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Otto (König von Griechenland)
Während sich daher die Truppen ruhig auf den Anhöhen neben der Vorstadtlagerten, begab sich Kolettis am 13. Apr. 1832 unter dem Schutze der französischenGesandtschaft mit einem Gefolge von 25 Mann in die Stadt, um mit den Residen-ten der vermittelnden Machte über die Art und Weise zu verhandeln, wie man denWünschen der Numelioten, und somit der Nation, genügen könne. Seine Vor-schlage beschrankten sich dabei sogleich auf die verzweifelte Alternative, daß man ent-weder in die Entfernung jener zwei verhaßten Namen willigen solle, oder, wennman dies verweigere, die nationale Regierung zu Argos ruhig ihren Weg gehenlasse und bis zur Ankunft des Regenten in den Stand setze, ihre Truppen so zuverpflegen, daß dadurch der Peloponnes vor Plünderung und Unordnung sicher-gestellt werde. Metaxas zeigte sich geneigt zurückzutreten; Kolokotronis dagegenwollte nur der Gewalt weichen, und nahm in der Festung eine feindliche Stellung.Ungeachtet daher hausige Adressen um die Ausstreichung der Namen der verhaßtenKapodistrianer baten, so sahen sich jedoch die Unterhändler von der andern Seite sobedrängt, daß sie Kolettis' Alternative eine andere ebenso bestimmte entgegensetz-ten : entweder solle er in die bereits gewählte Commissi'on eintreten, oder unverzüglichseine Weigerung erklären, worauf man einen Andern an seine Stelle wählen unddie so gebildete Regierung mit allen Mitteln der Allianz unterstützen werde. DasLetztere schienen die Anhänger der Familie Kapodistrias, Nikitas, Rhodios, Stur-naris und Andere mit allen ihnen noch zu Gebote stehenden Gewaltmitteln erzwin-gen zu wollen, und sie brachten in der That ganz Nauplia so in Aufruhr, daß selbstKolettis nur im Hause und unter dem besonder» Schutze des französischen Residen-ten, Baron von Rouen, vor den thatlichen Angriffen seiner Gegner sicher zu seinglaubte. Denn da er wohl einsah, daß jetzt von seiner Ausdauer Alles abHange, sowies er, ungeachtet seiner gefahrvollen Lage, die dringenden Bitten seiner Beglei-ter, daß er die Stadt verlassen möchte, um im Lager die Verhandlungen zu voll-enden, stets mit jener Standhaftigkeit zurück, welche ihm das Gelingen seinerSache verbürgte. Es handelte sich nämlich nur darum, der in der That längstherrschenden Partei der Rumelioten auch in der zu bildenden Regierungscommis-sion das Übergewicht zu sichern, welche bei der bereits vorgeschlagenen um so gewis-ser auf Seiten der Kapodistrianer bleiben mußte, da, außer Kolokotronis und Me-taxas, sich auch Buduris und Zaimis mehr zu diesen neigten, als zu der Partei derRumelioten. Kolettis' Festigkeit nöthigte auch die Residenten zur Nachgiebigkeit,und da man der Gegenpartei die Beibehaltung des Grafen Metaxas, welcher alsBevollmächtigter des Senats selbst an den Verhandlungen theil nahm, ohne Ge-fahr einräumen zu können glaubte, so kam man endlich dahin überein, eine Regie-rungscommission von sieben Mitgliedern und zwar nach folgenden Bestimmungenan die Spitze der Geschäfte zu stellen: 1) Kolokotronis wird durch Koliopulos (häu-sig auch Demetrios Plaputas genannt), einen Moreotenhäuptling von gemäßig-ten Grundsätzen und großem Einflüsse, ersetzt, während Konduriotis, bereits Mit-glied der Regierung von Perachore, an die Stelle von Buduris tritt. 2) Metaxasund Zaimis bleiben, ungeachtet der Theilnahme des Erstem an den blutigen Hän-deln zu Argos; ebenso 3) Kolettis, welcher überdies das Recht erhalt, die zweinoch fehlenden Mitglieder in Vorschlag zu bringen. Er wählte Demetrios Ppsi-lantis und Joannis Zographos, beide gleich ausgezeichnet durch Festigkeit des Cha-rakters und Erfahrung im Staatswesen. Sowol die Residenten als auch dieHäuptlinge der Rumelioten und die im Lager, wohin sich Kolettis selbst begab, ge-genwärtigen Abgeordneten von Perachore billigten diese Übereinkunft. Auch in derStadt schien Alles befriedigt, als der Senat, welchem Metaxas die neuen Anord-nungen vorgelegt hatte, unter dem Einflüsse einiger Stimmführer der gefallenenPartei, neue Schwierigkeiten erhob, und verlangte, daß Trikupis an der Stelledes Zographos in die Regierungscommissi'on aufgenommen werde. Man würde