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Dritter Band (1833) M bis R
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364
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364 Ostreich

Landerverein war nur das Haupt des Herrschers die Einheit, der sich daher vorAllen berufen fühlen mußte, das monarchische Princip und die Legitimität zu ver-sechten, und die alten Satzungen (unti<guue le^es) gegen die erträumten Consti-tutionen (conslitutiemes imnFinuriu?) zu schützen. Das Ereigniß, das Frank- ^reichs Austand umwandelte, und wie die Wortführer der Revolution sagten, dasJahr 1830 wieder an den großen Ausgangspunkt von 1789 knüpfen sollte, dieseErschütterung störte Ostreichs politische Kreise kaum im Augenblick der ersten Uber- «Mraschung. Die Sorgfalt, welche die Regierung denjenigen Zweigen der innern ^Verwaltung zuwendete, die Hebel ihres politischen Systems waren, hatte sie schonvor jenem Ereignisse auch der Einrichtung des Heers gewidmet, und die Stim-mung der Völker Italiens kennend und berechnend, bereits alle italienischen Na-tionalregimenter in entfernte Provinzen der Monarchie verlegt, sodaß zu Ansang ^des Jahrs 1830 nur drei italienische Regimenter in der Lombardei standen, die ^andern aber in Ungarn, Kärnthen, Steiermark und Dalmatien lagen, währenddie italienischen Provinzen von Ungarn und Deutschen besetzt waren. Diese ver-wundbare Seite faßte die Regierung gleich nach der Juliusrevolution ins Auge,und verstärkte die Kriegsmacht in Italien, zumal da die Bewegungen in Frank- ^reich bereits in der Nomagna und in Savoyen beunruhigende Sympathien erweckthatten. Schon im Aug. 1830 wurden Rüstungen angeordnet, im Einklang mitahnlichen Maßregeln, die Preußen und Rußland nahmen. Gebot die Vorsicht,eine solche Stellung einzunehmen, so war doch die östreichische Politik zu besonnen,drohend aufzutreten und die kriegslustige Partei in Frankreich in der Zeit der erstenBegeisterung zu reizen, da die neu gegründete Regierung einem solchen Anstoßhätte folgen müssen. Zögern bei fortgesetzten Rüstungen schien zum Ziele führenzu rönnen. Nachdem England mit dem neuen französischen Herrscherstamm, derdurch die Anerkennung des bisherigen völkerrechtlichen Zustandes ein Unterpfanddes Friedens gegeben hatte, in Verbindung getreten war, nahm zunächst OstreichLudwig Philipp's Gesandten an und die dreifarbige Flagge ward in den östreichi-schen Hafen zugelassen. Die belgische Revolution machte Europas Verhältnissenoch verwickelter, da sie die durch die Verträge von 1814 und 1815 gegründetenpolitischen Verhältnisse unmittelbar bedrohte. So gefährlich aber für alle europäi-schen Mächte ein Krieg war, der Alles, was man mühsam befestigt zu habenglaubte, noch einmal zu erschüttern drohte, zumal da widerstrebende politischeGrundsätze, die sich schroff entgegen standen, furchtbare Waffen liefern konnten, sowar er es besonders für Ostreich, dessen Staatscredit keine sichere Grundlage hatte.Die Besorgnisse, die auch nach der Anerkennung des Königs der Franzosen, beiRußlands drohender Stellung, nicht sogleich beruhigt wurden, riefen im Oct. einegefährliche Krisis im Stande der Staatspapiere hervor, auf welche Ostreichs Fi-nanzsystem sich stützt, und nur die amtlichen Versicherungen über die Fortdauerdes Friedens konnten den tiefern Fall derselben aufhalten. Ostreich suchte, wiezwei Jahre früher vor dem Ausbruche des Kriegs zwischen Rußland und der Tür-kei, den Frieden zu erhalten und scheint Rußlands Auffoderungen widerstandenzu haben, aber vielleicht wäre dennoch das Schwert nicht in der Scheide geblieben,wenn nicht der Sturz des Toryministeriums in England und endlich der Ausstandin Warschau einen allgemeinen Kampf abgewendet hätten. Ostreich nahm mitFrankreich, England, Preußen und Rußland thätigen Antheil an den Verhandlun-gen zur friedlichen Ausgleichung der durch die belgische Revolution gestörten Ver-hältnisse (s. Londoner E onferenzen), und schloß sich, je enger die Verbin-dung zwischen England und Frankreichavurde, im Lauf der Unterhandlungen denAnsichten Rußlands und Preußens an. Wahrer d Rußland zur Unterdrückungd>'s Äufstandes in Polen seine Kräfte anstrengte, ward Ostreich durch den Aufstandb.unruhigt, der nach einer dumpfen Gahrung endlich im Febr. 1831 in Modena,