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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
358
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358 Ostindisch-chinesischer Handel und ostindische Compagnie

Die Compagnie setzte dem Antrage, den indischen Handel allen Britenvom Apr. 1814 an frei zu geben, einen lebhasten Widerstand entgegen undwurde von ihren Verfechtern nn Parlament so eifrig unterstützt, oaß es ihr ge-lang, die den Privatkaufleuten gewahrte Handelsfreiheit an manche beschränkendeBedingung zu knüpfen. Niemand sollte nach Indien gehen dürfen, um dort zuwohnen oder Handel zu treiben, ohne Erlaubniß der Compagnie, und diese Er-laubniß wurde seitdem nicht immer und nur als besondere Gunst gewahrt. Kei-nem Kaufmann sollte gestattet sein, Schisse unter 350 Tonnen Last auszurüsten,und erst spater wurde diese lastige Bedingung aufgehoben. Die britischen Kauf-leute durften nur mit den Präsidentschaften Madras, Bombay und Kalkutta unddem Hafen Penang einen unmittelbaren Handel treiben, waren jedoch ohne aus-drückliche Erlaubniß der Compagnie oder des öoarst oscoutrol von dem Binnenhan-del in Indien, vom chinesischen Handel aber gänzlich ausgeschlossen. Selbst diesebeschränkte Freiheit brachte erfreuliche Früchte. Die Wortführer der Compagniehatten vor 1813 oft wiederholt, der indische Ausfuhr- und Einfuhrhandel sei aufdas Höchste gebracht worden, aber diese Behauptung wurde bald durch die Tharwiderlegt, und wie es sich früher ergeben hatte, zeigte es sich auch seitdem wieder,daß die Compagnie weichen mußte, wo Mitbewerber thätig sein konnten. Schonim ersten Jahre des Freihandels stieg die britische Ausfuhr nach Indien, hob sichdurch die rege Betriebsamkeit von Privatkaufleuten 1828 auf 5,212,353 PfundSterling, und 1831 belief sich der Werth des Aussuhrhandels nach Indien undChina auf6,162,128 Pfund Sterling. Dabei sankder unmittelbare Ausfuhrhandelder ostindischen Compagnie immer und betrug nur ungefähr ein Zehnrheil jenerSumme, mit Ausschluß des von der Compagnie nach Indien ausgeführten Kriegs-bedarfs. Vorzüglich hat sich seit 1814 die Ausfuhr der britischen Baumwoll-waaren gehoben. In jenem Jahre wurden davon durch die Compagnie für16,252, von Privatkaufleuten für 74,673 Pfund St., 1828 aber überhaupt für2,049,890 Pf. St ausgeführt, und die Ausfuhr ist seitdem fortwährend gestiegen.Den Vertrieb der wollenen Waaren nach China hat die ostindische Compagnie alseinen Theil ihres Monopols behalten, um den übrigen Verkehr mit den Chinesennicht stören zu lassen; aber die Monopolisten führten nicht mehr als etwa vier Ar-ten von wollenen Waaren aus, während die Freihändler viele andere Waaren die-ser Art über das Vorgebirge der guten Hoffnung hinausbringen, die wol nie die-sen Weg gefunden haben würden, wenn nicht die Compagnie einen Theil ihrerVorrechte hätte aufgeben müssen. Metalle waren früher nie nach Indien ausge-führt worden und kamen in den Handel, sobald die Fesseln gelöst waren. DieZunahme des Begehrs nach britischen Manufacturwaaren in Indien kann keines-wegs von einem erhöhten Bedarf der europäischen Ansiedler hergeleitet werden, dasich die Zahl derselben nicht bedeutend verändert, sondern nur von dem vermehrtenVerbrauch unter den Eingeborenen. Dieses günstige Verhältniß wird zunehmen,da Indien für die wichtigsten Einfuhrartikel einen leichten Absatz darbietet, vieleeinheimische Waaren von schlechter Beschaffenheit sind, und an Capital und technischen Kenntnissen Mangel ist. Die Aussuhr aus Indien und China nach Groß-britannien hielt sich seit 1814 hinsichtlich der auf die ostindische Compagnie undauf den Freihandel fallenden Antheile fast das Gleichgewicht, was auf Rechnungdes der Compagnie noch zustehenden bedeutenden Monopols kam, und betrug1829 für diese 5,576,905 und für die Privatkaufleute 5,613,671 Pfund Ster-ling. Dem Handel mit indischen Producten waren außer dem Monopol seitherzum Theil auch die hohen Eingangszölle nachtheilig, die auf mehren Waaren la-steten, wie die Zusatzabgabe auf den Kaffee und die zum Vortheil der westindischenColonien auf den ostindifchen Zucker gelegte Last einer den gewöhnlichen Zoll um10 Procent übersteigenden Abgabe. Nur der auf der Insel Mauritius (l«1e cke