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ein fertiges Viertel desselben ihn froh überraschte. So ward emsig fortgefahrenund am 7. Aug., als dem Jahrestage seiner Mutter, der mit Stiftungsurkundeund zeitbezüglichen Gegenstanden versehene und wohlverwahrte Grundstein zu der,Sophienanstalt genannten Schule mit einfach frommer Feierlichkeit gelegt, fürden Nachmittag und Abend die schulfähige Jugend zu landlicher Erfrischung, Spielenund Tanzen auf einer freien Gartenwiese eingeladen, das Haus noch in diesemÄhre unter Dach gebracht und im folgenden ausgebaut, do.'irt und ein Schulleh-m eingesetzt. Die Organisation des Innern blieb dem Jahre 1832, als seinembedungenen Entlassungsjahre vorbehalten, wozu bereits sein beruhender Freund,der ihn seit der Grundlegung nicht wieder gesehen hatte, eingeladen war, als derGründer am 11. Febr. Abends 8 Uhr, nach kurzem Unwohlsein, an den Folgeneiner durch Erkaltung verwirkten Milzentzündung zu Gotha zu höherer Thaiig-keit abgerufen ward. Am 15. ward er mit allen seinem Rang entsprechenden Feier-lichkeiten beerdigt und die Ruhestätte des Biedermanns mit einem vom ProfessorToll gefertigten, von Cvpressen umgebenen Denkmal bezeichnet. Ein schöner Nach-ruf folgte dem Todten in der „Gothaischen politischen Zeitung" (14. Febr. 1832),im „Allgemeinen Anzeiger und Nationalzeitung der Deutschen" (1832, Nr. 49)und in der „Sachsenzeitung" (1832, Nr. 72).
O- war, wie er sich einst selbst in traulicher Stunde und noch dazu im Zornenannte, ein Gemüthsmensch in dem wahren Sinne des Worts, das freilich wol dieSchlaffen und Flachen unserer Zeit gemisbraucht und dadurch bei den Kräftigem inMisachtung gebracht haben. Es soll aber damit gesagt sein, daß der Träger und Quell-punkt seinerJndividualität, oder seine höhere Persönlichkeit, eben das Bewußtsein sei-ner ewigen Natur war, welches sich mehr oder weniger in den Glauben versenkte undverinnerte. Dies war die Spannung seines Lebens, und alle Lichter und Schattendesselben waren durch diesen Grundton bedingt. Mit cholerischer Heftigkeit und Jah-heit nur vorwärts und weiter strebend, ergriff er Alles, was in Wissenschaft, Kunstund Gewerbe ihm und der Mitwelt die Summe vernünftiger und glücklicher Mo-mente mehren konnte, mehr zwar stoß- und sprungweise, aber doch in immer wie-derholten Angrissen, wie in kühnem Sturme, die Mitte der Sache erobernd, vonwo aus er wieder springend die Radien des Umkreises verfolgte. Dieser seiner Reg-samkeit konnten sich der Gegenstände, die er zu gewältigen suchte, nicht genug bie-ten ; mit ihrer Menge wuchs sein Eifer, der für den ruhigem Beobachter oft biszur komischen Unstätheit und Geschäftigkeit ging und ihn selbst wol nah an dieGrenze des Paradoxen führte, wo er sich mit fast fanatischer Glut behauptete, be-sonders wenn sein weltbürgerliches Wohlwollen nicht angesprochen ward, wieer denn lange z. B. Napoleon's Werke in seine Sammlung aufzunehmen sichweigerte, für die Homöopathie dagegen leidenschaftlich focht. Verletzte er dabeigelegentlich und unwillkürlich die Person eines Gegners, so vergütete er seineHeftigkeit, deren er sich bald bewußt ward, durch das überströmende Wohlwol-len des freundlichsten Herzens und seine sittliche Scheu ging dann bis zur Zagheit.Den Einverstandenen aber regte er an und leitete ihn, wie er denn auch im Staats-und Geschäftsleben, nach allen Seiten hin nah und fern vordringend, fähige Köpfevielmehr befeuerte und anwies, das Einzelne methodischer und in streng folgerech-ter«! Gange auszuarbeiten, als seine dem ungeduldig vordringenden Geiste zutrage und langsame eign? Hand es vermochte. Bei diesem lodernden Feuer aberkonnte er keine leblose träge Masse sehen, ohne ihr Leben und Gestalt zu geben undimmer wieder sie anfassend und gleichsam aus ihrer Trägheit aufschreckend und auf-störend, ruhte er nicht, bis er diesen Zweck erreicht sah. So hatte er ftine über30,000 Bände in allem Wissenswürdigen starke Bibliothek nach einem psychologi-schen Eintheilungsgrunde geordnet, eigenhändig katalogirt, und freute sich herzlich,wenn er Freunde durch die kreuzweise beleuchteten Bibliothekgassen als EiceroneKonv.-Lex. der neuesten Jeit und Literatur. III. ^2