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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
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Otto (König von Griechenland)

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um ihren Interessen den Schein einer gewissen rechtlichen Begründung zu geben.Nur die Kapodistrianer im engsten Sinne des Wortes sollen die Wahl des PrinzenOtto gemisbilligt haben und hatten sie vielleicht hintertrieben, wenn es in ihrerMacht gestanden hatte. Der Regierungscommission hatte Hosrath Thiersch schonam 24, Mai die vorläufige Anzeige gemacht, daß in München Vorbereitungen zurAbreise des jungen Königs getroffen würden, und so geschah es wahrscheinlich vor-züglich mit auf seine Veranstaltung, daß am 1. Iun, das Geburtsfest des PrinzenOtto sowol durch öffentliche Feier als auch in einigen Privatzirkeln zu Naupliafestlich begangen ward. Jedoch fehlte damals noch die förmliche Anerkennung desjungen Königs von Seiten der Nation, welche allein mittels der Nationalversamm-lung geschehen konnte. Die Einberufung der Nationalversammlung zu Argos warsogleich in der ersten Proklamation der neuen Regierungscommission versprochenworden, und ein Theil der zu Perachore und Megara versammelt gewesenen De-putaten harrte schon langst zu ArgoS der Eröffnung. Allein diese wurde unter demDrange der Geschäfte vorzüglich noch dadurch verzögert, daß in vielen Epar-chien neue Wahlen vorgenommen werden mußten, bei welchen die Kapodistrianer,wenn auch mit wenig Erfolge, wieder ihre alten Künste geltend machen wollten.Langsam sammelten sich daher die neu gewählten Deputirten, zumal da es bei eini-gen, wie bei denen aus dem westlichen Griechenlande, großer Überredung bedurfte,ehe sie zum Beitritte zur Nationalversammlung von Argos bewogen werden konn-ten. Gegen Ende des Iun, betrug die Zahl der in Argos versammelten Deputirtenüber 17(1, und so verzögerte sich die feierliche Eröffnung der Sitzungen noch einigeWochen, zumal da man noch nicht einmal über die Wahl des Ortes einig war.Denn obgleich zu Argos, welches alles Schutzes entbehrt und damals jede Stundevon räuberischen Überfällen rumeliotischer Söldlinge der Kapodistrianer bedrohtwar, einige vorbereitende Sitzungen gehalten wurden, so hielt man es doch für ge-rathener, den Congreß nach Nauplia zu verlegen Um aber auch hier selbst jedenSchein etwaiger Abhängigkeit zu meiden, so wurde, da die Franzosen die Stadtbesetzt hatten, beschlossen, die Sitzungen in einem eigens zu diesem Zwecke roh auf-geführten hölzernen Gebäude in der Vorstadt Pronia zu halten und den Wachdienstdem Rumeliotenchef Nikolaos Zerbas zu übertragen. *)

Die Zahl der Deputirten betrug bei der Eröffnung am 27. Jul. 224. Aufdie Verifikation der Vollmachten folgte die Wahl der Beamten. Panutzos No-laras ward Präsident; A. Maurokordatos Vicepräsident; Polyzoides, der Her-ausgeber desApollon", erster, I Christidis, Secretair der provisorischen Regie-rung, zweiter Secretair. Eine offenbare Opposition war in der Nationalversamm-lung nicht sichtbar, jedoch schied sich die Masse der Deputirten nach der Ver-schiedenheit der Meinungen bald in drei Parteien, welche sich je nach der Macht,von welcher sie am meisten Schutz erwarten zu können glaubten, die französische,die russische und die englische nennen ließen. Die erstere war, als die liberale, diestärkste, und hatte Kolettis nebst den bedeutendsten Rumeliotenchefs an ihrerSpitze; die zweite bestand blos aus den schwachen Resten der Gegenrevolution;und die dritte suchte mit gemäßigtem Ansichten eine Vecmittelung zwischen denüberspannten Federungen der Rumeliotenpartei und dem ungestümen Wesen derInsurgenten zu bewirken; sie hatte an ihrer Spitze zwei große Talente, A, Mau-rokcrdatos und Spiridion Trikupis, vormals Secretair des LordS Guilford, desGründers der Universität zu Korfu. Außerdem that sich bisweilen eine gewisseEifersucht zwischen den Deputirten der drei Haupttheile des Landes, den Pelopon-nestern, den Rumelioten und den Inselbewohnern, hervor, welche nicht selten in eineförmliche Opposition der beiden letztern gegen die erstem überzugehen drohte.

Eine interessante Schilderung der Sitzungen befindet sichBlätter für lücrg,tische Unterhaltung", 183ch Nr. L69.