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Ostindlsch.'chinesischer Handel und ostmdische Compagnie 357
Aussicht erhalten, die Früchte europaischer Civilifation zu gewinnen, so habenauch erst die Schranken verderblicher Ausschließung fallen mi ssen, ehe sich derBetriebsamkeit des Mutterlandes dort ein weiter Markt offnen konnte. WasAdam Smith sagte, hat die Erfahrung eines halben Jahrhunderts gerechtfertigt,daß durch das Handelsmonopol der ostindischen Compagnie den übrigen Staats-bürgern eine doppelte Besteuerung ausgelegt werde, erstens durch die hohen Preiseder Waaren, die ein freier Handel wohlfeiler herbeischaffen würde, und zweitensdurch die Ausschließung von jedem Handelszweige, den Andere angemessener undvettheilhafter leiten könnten: eine Besteuerung, die blos darum gestattet werde,die Compagnie in Stand zu setzen, die Nachlässigkeit, die Verschwendung undVerschleuderung ihrer Diener zu unterstützen. Es ist sehr zu bezweifeln, ob derindische Handel, mit Ausschluß des für sich betrachteten chinesischen Handelsver-kehrs, der ostindischen Compagnie seit 1793 im Ganzen wirklichen Vortheil ge-bracht habe. Robert Richards, der lange in Indien lebte und seit seiner Rückkehreinem der ersten Handelshauser in London vorstand, unterwarf die dem Parlamentvon der Compa-gnie 1813 vorgelegten Rechnungen einer sorgfaltigen Prüfung, unddas Ergebniß seiner Untersuchung war, daß, mit Einschluß der Bezahlung derDividenden, die Compagnie seit 1793 bei ihren Handelsunternehmungen imGanzen verloren hatte, daß sie wegen dieses Verlustes die Dividende nicht ohneHülfe ihrer inoifchen Territorialeinkünfte hatte bezahlen können, und daß dieseEinkünfte zur Deckung aller darauf angewiesenen sogenannten politischen Aus-gaben ausretchend gewesen waren, folglich die Zunahme der Schulden der Com-pagnie allein aus den bei dem Handel erlittenen Verlusten hervorgegangen war. *)Selbst die Wortführer der Compagnie leugneten nicht, daß der Aussuhrhandelnach Indien und China im Ganzen oder auf die Dauer nie Vortheil gebracht habe,und sie führen an, daß die Compagnie, wahrend sie im vollen Besch ihres Vor-rechts war, zum Theil auch darum jenen Handel geführt und fortgesetzt habe, umSchiffe zu beschäftigen, die sonst nichts eingebracht haben würden. **) Der Han-del aus Indien nach Großbritannien, mit Ausschluß des Theehandels, war ebensowenig vortheilhast. Nach Richards verlor die Compagnie dabei und konnte un-geachtet eines bedeutenden Gewinns bei dem Verkaufe der von ihr eingeführtenArtikel, Thee, Nanking, Seide, doch nicht die Kosten und Verluste decken, welchemit der Fortschaffung dieser Waaren auf den londoner Markt verbunden waren.Es war nur eine Seite der Sache, daß Privatkaufleute hatten gedeihen könnenbei der Halste des Gewinns, welchen die Compagnie nach ihrem Monopol vonihren Einfuhrartikeln zog, ohne daß sie doch dadurch in den Stand gesetzt wordenwäre, eine Schuldenlast von 30,000,000 abzuwälzen ***); auch für die Gesammt-heit war es nachtheilig, daß Waaren, die wohlfeiler hatten eingeführt werden kön-nen, höhere Preise hatten, indem dadurch der Verbrauch und der allgemeine Han-delsverkehr vermindert wurden. Aus den dem Parlament vorgelegten Schriftenging hervor, daß der Werth aller nach Indien ausgeführten britischen Waaren,die Ausfuhr nach China abgerechnet, vor 1813 jahrlich nur 1,WO,WO PfundSterling betrug. So unbedeutend war der Handel Großbritanniens mit einemGebiete, das über 100,000,000 fleißiger Bewohner zählte, und selbst dieser unbe-deutende Handel brachte Denjenigen, die ihn führten, keinen Gewinn.
*) G. ,,8peeoll<?8 ok Hub. Hiuleards Lsg. in tbv Hau»« vk Lununons on tbo»llciirs «k Iridis,", ein Werk, das über die Wirkungen d>.s Hände smonopo's d rostindischen Compagnie belehrende Aufschlüsse gibt.
'*) S. Sr.-Geo>, ge Tucker, „ä. revisw ok tk« knsneial Situation ok tlre Lastlodia Oomp-.N)' in 13 (London 1326)
Die Angaben üLr den Betrag der Schulden sind abweichend. Nach den neue-sten beträgt die Tesammtschnld 30,771,092 Pfm d Sterling, wovon 22 913 930 altOueopäcr, 7,330,102 an Eingeborene m Zndien zu zahlen sind.
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