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Ottenfels-Gschwind
ungleichen Kampf noch länger fortzuführen, barzuthun strebte. Da brach O. indie Worte aus: „Die beste Unterhandlung ist die Sturmglocke. Man führe dasGolk auf die Schanzen, und Warschau wird Paskewitsch's und seiner SöldnerGrab!" Diese Worte fanden in dem Innern aller Abgeordneten einen begeistertenAnklang; allein es war zu spat. Der Verrather Krukowiecki hatte schon mit denRussen unterhandelt, der Befehl zum Abzug der Armee war gegeben. Der Reichs-tag hatte nur noch Zeit, Krukowiecki abzusetzen und Bonaventura Niemojowskizum Präsidenten der Regierung zu ernennen. Die beiden Brüder O. — dereine, Ladislaw, als Marschall, der andere als Vorsitzender des Senats — unter-zeichneten jene Absetzungsurkunde und folgten alsdann der Armee. In Modlinfür Rybinski's Wahl zum Generalissimus stimmend, machte O. nicht lange nach-her, als er in Zakroczym als Vorstand den Reichstag wieder eröffnete, den Antrag,mit erneuter Kraft den Krieg fortzusetzen, wieder über die Weichsel zurückzugehenund sich durch Lowicz und Rawa auf das krakauische Gebiet zu werfen. Dein»Kinski theilte diese Meinung. Schon waren dieser tapfere General, die beiden O.und einige andere Reichstagsmitglieder auf der in Eile bei Plock geschlagenenBrücke, als Rybinski's Gegenbefehl das Unternehmen hinderte. Dies war dieWirkung eines mit den meisten Heerführern gepflogenen Kriegsrathes. Nun warder polnische Soldat entmuthigt. Die Bande des Gehorsams lösten sich, und einOberbefehlshaber war nur noch dem Namen nach vorhanden. Uminski's Wahlglich einer That ohne Erfolge, und der Übertritt auf das preußische Gebiet warunvermeidlich. Jetzt entwarf O. im Hauptquartier zu Swiedziebno am 4. Ort.1831 das berühmte Manifest an alle Könige und Nationen Europas, welchesmit den Worten endigte: „O'est douc ü vous, puissunces de la terre, c'est uux5)mpst!nes des peuples <jue I'urmee nationale de Lologne s'adresse dans sonMction; eile vous conjnre, an nom du Tout-?uissant, au nom de I'Innnanite,au nom tiu droit cowmun a tous les komme«, de prendre sous votre ^arde noslibertes, et de täire presider la justice et I'erjuite aux arran^emens <^ui serontpris anotre e^ard, et (jui, pour assurer in paix de I'Lurope, doivent etre con-t'ormes nu bleu Zeneral et a ceiui de In ?o!ogne." Dieses Testament des polni-schen Freiheitskampfes wurde von dem Generalissimus unterzeichnet. Nun suchteO., wie alle seine heldenmüthigen Wassengenossen, ein Asyl auf fremdem Bodenund fand es in Frankreich. Gemahl einer zärtlich geliebten Gattin und Vatervon 10 Kindern, von wenigen Trümmern seines nun eingezogenen Vermögenssparsam lebend, tragt er fem und seines Vaterlandes Geschick wie ein Weiser mitgroßartiger Entsagung. (8)
Ottenfels-Gschwind (Taver, Freiherr von), aus einem altadeligenin Kärnthen ansässigen Hause, dessen Glücksgüter durch die Erbschaft des östrei-chischen Generals und kühnen Parteigangers von Gschwind bedeutend vermehrtworden sind, wurde zu Klagenfurt am 12. Jan. 1778 dem Regierungsrathe TaverFreiherrn von Ottenfels von Luisen Freiin von Kulmer geboren und erhielt seineBildung in der damals noch vom besten Geiste beseelten Akademie der morgenlan-dischen Sprachen in Wien, aus welcher, beinahe gleichzeitig mit O., Joseph vonHammer hervorgegangen war. O. diente als sogenannter Sprachknabe (jeime deiungue) zu Konstantinopel unter dem Internuntius Jgnaz von Stürmer, der1829 als Staatsrath und Generaldirector der auswärtigen Angelegenheiten inWien verstarb. Er machte interessante Ausflüge nach Kleinasien und auf die Inseln und widmete sich auch der orientalischen Philologie und der Alterthumskundemit großem Fleiße. Während des Befreiungskrieges kam er nach Wien und ver-mahlte sich 1816 mit der Tochter des Generals von Schlaun, eines Veterans dervstceichischen Armee und lange Zeit Commandirenden in der Militairgrenze gegendie Türken. Als der Aufstand der Griechen gegen das Türkenjoch und in Folae
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