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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
338
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ZZZ Orientalische Literatur

führen konnle. Seine Wander- und Reiseluft ging aus diesem Sinne und Cha-rakter ebenso sehr hervor, als sie hinwieder ihn förderte und bis zur hartnackigenSelbstbehauptung steigerte. Seine Wißbegier entsprach seiner Warme für Alles,was ein heiteres, menschliches, vernünftiges Dasein fördern und immer weiterver-breiten konnte. Wo er diesen Bezug nicht gewahrte, oder der durch die Weltge-setze bedingten Durchgangspunkte zu viele vor sich sah, da wähnte er seinenGlauben retten und die heilige Glut feines Gemüths wahren zu müssen; daher erden Dornenweg stätig und beharrlich fortschreitender Spekulationen verschmähteund alle Skepsis durchweg verwarf. Nur das für jenen Zweck Errungene, dieAusbeute freute ihn, und dieser spürte er überall nach. Daher er denn seine viel-faltigen Reisen treulich nützte, wie seine treu geführten Tagebücher bewiesen, welchein mehren Heften seiner Büchersammlung beigesellt, wenn sie mehr als ein schätz-bares Familienerbe und Andenken sein könnten, den beobachtenden Geist und daswohlwollende Gemüch des Tresslichen nur Heller für Freunde und Welt beleuchtenwürden. Dabei hatte er manche Lieblingsgegenstände, woran er seinen Scharf-sinn übte, z. B. die Physik der Sprache, deren Apercu er von seinem Lehrer undFreunde, dem unsterblichen Werner, überkommen hatte, welchem gemäß er dasDeutsche, als Ursprache, überall hervorhob, feinen Wurzeln und Grundwortennachgrub, und gelegentlich gern bittere Seitenblicke, besonders nach der französi-schen warf. Mitten in diplomatischen Beschäftigungen mit Merian in Parisfüllte dieser Gegenstand manche Stunde aus, und seine Tagebücherhefte enthaltenhierüber mancherlei Winke und manchen glücklichen divinatorischen Fund. Gesel-lig wie er war, gebildete, gemüthliche Kreise liebend, hatte er seinen Haushalt inKrebs wie in Gotha so eingerichtet, daß er bald, wenn es ihm Bedürfniß war,einige heitere und gebildete Freunde und Bekannte um sich sammeln und ihnen ei-nen fröhlichen Tag oder Abend bereiten konnte. Und hier war er der freundlichste,zuvorkommendste, der angelernten gewohnten sachsischen Förmlichkeit bald sich ein-schlagende Wirth, scherzhaft, neckend, brausend, freisinnig, offen, gemüthlich froh.Ein Fest im Jahre war seiner Mutter Geburtstag, den er, wenn daheim, nicht leichtohne umgebende Freunde beging, wobei er der Heimgegangenen mit froher, from-mer, in sanften Thranen sich lösender Rührung gedachte und nicht selten auf ein se-liges Wiedersehen, das zu seinen Glaubensartikeln gehörte, anstieß. Sein Eifer,dem Volke und Staate, dem er angehörte, das Glück zu schassen, das seine Liebeihnen gönnte, ward wol manchmal für unbequem und er selbst für einen sogenann-ten unruhigen Kopf angesprochen, um so mehr, da er sich unverhohlenes Unmuthsrasch zurückzog, wo sein verkannter redlicher Wille nicht durchdrang. Hatte eraber früher die Miswilligen, Bequemen und Selbstsüchtigen mit trotziger Verach-tung und redlicher Folgerichtigkeit aus seinem Gedächtniß gebannt, so schien dochgegen das Ende seines Lebens dieser Unmuth in seinen einsamen Stunden ihn öfterzu beschleichen und kaum durch seine Theilnahme an großen Weltbegcbenheitenwie an Stadt- und Familienereignissen überboten werden zu können. Daher dürfte,wer den Mann genauer kannte, auch von ihm sagen, daß er doch zur rechten Zeitstarb, wiefern der Todesengel ihn der Zeit entrückte, damit sie nicht die Schattendes Unmuths oder der Gleichgültigkeit für Wohl und Weh der Menschheit in seinliebeseliges lichtes Gemüth werfen möchte. ' (^)

Orientalische Literatur. Dieser Theil der philologischen Stu-dien ward in der neuesten Zeit fortwährend mit großem Eifer und in immergrößerer Ausdehnung und Gründlichkeit bearbeitet. Theils werden die Hülfsmit-rel zur Erlernung der orientalischen Sprachen, bestehend in Sprachlehren, Wörter-büchern, Chrestomathien, vermehrt und verbessert; theils werden wichtige orien-talische Schriftsteller, im Originaltext oder in Ubersetzungen, herausgegeben undzur Aufklärung der Geschichte und gesellschaftlichen Verhältnisse des Orients de-