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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
362
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362 Ostindisch-chinesischer Handel und ostindische Compagnie

frei. Er gibt ihm eine bestimmte Summe für die Bürgschaft, und kauft gewöhn-lich auch Waaren von ihm, ohne jedoch in dem Handel mit andern Hongkaufleu-ten, die keine Versicherung übernommen haben, oder selbst mit andern Kaufleutenbeschränkt zu sein. Die ostindische Compagnie handelte blo« mit den Hongkauf-leuten. Die Factorei theilte ihre Geschäfte unter sämmtliche Hongkaufleute inKanton, die davon einen ansehnlichen Gewinn zogen. Die Beamten der Factoreihatten daher einen bedeutenden Einfluß aufdie Hongkaufleute, den sie dazu benutzten,ihre Nebenbuhler, die Amerikaner, zu verdrängen. Sie reizten jene Kauf-leute, den Vicekönig um ein Verbot des Verkehrs der Amerikaner mit Privatkaus-leuren dringend zu bitten. Das Verbot erfolgte, ward aber nicht beachtet, undder Handel nahm wieder seinen alten Gang. Die Zerwürfnisse der Beamten derostindischen Compagnie mit den chinesischen Behörden in Kanton, welche die gänz-liche Zerstörung der britischen Factorei am 12. Mai 1831 herbeiführten, mochtenihren Grund hauptsächlich in dem Umstände haben, daß die Compagnie viel vonihrem ehemaligen Ansehen bei den Chinesen verloren hatte, da diesen der Verfallder Handelsmacht nicht entgangen war, und wie Gram in seiner Rede am 13.Iun darthat, erwarteten sie schon 1831 die nahe Auslösung der Compagnie. Nachder Angabe, die Lord Lansdowne im Oberhause am 5 Jul. 1833 mittheilte,war der Handel der Compagnie nach China bis 1832 von 5,846,000 auf3,691,688 Dollars gefallen, während sich der Handel der Vereinigten Staatenvon 2,57?,500 auf 30,50,937 Dollars gehoben hatte.Wenn man den Durch-schnitt von drei Perioden, jede zu fünf Jahren annimmt", sagte Grant inseiner Rede,so ergibt sich, daß am Ende der ersten die Compagnie mn demchinesischen Handel einen Gewinn von 1,500,000, am Ende der zweiten einenNutzen von 830,000, und am Ende der dritten nur noch einen Gewinn von565,000 Pfund Sterling hatte." Bei solchem Verfall war es der Compagnienoch weniger als früher möglich, den indischen Handel in dem Umfange zu treiben,in welchem er geführt werden könnte, und den Verkehr für das Mutterland ge-winnreich zu machen. Seit 140 Jahren hatte die Compagnie die Markte der aus-gedehnten Länder östlich von Malakka besucht, und am Ende dieser Zeit wurde1828 der Gesammtbetrag ihrer Aussuhr von Erzeugnissen des britischen Gewerb-fleißes nur auf 750,000 Pfund Sterling angeschlagen. Von dieser Summe ka-men ungefähr 500,000 Pfund Sterling auf die Einsuhr nach China; da aber derEinkauspreis des Thees sich weit höher belief, so wurde der Mehrbedarf durch in-dische Baumwolle gedeckt. Der Handel zwischen Indien und China, der gleich-falls zu dem Monopol der Compagnie gehörte, war auch mit Verlust verbunden.Privatkaufleute durften ohne Erlaubniß der Compagnie nie Schiffe von Kalkuttaoder Bombay nach China senden. Es ist unter den Chinesen viel Begehr nachBaumwolle und Opium aus Indien, und es könnte ein bedeutender Handel damitgetrieben werden, wenn die Kaufleute eine Rückladung finden könnten. Die Com-pagnie aber erlaubt ihnen nicht, Thee zu holen, ausgenommen den unbedeutendenBedarf für Hindostan, und es bleibt ihnen kein anderes Mittel, Zahlung zu erhal-ten, als daß sie heimlich Silber aus China ausführen oder den Erlös aus ihrenWaaren in den Schatz der Compagnie zu Kanton legen und dafür, meist unterungünstigen Bedingungen, Wechsel auf Indien annehmen. Gewöhnlich gehenihre Schisse mit Ballast zurück. Die verbotene Einfuhr des Opiums nach Chinaist sehr bedeutend, aber die Compagnie selbst treibt diesen Schleichhandel nicht,wiewol sie das Opium, das sie wohlfeil kauft, den Schmugglern liefert.

So wirken Monopole; sie engen ein, was bei freiem Verkehr zu den brei-testen und tiefsten Kanälen werden könnte. So bedeutend aber die positiven Übeldes Monopols sind, die Ausschließung hat doch noch weit nachtheiliger für die Zu-kunft durch Verhinderung des Guten, durch Hemmung des Fortschritts der Cwi-