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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
377
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Otto (König von Griechenland) 377

auf Seiten oer Partei von Perachore sehr leicht in diese unscheinbare Veränderunggewilligt haben, wenn nicht Trikupis, welcher ehedem zur liberalen Partei gerech-net worden war, durch sein jüngstes Benehmen bei seinen Freunden in dem Ver-dachte einer versteckten Begünstigung der Plane der Kapodistrianer gestanden hatte.Er hatte nämlich schon noch wahrend der provisorischen Regentschaft des AugustinKapodistrias sich wieder von Hydra nach Nauplia begeben, und wurde allgemeinals der Urheber eines Vorschlags bezeichnet, dem zufolge Graf Augustin an derSpitze der Geschäfte bleiben und eine gemischte Commission zur Seite haben sollte.Seine Aufnahme in die neue Regierungscommission fürchtete man daher, als einenklug berechneten Streich der Kapodistrianer, um so mehr, da seine Stimme denl alten Grundsätzen, welche so bereits von drei Mitgliedern der Commission, Me-taxas, Koliopulos und Zaimis, vertreten zu werden schienen, eine entschiedene Ma-jorität gegeben haben würde. Nachgiebigkeit war unter diesen Umständen vons« Seiten der nationalen Partei nicht zu erwarten, und man sah allerdings schonwieder den traurigsten Auftritten entgegen, als Trikupis, ein Mann von großerEinsicht, bei den langen Verhandlungen durch die offene Erklärung, er werde Zo-graphos weichen, sobald er nicht beiden Parteien genehm sei, den Ausschlag zugeben hoffte. Allein diese Entsagung geschah keineswegs im Sinne des Senatsund der durch ihn reprasentirten Partei, welche, nach dem Mislingen dieses Strei-ches, Alles aufbot, die auf eine Vereinigung abzielenden Plane Kolettis' recht ab-sichtlich zu hintertreiben. So hatte z. B. Kolettis sich bereit erklärt, alle von derNationalversammlung zu Perachore gefaßten Beschlüsse für jetzt aufzuheben, wennder Senat sich verpflichten würde, ein Gleiches mit denen derDeputirtenversamm-lung zu Nauplia zu thun; in den deshalb mit einer Commission des Senats ange-knüpften Verhandlungen scheint Kolettis selbst eine diesfallsige Zusage erhalten zuhaben, und dennoch weigerte sich der Senat, dies in einer Proklamation öffentlichzu bekennen, durch welche er am 14. Apr. die Ernennung der Regierungscommis-sion, jedoch auch mit ausdrücklicher Erwähnung von Trikupis, bekannt machte.Es leuchtet also schon hieraus sattsam ein, daß der Rücktritt Trikupis' dem Wesennach in der feindlichen Stimmung der Parteien gegeneinander nichts änderte, jadie Spannung eher vermehrte als verminderte und die friedliche Ausgleichung fastunmöglich zu machen schien. Auf Kolettis'Vorschlag, Trikupis durch einen Ru-melioten zu ersetzen, wollte der Senat, dessen Benehmen sogar durch die Residen-ten gebilligt zu werden schien, gar nicht eingehen, und Kolettis selbst hatte Allesschon so weit aufgegeben, daß er entschlossen war, seine Entlassung einzureichen,sich wieder nach Argos zurückzuziehen, hier die nationale Regierung förmlich zuconstituiren und, mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln der Gewalt, theilsdie ungesetzliche Regierung zu Nauplia zu bekämpfen, theils sich den Weg nach demPeloponnes zu bahnen, um hier seinen Truppen Unterhalt und Obdach zu sichern.

Unterdessen hatten sich jedoch auch unter den Truppen beider Theile außerhalbder Stadt, welche mit Ungeduld der Entscheidung entgegensahen, bedenkliche Be-wegungen gezeigt. Die Truppen der gestürzten Regierung zu Nauplia, welchenoch am Jsthmos zurückgeblieben waren, hatten nach dem Vorrücken der Rume-lioten ihre Stellungen bei Eleusis und Megara verlassen und sich zu Schiffe überEpidauros nach Nauplia begeben, vor dessen Thoren sie gleichfalls Lager schlugen.Dieser Umstand, scheint es, hob den Much der Kapodistrianer in der Stadt,welche von Neuem alle Triebfedern in Bewegung setzten, um unter einer künstlicherzeugten Bestürzung der Einwohner desto sicherer ihr falsches Spiel zu treiben.Zum Glück wurden sie hierin nicht von den Truppen vor der Stadt unterstützt,welche, obgleich noch nicht völlig ausgesöhnt, doch ruhig nebeneinander lagerten.Die Heerführer der Rumelioten von Argos bemühten sich sogar, die friedlicheAusgleichung zu beschleunigen, und schlugen zu diesem Zwecke, nachdem von der