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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
356
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356 Ostindisch-chinesischer Handel und ostindische Eompagnie

Erfahrung, daß grade die Landschaften, wo die meisten Europäer wohnen, diegewerbfleißigsten und wohlhabendsten sind. Ihrer Betriebsamkeit allein verdanktIndien einen der wichtigsten Ausfuhrartikel, den Indigo. Um 1785 benutzen einigeBriten Ländereien bei Benares zum Jndigobau, aber die Behörden widersetzten sich,und der Versuch wurde vereitelt. Als aber spater die Beschrankung der Feldbe-nutzung zu diesem Anbau aufgehoben wurde, fand das Beispiel Nachahmung,und jetzt gibt es 300 von Europaern geleitete Fabriken, deren Ertrag 1828schon auf 4,000,000 Pfund Sterling berechnet ward. Auch das Verbot eu-ropaischer Ansiedelungen hat Vertheidiger gefunden, deren Gründe ihre Wur-zel in der eingestandenen Besorgniß, daß durch Ansiedelungen verderblicher Zwie-spalt zwischen den europaischen Herrschern und Beherrschten entstehen könnte,und in der heimlichen Furcht hatten, daß die fremden Ansiedler bald gefahr-liche und unfügsame Nebenbuhler auf den Märkten des Binnenlandes wer-den möchten, die den indischen Andauern bessere Preise bieten würden als dieEompagnie. Welches reiche Capital von Geldmitteln, Kenntnissen und Gewerb-lhätigkeit Indien durch diese lange Ausschließung nützlicher Ansiedler entbehrt hat,beweist die Thatsache, daß man Alles, was in neuem Zeiten für die Erhöhung derLandescullur geschehen ist, Europaern verdankt. Dem Generalgouverneur, Mar-quis von Hastings, gebührt der Ruhm, daß er Briten freigebig Erlaubniß zumAufenthalt ertheilt hat, was freilich dazu beitrug, ihn mit der Eompagnie in Un-frieden zu bringen; aber Lord Benrinck hat mit dreisterer Hand die alten Schran-ken zerbrochen, und seit 1820 den Grund zu einem Eolonisationsystem gelegt,indem er allen Europaern, die Land zum Anbau übernehmen wollten, die Ansiede-lung erleichterte. Die Unterdrückung der Preßfreiheit war eine andere Schutzwehrfür oie Machthaber. Lord Welleslev führte eine Censur ein, die unbequemen Zei-tungschreibec zu zügeln. Lord Hastings hob sie auf; aber er mußte dagegen einPreßgesetz geben, das ebenso wenig freie Bewegung gestattete, und unter Andern,verbot, Bemerkungen über die Verwaltung der indischen Angelegenheiten, auchnicht aus englischen Zeitungen abzudrucken. Jeder Drucker sollte eine Erlaubnißzum Druck einer Zeitung, einer Flugschrift oder irgend eines Buches lösen. Ver-weisung nach England blieb die Strafe für Übertretungen des Gesetzes. Mit ehr-licher Offenherzigkeit vertheidigte diese Beschrankung ein verständiger und oft frei-müthig radelnder Beamter der Eompagnie.In repräsentativen Regierun-gen", sagt er,ist die freie Presse Lebensbedingung und kann allein die Ausartungder Verfassung in leere Form verhüten. Wo aber alle Gewalt in der Vollziehungs-macht sich vereinigt, da ist die Preßfreiheit ein antagonistisches Princip, das aufdie Auflösung der administrativen Formen hinwirkt. vcstv sioftideo, muß derGrundsatz jeder Despotie sein; erörternde Prüfung und unbedingter Gehorsamsind unvereinbar." Auch der freien Mittheilung und Erörterung aber hat LordBenrinck die Bahn geöffnet, als er im Febr. 1829 durch eine öffentliche Bekannt-machung einlud, ihm Vorschläge zur Beförderung der Volksbetriebsamkeit, zurHeilung von Gebrechen in den bestehenden Einrichtungen, zur Verbreitung vonBildung und Kenntnissen, zur Erhöhung der Wohlfahrt des britischen Reichs inIndien mitzutheilen, und er richtete diese Auffoderung namentlich an alle Einge-borenen und alle Europäer in und außer dem Dienste der Eompagnie. Nur auf die-sem Wege, auf welchen die siegreiche Stimme der öffentlichen Meinung Englandslungedrängt hat, kann der schwere Vorwurf abgewälzt werden, die ostindischeEompagnie habe während der langen Dauer ihrer Herrschaft nichts gelhan, sich inder Verstttlichung und Erhebung bildsamer Völker ein Denkmal zu errichten.

Hat das große Landergebiet, das den britischen Waffen gehorcht, erst jetzt die

lett^r tu 8ie (Anwies l'urdes un tbe :,äu>i»>«tf<ttivi» ul inäiun »llsiis"(London 13L6).