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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
381
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Otto (Kön 'g von Griechenland) 381

aufzubrechen. Freilich war das französische Occupationscorps, welches nach denBestimmungen des Protokolls vom 20. Febr. 1830 noch in Morea zurückgebliebenwar, verhältnißmäßig auch nur schwach, und hatte, ohne Verstärkungen zu erhal-ten, im Herbste 1831 durch eine namentlich unter dem in und um Kalamata sta-^ tionirten 57. Regiments herrschende epidemische Krankheit bedeutende Verluste er-litten. Hierzu kam noch, daß ein Theil der französischen Truppen, welche ihreHauptquartiere m dem durch französische Ingenieurs neu befestigten Navarin und^!k ^ Modon hatten, seit dem Anfange der Unruhen des vorigen Jahres im Süden^ der Halbinsel verwendet worden war, Kalamata und Nisi zu besetzen, welche jetzt"nch um so weniger ganz entblößt werden konnten, da grade diese Gegenden am mei-tt'chir sten von den Ausschweifungen der Truppen Kolokotronis' und der Mainoten be-droht waren. Man konnte also höchstens ein Detachement von 1000 Mann ent-lOnp behren, welches zugleich mit den bereits von den vereinten Geschwadern ausgeschiss-GW ten Seesoldaten die nothdürftige Besatzung von Nauplia, Korinth und PatrasAseloS, bilden sollte. Schon ihr Einzug in Nauplia ging nicht ganz ohne Handel ab. Zei-len, Nd nächst sollte nämlich das Fort Itschkale besetzt werden. Kaum hatten aber die Of-fiziere der daselbst noch befindlichen Besatzung der alten Regierung, meistens Ke-phalonier und Korsioten von Geburt, von der Ankunft der Franzosen gehört, alssie sogleich den Plan entwarfen, ihnen den Eingang in die Festung zu verwehrenund ihre eignen Truppen gegen diese Ankömmlinge aufzuwiegeln. Zum Glückward der Plan, noch ehe er völlig zur Reife gedieh, durch die Schnelligkeit derFranzosen vereitelt. Diese fanden zwar die Thore verschlossen und einen Haufengemeiner Soldaten, welcher Miene machte, ernsten Widerstand zu leisten, hinlerden Mauern versammelt; allein auf das Zureden einiger wohlgesinnten Offiziereund des Kriegsministers wurden die Aufwiegler zur Nachgiebigkeit bewogen, undwahrend die Anstifter des Unfugs durch die Flucht der fernem Verfolgung zu ent-gehen suchten, hielten die Franzosen ruhig ihren Einzug. Nicht so glücklich en-digte ihr Versuch, Patras zu besetzen. Auf die Nachricht nämlich, daß diese Festunggleichfalls den französischen Truppen übergeben werden solle, hatte die bisher ausTaktikern bestehende Besatzung den gehässigen Einflüsterungen einiger Kapodistria-ner, welche die Auslieferung des Platzes an die Franzosen als einen entehrendenStreich der jetzigen Regierung darzustellen wußten, Gehör gegeben, und als ihrCommandant, der junge Fürst Wrede, nicht auf ihre Plane eingehen wollte, mitdem Rumeliotenhäuptling Kitzos Zavellas, welcher dem alten Systeme anhing undmit seinen Truppen den ganzen Landstrich von Argos bis gegen Patras hin besetzthatte, verrätherische Verbindungen angeknüpft. Zavellas übernahm sogleich dasCommando der Festung, ließ eine Abtheilung seiner Truppen einrücken, pflanztedie Fahne des Phönix auf, setzte die alten Behörden wieder ein, und sagte sich ineiner Proklamation von der Regierung zu Nauplia, als einer gewaltthätigen undungesetzlichen, förmlich los, indem er auch alle übrigen Häuptlinge auffoderte, einGleiches zu thun und mit ihm in Gemeinschaft die Waffen zu ergreifen. Sostand es, als die Franzosen sich der Festung näherten. Ohne sich auf weitere Un-terhandlungen einzulassen, erklärte Zavellas dem vorausreitenden General Gue-hmec: er werde die Festung nur dem Fürsten von Griechenland übergeben, und,wenn es Noch thue, selbst Gewalt mit Gewalt vertreiben; übrigens habe er hier-von bereits Baron von Nouen in Kenntniß gesetzt und ihm zugleich bekannt ge-macht, daß er die Festung als Unterpfand des ihm und seinen Trnppen schuldigenSoldes, welchen sie von dem Fürsten zu erwarten hätten, behalten wolle. Beider Schwache seines Corps durfte der französische General gegen solche Erklärun-gen keine ernstlichen Demonstrationen wagen; ja, er sicherte nicht einmal durchBesetzung der nächsten Dörfer die umliegende Gegend vor der Raublust jener zü-gellosen Scharen, sondern gab sogleich Befehl zur Rückkehr. Zavellas dagegen