Ausdruck der un-geheucheltsten Freude über die neue Ordnung der Dinge in besserer Zukunft in kei-ner Weise durch Zwietracht und Unfug feindlich gesinnter Parteien gestört wurde.Zugleich ft.nd im königlichen Palaste die Vorstellung der Admirale und Residentender vermittelnden Machte, der französischen Generale und Oberofsiziere und derausgezeichnetsten Griechen statt. Unter den letzlern zeigte sich auch der alte Kolo-korronis, mit welchem schon früher Unterhandlungen wegen seiner Unterwerfungangeknüpft worden waren; er wurde aber an diesem Tage zurückgewiesen, und be-kam erst am folgenden, nach wiederholter Meldung, zugleich mit Kalergis, Zu-tritt zum König, welcher ihn gegen das Versprechen von Treue und Gehorsam sei-ner Gnade und Verzeihung versicherte. Am 7. Febr. hielt der König, in Beglei-tung der Admirale, der Residenten, der französischen Generale und des StabcSdes bairischen Truppencorps, Heerschau über die Baiern und zwei Tage spater überdie in Argos versammelten Franzosen, bei welcher Gelegenheit sowol der comman-dirende General Gue'henec, als auch General Eorbet und Oberst Stoffel, welchenletztem das Verfahren gegen die Rebellen zu Arges von gewissen Seiten sehr zurLast gelegt wurde, sich von Seiten des Königs besonderer Auszeichnung zu er-freuen hatten.

Kurz darauf begann die Vertheilung der bairischen Truppen, welche dieFramzosen in den verschiedenen festen Platzen ablösen sollten. Die Forts von Nauplia,Palanndes und Itschkale waren ihnen schon vor dem Einzüge des Königs am5. Febr. eingeräumt worden, wahrend die Franzosen nur noch die Thor- undSladtwachen behielten. Auch von diesen zogen sie sich am 10. nach Argos zurück,woraus 600 Baiern als Besatzung von Nauplia ihre Stelle einnahmen. TausendMann brachen kurz daraus nach Korinth, Akrata, Vostizza, den Schlössern von