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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
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Oltmer

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nach aus Ostfranken, für die altbairische Schule des Ulrich Fütterer von Mün-chen, des Meyer von Landshut, der Obendorfer und Hebenstreit, Mielich, Ol-mendorf, Schöpfer, Meixelkircher und des Christoph Schwarz aus Ingolstadt, dieulmer und nördlinger Schule der Schongauer, Schön, Zeitblom, Schaffner, Flüge-lin, Schüttenhelm, Herrlin, Deckinger, Hanns Scheifelin und Sebastian Deck :c.Der Fürst O. hatte eine, der romantischen Stiftung Ferdinand's von Tirol und derschönen Augsburgerin Philippine Welser in Ambras nicht unähnliche Kunst-,Wunder-, Waffen- und Schatzkammer nachgebildet. Sie enthielt geschichtlich be-rühmte Rüstungen, Glasgemälde (von der ältesten Zeit dieser Kunst bis zu ihremVerschwinden nach dem Ende des dreißigjährigen Krieges), Elfenbein- und Schnitz-arbeiten, Münzen und andere Denkmale der Römerwelt und des Mittelalters. (S.Wallerstein'sche Kunstsammlungen Bd. 12.) Was der Münchner Ga-lerie fehlte, erwarb 1828 bald nach dem Ankaufe der Boisseree'schen SammlungKönig Ludwig aus dieser Wallerstein'schcn Kunstkammer. Im Befreiungskriegewar Fürst Ludwig in Organisirung der Landwehren und Nationalgarden die rechteHand des Kronprinzen, zog aber schon damals die Abneigung des Marschalls Für-sten Wrede auf sich. Die Aristokratie hielt ihn jedoch noch für einen ihrer Pfeiler,bis ihn im Jul. 1823 die Liebe bewog, Crescentia Bourgin, die Tochter feinesObergärtners, eines französischen Edelmanns, der unter Conde gedient hatte, zuHeirathen. Die bairische Camarilla brachte es dahin, daß ihm das Kronoberhof-meisteramt genommen wurde, und bedrängte ihn so sehr, daß er auch die Standes-herrschaften seinem jüngern Bruder Friedrich abtrat. König Ludwig gab ihm beiseinem Regierungsantritt das Kronamt zurück und ernannte ihn im Apr. 1828wahrend der Ständeversammlung, in welcher der Fürst sich so sehr auszeichnete,zum Präsidenten des Oberdonaukreises in Augsburg, und im Dec. 1831, amSchlüsse eines für Niemand erfreulichen Landtages, in welchem der Fürst alles Edleund Gute tresslich vertheidigt hatte, an die Stelle des nach Regensburg versetztenEduard von Schenk zum Staatsminister des Innern. (17)

Ottmcr (Karl Theodor), braunschweigischer Hofbaumeister, geboren am19. Jan. 1800 zu Braunschweig, wurde in früher Jugend zu den zeichnendenKünsten hingezogen, und nach dem Tode seines Vaters, eines geachteten Arz-tes, der auch ihn für das Studium der Heilkunde zu gewinnen wünschte, wid-mete er sich mit Vorliebe der Baukunst. Er besuchte von )810 19 dasCarolinum zu Braunschweig, während er zugleich bei den öffentlichen Bauten inseiner Vaterstadt Dienste leistete. Mit den Kenntnissen eines praktischen Bau-meisters vollkommen ausgerüstet, ging er 1822 nach Berlin, wo er Vorlesungenüber Ästhetik, Archäologie, Mathematik, Chemie und Mineralogie besuchte unddie Vorträge in der Bau- und Kunstakademie fleißig benutzte. Das Studium derArchäologie und die Schätze der Museen und der Bibliothek begeisterten ihn für dieKunst des Alterthums, doch wollten bloße Forschungen in diesem Gebiete ihm nichtlange genügen, und er wünschte selber zu schaffen, als die Gründung eines neuenVolkstheaters in Berlin ihm eine willkommene Gelegenheit darbot. Die Auffo-derung der Unternehmer, Plane zu dem neuen Gebäude einzureichen, veranlaßteihn, seine bereits beschlossene Reise nach Italien aufzugeben. Er unternahm indem strengen Winter 1822 die Vermessung des Bauplatzes und legte bereits imDec. seine Entwürfe vor, die so allgemeinen Beifall fanden, daß trotz ungünstigemEntgegenwirken ihm der Bau des königstädtischen Theaters übertragen wurde.Im Jul. 1823 wurde der Grundstein gelegt, und O. arbeitete mit so erfolgrei-chem Eifer, daß er am 3. Aug. 1824 sein Werk einweihen sah. Der Baumeistermußte, durch die Beifallstimmen des Publicums gerufen, auf der Bühne erschei-nen. Bald nach der Vollendung des Theaters ward ihm die Ausführung des Ge-bäudes der Singakademie aufgetragen, das im Frühjahr 1827 vollendet wurde.