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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
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ten Hoffnungen des Volkes und die Auchtlosigkeit der papstlichen Soldaten erregthatten. Die Besetzung von Ancona durch die Franzosen im Febr. machte die Ver-hältnisse noch verwickelter, und führte zu vielfachen diplomatischen Verhandlungenmit der papstlichen Regierung, an welchen Ostreich in Verbindung mit Frankreich,Preußen, Rußland und England Antheil nahm, ohne daß der Austand des Landeseine feste Beruhigung erhalten hätte. Die Unruhen, die seit dem Herbste 1830in mehren deutschen Staaten ausbrachen und zur Umwandlung alter und morscherVerfassungsformen führten, der freie und mulhkge Geist, der in einigen deutschenStändeversammlungen gegen die Beschränkungen aus der Zeit der Reaction sich Herhob und feste Bürgschaften foderte, bewogen Ostreich zu kräftiger Einschreitung. BIm Einverstandniß mit Preußen benutzte es theils den vorherrschenden Einfluß, den Pdie Verfassung des deutschen Bundes ihm verliehen hatte, den Beschlüssen von 1819 Mund 1820 zur Aufrechthaltung des monarchischen Princips,dem Deutschland HBnie ungestraft untreu werden darf", eine erweiterte Anwendung zu geben, theils«der auch seine Stellung als europäische Macht, um auf die Ansichten und Ent- ^schließungen einzelner deutschen Fürsten einzuwirken. Die übrigen Verhandlungen d»Ostreichs mit andern Staaten bezogen sich meist auf seine innern Verhaltnisse. ^Der Zwist mit Marokko wurde durch den am 2. Febr. 1830 zu Gibraltar geschlos- b<senen Frieden geschlichtet, in welchem der Sultan sich verpflichtete, das 1828 weg- ^genommene östreichische Fahrzeug in segelfertigem Stande zurückzugeben und den m.Handelsvertrag von 1805 zu beobachten. Mit Großbritannien war bereits im ADer. 1829 ein Schiffahrtsvertrag abgeschlossen worden, nach welchem östreichischeSchiffe in den großbritannischen und irländischen Häfen keinen höhern Abgabenunterworfen sein sollten als britische, während diesen gleiche Vorrechte in denöstreichischen Häfen gewährt wurden, und selbst in Hinsicht des Handels nach Ost-indien ward Ostreich den begünstigtsten Nationen gleichgestellt; nur ihre Besitzun-gen im mittelländischen Meere wollten die Briten, nach den Grundsätzen ihrer'volitik in Beziehung auf den levantischen Handel, den Ostrcichern nicht öffnen.Ähnliche Verträge mit den Vereinigten Staaten, mit Preußen und Schweden ge-wahrten dem Handel Ostreichs Begünstigungen in den Häfen jener Staaten.

Beharrlich wie die östreichische Regierung in Beziehung aus die Verhaltnissedes äußern Staatslebens die oben bezeichnete Richtung verfolgt, bemüht sie sich,die Entwickelung der materiellen Kräfte des Staats zu befördern, und theils selbst-lhatig einzugreifen, theils der Betriebsamkeit des Volkes freien Spielraum zu ge-ben. Dieser Sorgfalt mag es zunächst zuzuschreiben sein, daß in einer Zeit großerAufregung, und selbst bei mancher drückenden Belastung, die aus den Formen derVerfassung und der Verwaltung hervorging, die Ruhe des Landes nicht gestörtwurde. Was 1831 in Ungarn (s. d.) geschah, war nur eine vorübergehende,durch die Maßregeln gegen die Eholera veranlaßt? Störung, so viel Gährungs-stoff grade dort vorhanden war, wie die kraftige, nicht ohne Mühe beruhigte Op«Position auf dem Reichstage von 1830 verrieth. Im Staatshaushalt wurde das'Anleihesystem fortdauernd befolgt; und in den Iahren 1830, 1831 und 1833machte die Regierung vier Anleihen von 20, 36, 50 und 40 Millionen Gulden,die theils durch die Rüstungen in Italien, theils durch die kostbaren und frucht-losen Abwehranstalten gegen die Cholera waren veranlaßt worden. Hatten die po-lirischen Ereignisse auf die nachtheiligen Schwankungen des Marktpreises der!Staatspapiere Einfluß, so lag die Schuld nicht minder an der Scheu vor einer !Veröffentlichung des Staatshaushalts, die bei einem so künstlichen Finanzsystem !doppelt nothwendig war und durch den 1829 bekannt gemachten Bericht über diegünstigen Ergebnisse des Tilgungsfonds nicht ersetzt werden konnte. Eine offene undvollständige Darlegung würde jenen Einfluß vermindert und das Vertrauen erhöhthaben, das durch die Erinnerung an frühere Finanzunternehmungen wol erschül-