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tert werden mochte. Im März j 830 erfolgte indeß eine theilweise Aufkündigung derStaatsschulo und es wurde den Inhabern fünfprocentiger Staatspapiere, welchedieselben gegen neue vierprocentige auswechseln wollten, der Vortheil gewahrt,ihre Schuldscheine von 100 auf 104 Gulden zu erhöhen. Die erwähnte Anlechevon 20 Millionen mochte damit in Verbindung stehen. Die Regierung denutztedie durch des Landes Lage gegebenen Vortheile zur Erweiterung des Seehandels,dem durch die östreichischen Besitzungen am adriatischen Meere seine Richtung nachSüden angewiesen war. Die Handelsmarine ward auf ungefähr 1000 Schiffeangeschlagen, welchen die dalmatische Küste gute Matrosen liefert. Der Verkehrin Trieft hob sich nach dem Kriege zwischen Rußland und der Türkei, und die Er-öffnung des Freihafens zu Venedig am 1. Febr. 1830 schien der alten Handelsstadtneues Leben zu versprechen. Der Handel auf der Donau dagegen hat seit demFrieden von Adrianopel durch die am schwarzen Meere wohnenden griechischen undrussischen Kaufleute schon seit 1829 gelitten, und es drohen noch größere Verluste,da die Mündung jenes Stroms, deren Besitz seit der Erwerbung Ungarns und Sie-benbürgens das Ziel der östreichischen Politik sein mußte, ihm verloren ist. Die Re-gierung öffnete dem Verkehr überall neue Verbindungen durch Anlegung und Ver-besserung von Straßen, durch Vervollkommnung des Postwesens. Die von Privat-personen seit 1827 auf Actien angelegte Eisenbahn zur Verbindung der Moldaumit der Donau, eines der rühmlichsten Zeugnisse des Fortschritts der östreichischenNationalindustrie, wurde 1830 von Budweis bis Lest südlich von Freistadt ineiner Länge von 11^ Meilen vollendet und am 1. Jun. eröffnet. Sie wird vonLest bis Linz fortgesetzt werden, und dient schon jetzt nicht nur zur Fortschassungvon Salz, sondern auch von Kaufmannsgütern aller Art. Eine andere Eisendahnzwischen Prag und Pilsen wird seit 1828 angelegt. Im Febr. 1832 wurde dieFahrt auf der Moldau von dem Punkte, wo sie schiffbar wird, bis zum Ausflußin die Elbe und aufwärts aus diesem Strome dem Handel völlig freigegeben, undden zur Elbschissahrt berechtigten Schiffern zugleich das Recht ertheilt, auf derMoldau Frachthandel zu treiben. Der Verkehr zwischen Ungarn und den übrigenTheilen der Monarchie ist zwar noch nicht ganz von den Fesseln der alten Anord-nungen frei, welche Ungarn als Ausland behandelten und durch Zollstätten absperr-ten, doch sind dem Zwischenhandel in neuern Zeiten einige Erleichterungen ge-währt worden. Gegen die deutschen Nachbarlander blieb Ostreich ein geschlossenerHandelsstaat, der sich durch ein strenges Verbietungsystem schützte, ohne durchzahlreiche Zollwächter dem Schleichhandel, besonders an den Grenzen Böhmens,wehren zu können. Eine schon 1827 auf Actien gegründete östreichische Handels-gesellschaft hatte vorzüglich die Vermehrung des Absatzes vaterländischer Gewerb-erzeugnisse im Auge. Die Beförderung der Gewcrbsamkeit ist ein Lichtpunkt deröstreichischen Staatsverwaltung und sie hat sich vorzüglich in Böhmen (s. d.)gezeigt. Die Sorgfalt der Regierung, der patriotische Geist der Landstände, dieden Mangel einer constilutionnellen Wirksamkeit durch Stiftung und Pflege ge-meinnütziger Anstalten ersetzen, und die Betriebsamkeit eines fleißigen, gemeinst-:nigcn und gebildeten Volkes haben dort in neuerer Zeit die Gewcrbthäligkeit zueiner bedeutenden Höhe gehoben, und die seit 1828 eingeführten Gewerbausstel-lungen zu Prag zeigen die großen Fortschritte in der Veredelung der Naturproduktedes Landes durch Fabrikfleiß. Ein böhmischer Gewerbverein hat gleichfalls ange-fangen, anregend und bildend einzugreifen. Auch in andern Provinzen zeigte sichähnlicher Ausschwung der Betriebsamkeit in Ackerbau, Manufacturen und Handel.So hat in Mähren die Landwirthschaft durch Veredelung der Schafzucht in neuernZeilen ungemein gewonnen, und selbst in dem früher von der Regierung stiefmüt-terlich behandelten Ungarn haben die endlich gewährten Erleichterungen des Ver-kehrs die Industrie und den Handel gehoben, und besonders zum Seidenbau er-