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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
382
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382 Otto (König von Griechenland)

ließ zum Danke für den vermeinten Sieg in der Hauptkirche einen Lobgesang an-stimmen, wahrend sich die bestürzten Einwohner mit dem Besten ihrer beweglichenHabe nach den Schissen drängten, um durch die Flucht nach Zante noch größererUnbill zu entgehen. Im Besitz von Patras erweiterte Zavellas sogleich seinenOperationsplan, der zunächst daraufhinausging, sich Missolonghis zu bemächti-gen, wo der Unwille der Besatzung über den rückständigen Sold bereits in eineförmliche Empörung gegen den Commandanten, einen Ionier von Jthaka, aus-gebrochen war. Es gelang ihm auch wirklich, einige Scharen der Empörer fürsich zu gewinnen, welche zur Nachtzeit zu ihm nach Patras übergingen. Ein an-derer Theil zerstreute sich in den benachbarten Dörfern auf Plünderung. Allge-meine Auslösung schien schon Zavellas' Plan zu degünstigen, als die Bürger selbstsich mit den wenigen Zurückgebliebenen zur Gegenwehr verbanden, eine Stadt-wache errichteten, einen Stadtcommandanten wählten und ihre Anhänglichkeitan die Regierung offen zu erkennen gaben. Der alte General Rankos, welchergleichfalls über Korinth nach Missolonghi geeilt war, um dort die Bewegung zuGunsten der Kapodistrianer zu leiten, bekam nicht einmal Zutritt zu der Stadt;und so blieb hier, ungeachtet aller Bemühungen der Kapodistrianer, die Gegen-revolution doch nur auf Patras beschränkt.

In Rumelien dagegen war, nach dem Abzüge der constitutionnellen Trup-pen, noch Mamuris, als Vertreter der Gegenpartei, unbesiegt in Salona zurück-geblieben. Von hieraus brandschatzte er, ungeachtet des ausdrücklichen Gegenbe-fehls der Regierung, die benachbarten Eparchien von Talanda und Vonizza, bisihn die Regierung durch ein nach jenen Gegenden ausgeschicktes Truppencorps-thigte, wieder auf Salona zurückzugehen, von wo aus er sich vor der Regierungzu rechtfertigen suchte, und, obgleich noch immer dem Interesse der Kapodistrianerergeben, wenigstens weiter keine bedenklichen Schritte that, ihrer Macht in diesenProvinzen aufs Neue ein entschiedenes Übergewicht zu sichern. Gefahrlicher wa-ren ohne Zweifel die Bewegungen im Innern und in den südlichem Küstenstädtenvon Morea, dem eigentlichen Herde der Gegenrevolution. ' Die Seele derselbenwar hier der hartnäckigste und durch seinen Einfluß gefährlichste Kapodistrianer, deralte Theodor Kolokotronis. Sobald er die Unmöglichkeit, sich gegen die siegendePartei in Nauplia selbst zu halten, eingesehen hatte, war er nach Karitene zurück-gegangen, wo sich in kurzer Zeit die ihm und dem alten Systeme ergebenen Moreo-ten um ihn sammelten. In gleicher Weise wich sein Sohn Gennäos, welcher miteiner kleinen Schar gegen Nauplia bis an die Mühlen vorgerückt war, der Über-legenheit der Rumelioten, und zog sich in die Gegend von Tripolizza zurück. Durche>'ne bedeutende bewaffnete Macht geschützt, errichtete hierauf Kolokotronis zu Ka-ritene, sowie Zavellas in Patras, aus den Grundlagen militairischer Gewaltherr-schaft eine eigne Regierung, setzte sich mit den gleichgesinnten Häuptlingen der Ge-genrevolution, Kalergis und Nikitas, in Verbindung, und entwickelte ein förm-liches System des bewaffneten Widerstandes gegen die Maßregeln und Streitkräfteder neu begründeten Regierung zu Nauplia. Zu entscheidenden Schlägen kam eseigentlich dabei nicht, und der unaufhörliche Bandenkrieg, bei welchem die Regie-rung, durch die Anhänglichkeit der bedeutendem Städte unterstützt, ungeachtetihrer Schwäche, dennoch am Ende im Vortheil blieb, traf das arme durch ewigePlagen heimgesuchte Land am härtesten. Vorzüglich im Süden von Morea, inder Gegend von Kalamata und Nisi kam es häufig zu ernsten Gefechten zwischenden Truppen des Kolokotronis unter Nikitas und den der Regierung ergebenenMainoten, woran auch bisweilen die dort ftationirten Franzosen theil nahmen,obgleich Kolokotronis sich sehr bemühete mit ihnen in gutem Vernehmen zu bleiben.Die Gegenrevolution ward jedoch dadurch um nichts gefördert, zumal da die An-schläge geben die größem Küstenorte meisiens mislangen. So hatte z. B. Kaler-