37i) Ostrowski
ü epii vsern In violer!" ausgesprochen hatte, wurde O. 1817 zum Senator Kastel-lan erna ml und trotz der Feindschaft des Großfürsien Konstantin vom Kaiser be-stätigt. Auch in dieser neuen Würde blieb er seinen Grundsätzen treu. In fester,aber weiser Opposition bot er mehr als einmal der Willkür des Cäsarewitsch undden Machinationen eines Nowosilzoff die Stirne. Mitglied des berühmten Ge-richtshofs, welcher unter Bielinski's Vorsitz 1325 die des Hochverrats angeklag-ten Polen verhörte, stimmte er wie alle Richter, mit Ausnahme Vinc. Krasins-ki's, für deren Unschuld.
Von nun an der Hauptgegenstand von Konstantin's Rache, wurde er inallen patriotischen Unternehmungen bis auf die agronomischen Verbesserungenseiner Güter gestört und mit hämischer Schelsucht verfolgt. Seit Einführungdes Tarifs von 1822 war durch sein Bestreben auf dem alten Lechmoorgrunde eineneue Welt entstanden, sein Gut Ujazd in eine Manufacturcolonie verwandelt,und in einer früher unwirthbaren Gegend an der schissbaren Pilcha eine StadtTomaszow-Mazowiecki gegründet, die jetzt an 7000 Einwohner zahlt. Ermachte 1830 eine Reife durch England, Frankreich, Deutschland und die Schweiz,um neue Werkleute für seine Ansiedelung zu gewinnen und fremde Gewerbe kennmzu lernen, als ihn zu Leipzig die Nachricht von dem Aufstande in Warschau er-reichte. Alles Andere als das Vaterland vergessend, eilte er nach Warschau, woer aber, in Breslau durch die preußischen Behörden aufgehalten, erst am 24. Dec.eintraf. Das Zaudern des Diktators laut misbilligend, obwol er von demselben zumOberbefehlshaber der Nationalgarde ernannt worden war, stimmte er in der merk-würdigen Sitzung vom 25. Jan. 1831 für die Entthronung des Kaisers Nikolaus.Er wußte als Haupt der Sicherheitswache alle Leidenschaften der aufgeregtenHauptstadt zum Schweigen zu bringen und selbst den alteingewurzelten Religions-zwicspalt gegen die Bekenner des mosaischen Gesetzes auszugleichen. Nur strengim militärischen Dienste, sonst aber Kamer ed mit dem geringsten Handwerker,war er im Stande, die brausende Menge im Zaume zu halten. So verhindertesein Einfluß die Erstürmung von Chlopicki's Palast, und am 30. Inn. rettete ermit seinem Generalstabe die des Verraths überwiesenen Generale Iankowski undandere aus den Händen der Volkswuth, was freilich am 15. Aug nicht wieder ge-lang. Im Strudel der allgemeinen Geschäfte zur Rettung des Vaterlandes mitfortgerissen, fand er dennoch Zeit, einen Plan zur Bildung von Nationalgarden imganzen Lande auszuarbeiten, und er übersendete dem Patriarchen und Stifter dieserVolksbewaffnung, dem ehrwürdigen Lafayette, den Ehrengrad des „ersten Grena-diers der polnischen Nationalgarde", sowie eine Adresse an die pariser National-garde in feierlichen Diplomen. Als die Senatoren, Landboten und Abgeordnetenin eine Kammer zusammentraten, um jeder Weitläufigkeit der Geschäftsfüh-rung vorzubeugen, und dann zur Wahl neuer Woiwoden schritten, fiel diese auchaufO , sowie er in den ersten Tagen des Aug, nach Bolimow abgesendet wurde, umSkrzynccki zu einer Schlacht zu bewegen und wenn der General sich weigernsollte, im Namen des Reichstags ihn seiner Stelle zu entsetzen. Es gehörte großerPatriotismus dazu, dem Sieger von Dobre, Wawre und Iganie gegenüber, einenso schwierigen Austrag mit Würde und zugleich auch mit Kraft zu vollziehen. Alsnach der Schreckensnacht des 15. Aug. 1831 Krukowiecki von dem Reichstagefast dilatorische Gewalt erhielt, verließ O. lieber die Versammlung, als daß er diePlane eines Ehrgeizigen hätte unterstützen mögen, weshalb er am 23. Aug. seineEntlassung nehmen mußte, wobei er jedoch bat, im Heere angestellt zu werden.Das große Drama nahte seinem Ende. O. diente am 6. und 7. Sept. als gemei-ner Soldat auf Warschau's Wällen und verließ diesen Posten nur, um in demSaale der Reichstagsmitglieder für Kampf auf Tod und Leben zu stimmen. Hiertraf ihn Pwndszpnskk, der im Austrage Krukowiecki's die Unmöglichkeit, einen so