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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
359
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Ostlndisch-chinesischer Handel und ostindische Compagnie 359

?r-mce) gewonnene Zucker ist dem westindischen gleichgestellt worden, doch ist dieseUngleichheit der Abgaben nicht die einzige Hauptursache des Stillstandes der Zuckerfa-brikation in den Besitzungen der oftindischen Compagnie, wo Boden und Klima demAnbau so günstig sind, sondern weit mehr die in dem bisherigen System begründeteAusschließung der Geschicklichkeit und des Capitals der Europäer. *)

Der Verkehr der Compagnie mit den Anbauern und Manufacturisten inihren Besitzungen ist nicht auf freie Gegenseitigkeit gegründet. Es wurde seitherstrenge darauf gesehen, britische Schleichhändler (mterlopers) von dem Binnen-handel auszuschließen, und die Compagnie übte gegen sie das ihr ertheilte Recht,sie nach England zurückzuschicken. In allen ansehnlichen indischen Städten sindHandelsresidenten angestellt, welche die Ankäufe zwischen der Regierung und denAckerbauern und Manufacturisten vermitteln. Ihr Wink gilt als Befehl, undPrivatkaufleute können um so weniger mit ihnen in Mitbewerbung treten, da dieDiener der Compagnie olt ermächtigt sind, um jeden Preis zu kaufen. Ein Bei-spiel möge beweisen, welchen Verlusten die Compagnie sich oft aussetzt. DieBaumwolle war 1826 wohlfeil in Kalkutta, die Compagnie aber ließ ihren drin-genden Bedarf für den chinesischen Handel 66 Meilen weiter einkaufen, und alsdie Waare in Kalkutta ankam, war sie schon um 87 Procent theurer als dort.Der indische Manufacturist war seither bei dem Mangel an Capital und bei demEinflüsse der Residenten in steter Knechtschaft. Die ganze Industrie der Einge-borenen stand unter der Leitung der Machthaber und wurde meist und oft unregel-mäßig durch Vorschüsse aus den öffentlichen Kassen unterstützt, aber Mitbewer-bung, die Seele des Handels, fehlte der schwächlichen Pflanze. Grade das Han-delsproduct, welches unter der Pflege europäischer Betriebsamkeit von der Einmi-schung der Regierung am meisten befreit blieb, der Indigo, ist zu hoher Ein-träglichkeit gestiegen und so sehr vervollkommt worden, daß er den südamerikani-schen immer mehr von den Märkten verdrängt. Der ehemalige unbedeutendeAusfuhrbetrag von 245,666 ist seit 1786 auf 12,666,666 Pfund gestiegen.Weit weniger hat sich der Anbau der Baumwolle gehoben, die auch nicht in glei-chem Grade mit dem Indigo an Vollkommenheit gewonnen hat. Das geringebritische Capital, das seither dem indischen Ackerbau gewidmet war, konnte mirgrößerm Vortheil auf den Indigo als auf die Baumwolle gewendet werden. Dereingeborene Pflanzer denkt nicht daran die groben Abarten durch feine zu ersetzenund ebenso sehr fehlt es an Maschinen zum Reinigen und Packen der Waare.Alles, was zur Förderung des Baumwollenhandels geschieht, verdankt man euro-päischer Betriebsamkeit, da hauptsächlich einige in Indien zerstreut lebende gedul-dete Europäer sich damit beschäftigen, die Baumwolle einzusammeln und sie ausdem Binnenlande nach den Seehäfen fortzuschaffen, wo sie gereinigt wird; dochsind die Briten von diesem Verkehr im Allgemeinen ausgeschlossen. Die Ausfuhrder rohen Baumwolle ist zwar seit 1814 auch nicht unbedeutend gestiegen, hataber auf den europäischen Markten nicht mit der amerikanischen wetteifern können,und zu den 266,666,666 Pfund, die Großbritannien jahrlich verbraucht, hatOstindien seither höchstens 18,666,666 beigetragen, während Ägypten, wo derBanmwollenanbau erst vor 12 Jahren begonnen hat, schon 6,666,666 Pfunddazu liefert. Die ostindische Compagnie brauchte in dem letzten Iahrzehend zuihrem Handel ungefähr 46 große Schisse. Nur ein geringer Theil derselben istEigenthum der Compagnie, die meisten sind befrachtete Schiffe, und die etgen-thümliche Verkehrtheit des monopolistischen Schleuderhaudels zeigte sich auch indem Umstände, daß die Compagnie eine weit höhere Fracht bezahlte als Privat-kaufleute. Die eignen großen Schisse der Compagnie, die zu den schönsten der dri-

*) S. Crawfurd'sView', das über diesen und andere Gegenstande der ostin-dischcn Handclsstaristik interessante Nachrichten gibt.