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nutzte er die zur Rast auf den Gütern bestimmte Zwischenzeit zu Erbauung einesWohnhauses mit Büchersaal und einem Gärtchen an demselben in Krebs, welche1824 beendigt waren. Wie hier Alles seinen Sinn für Zweckmäßigkeit, Ordnung,Bequemlichkeit und geschmackvolle Zierlichkeit ohne Prunk aussprach, so verschö-nerte er auch das Dorf selbst, indem er die Anwege zu seinem Hause angenehmermachte durch steinerne Fassung von Wassergraben und Dümpeln, Böschungenund Abzüchte, Abweichung, Kiesfüttung und Schrittplatten vor dem Hause. Soverweilte er nun vorzüglich von 1826 an meistens den ganzen Frühling und Som-mer in Krebs, am liebsten, da er unverheirathet und doch gesellig und gastlich war,mit einem literarischen Freunde, den er einige Jahre früher in Leipzig kennen ge-lernt und so liebgewonnen hatte, daß er ihm bis an seinen Tod die herzlichste Freun-destreue und das freundschaftlichste Wohlwollen bewies. Dieser durfte von nunan nicht leicht bei seinen Sommerfreuden und Genüssen fehlen, und sobald die er-sten Lerchen stiegen, lud auch er ihn immer und immer wieder ein, bis es ihm ge-lang, ihn seinen Studien vom Jun. oder Jul. an bis Anfang Sept. zu ent-reißen. Alljährlich bis 1830 sahen sich die Freunde fröhlich wieder und unter trau-lichen Gesprächen über Welt und Welthändel, Literatur und Privatleben, in demschönen reichen Bücher- und Arbeitssaal, den Werner's Büste schmückte, oder beiTafel, allein oder auch mit einigen Bekannten und Freunden der Umgegend, odermit seinen in und um Krebs lebenden Verwandten, oder auf oft tagelangen Aus-flügen wol über Nach: in die schönen Naturumgebungen, verstrichen ihnen die Tageund Monate schneller als sie wünschten. Schon damals war es Lieblingsgegen-stand der Unterhaltung, seine Liebe zu seiner Mutter und zu dem armen Landvolk,das er durch Unterricht und Erziehung zu sittlicher, staatsbürgerlicher Freiheit her-auszubilden gedachte, durch ein bleibendes Denkmal, eine Schule, die dem Dorfefehlte und dem auf der Höhe angrenzenden Meusegast zu gute kam, zu beurkunden.So schöne und würdige Muße sollte jedoch die wenigen Jahre, die dem Edeln nochvergönnt waren, nicht einzig füllen.
Die dritte Periode amtlicher und öffentlicher Wirksamkeit trat ein. Auchder befragte Freund fand es räthlich, weil ehrenvoll gegen alle Feinde rechtfer-tigend und mit dem erwähnten Zwecke vereinbar, dem Rufe in herzoglich sachsen-koburg-gothaische Dienste, der 1828 an ihn erging, als wirklicher Geheimrathund Kammerpräsident mit dem Prädicat Excellenz zu folgen. Doch nahm O. ihnnur auf drei Jahre und unter der Bedingung alljährlichen Urlaubs von 4 — 6Wochen an, die er seinem lieben Krebs schenken wollte. Auch für den neuen Staat,dem er sich einbürgerte, wirkte er freisinnig und vorurtheilslos anregend und bes-sernd, unerschrocken das veraltete Misbräuchliche und dessen Freunde bekämpfend.Bald sammelte er die geistreichsten und bravsten Männer Gothas um sich, die ihnachteten und liebten. Auch dort sollte 1839 jener Freund Zeuge und Theilnehmerseines Lebensgenusses sein, und, nachdem er ihm das Sehenswürdige in undum Gotha gezeigt, die Urlaubszeit wieder in Krebs mit ihm verleben. Nun wurdeder Plan eines Schulbaues eifrigst betrieben, Grundrisse wurden bestellt, geprüft,vielfältig berathen, unrer mehren gewählt, eine Baustelle gekauft, Baumaterialkendurch einen Geschäftsführer herbeigeschafft, und jedes Hinderniß, das fremde Un-klarheit, volkverachtende Vornehmheit, träger Dumpfsinn und Eigennutz in denWeg warfen, beseitigt. Ja, als im Frühjahr 1830 der Baubeginn durch desBeauftragten Lässigkeit hingehalten ward, bat und bevollmächtigte er seinen Freund,früher, als ihm selbst sein Urlaub gestattete, voraus dahin zu gehen und möglichstden Anfang zu beschleunigen. Diesem gelang es denn auch, nach näher gefaßterAn- und Einsicht in den Grundgedanken und in die Verhältnisse frei und der Zu-stimmung des Freundes, auch wo er abwich, gewiß, auf möglichst schicklicher s telleden nöthigen Rost schlagen zu lasten, sodaß bei der spätem Ankunft des Bauherrn