Ostreich 363
lisation gewirkt. Seit 1830 sind durch Ausschüsse des Parlaments die Verhalt-^ ni'sse der ostindischen Compagnie untersucht und von der Regierung Verhandlun-gm mir den Direktoren angeknüpft worden. Die Grundlagen des neuen Verfas-^ sungsgesetzes, das jetzt vom Parlament berathen wird, reißen die Schranken nie-der. Die ostindische Compagnie soll den Überrest ihres Alleinhandels aufgeben,vnd der Verkehr mit allen Häfen Chinas allen Briten gestattet sein; sie soll dieWz Verwaltung der britischen Besitzungen in Indien behalten, aber die freie und un-beschrankte Zulassung der Europäer in Indien ausgesprochen werden. Diese Frei-l b?ch,^ heit der Ansiedelung wird der Keim werden, aus welchem Indiens künstige Schick-k Bwtz sale sich entwickeln. Die Handelsfreiheit öffnet dem Welthandel neue Wege.Cochinchina, Tunkin, Siam haben treffliche Häfen, und selbst die argwöhnischenJapaner werden freie Kaufleute von ihren Küsten nicht immer zurückweisen. DieErfahrungen, welche früher schon die amerikanischen Chinafahrer über die Leich-tigkeit der Eröffnung eines unmittelbaren Handels mir allen Küsten Chinas ge-wicht haben*), sind durch eine neuere von Kanton aus unternommene Küstcn-fahrt bestätigt worden. Wahrend dort nun neue reiche Märkte die europäische Ge-^ werbsamkeit anlocken, haben die Briten bereits in den letzten Jahren, selbst beiW,) beschränkter Freiheit, ihre Handelsverbindungen auf der Ostseite Indiens in dem5, Gebiete der Birmanen ausgedehnt und mit den Chinesen, welche die Märkte die-^ sie Gegenden in großen Karavanen besuchen, einen neuen Verkehr angeknüpft.
Die günstigen Aussichten, die sich gleichzeitig dem britischen Handel nach Mitcel-^ ^ . asien auf den Straßen über Kabul nach Balkh und Bokhara und über Bukhur^ ^ am Indus nach Schekapur und Kandahar geöffnet haben; die sicherer und leben-^ diger gewordene Handelsstraße aus Indien nach Buschir und Basra; der Plan,' große Niederlagen von europäischen Waaren in Trebisond und Erzerum zu bilden:all dies verspricht dem Handel mit dem Morgenlande, der bisher noch in der Kind-heit lag, einen höhern Aufschwung und durch ihn der alten Wiege der Bildung^ das Licht neuer Gesittung.
^ Ostreich. Ist beharrliches Streben nach einem festen Ziele, nach ei-nem mit klarem Bewußtsein aufgefaßten Zwecke, ist eine kluge, wenigstens vomStandpunkte der Gegenwart klug scheinende Wahl der Mittel zur Erreichung des-silben, auch in der Politik etwas Löbliches, wie man Jeden loben muß, der be-stimmt weiß, was er will, so hat man von Ostreich zu rühmen, daß es von demWege, den es seit 1815 in Beziehung auf die Angelegenheiten Europas, wieauf die Leitung des innern Staatslebens, verfolgt, auch in der neuesten Zeit nicht. ) abgewichen ist. Wie man früher von dem „glücklichen Ostreich" sprüchwörtlich^. ^gte, daß es durch Heirathen gewinne, während Andere Kriege führen, so hat es^jetzt die sichere Stellung und den weitgreifenden Einfluß im europaischen Staaten-^ , verein seiner Unterhandlungskunst und einer klugen Benutzung der Umstände zu' s) verdanken, und auch durch diese Politik, welche selbst wo sie nachgiebig, umsichtig,leise austritt, weder ihre Würde verleugnet noch ihr Ziel aus dem Auge verliert,' s , hat es oft die Braut heimgeführt. Jede Bewegung, die von unten herauf, ausM dem herangebildeten Volksgeiste, aus dem Bedürfniß einer festen, die Volksrechteverbürgenden Gestaltung des gesellschaftlichen Zustandes gegen das Bestehende undW ^herkömmliche im Staatsleben aufwogt, zunächst von semen Grenzen abzuhal-ten, aber auch überall, wo sie im Bereich seines Einflusses sich zeigte, kräftig nie-^ derzudrücken, war die Aufgabe Ostreichs, das als ein Aggregat von verschiedenenLandern und Volkstämmen, ohne Gemeinsames in Sitten, Cultur und Verfas-sung, nur durch ein lockeres Band zusammengehalten war. In einem solchen
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") S. „R,e;>ort krom, »nll minutes vk evillenee tnloen betöre, tbe seleet eonimit-v tees vt tbe ttouss et b-ortls null 0omili»N5, on tbe nll'cürs vk tbe Lsstl'p (London 1830).