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Botanik besonders kundig und hold, den Garten des Gutes durch erbaute Treib-häuser und Ankauf ausheimischer Gewächse so verschönte, daß weit und breit ausder Umgegend Kenner und Liebhaber den Flor dieses Lust- und Ziergartens zu be-wundern herbeiströmten. Aber auch über diese Fluren, Gauen und Garten zogdie Windsbraut des Kriegs verheerend einher und trieb die geliebte, hochbejahrteMutter auf gefahrlichen Pfaden nach Dresden, wo sie am 1. Oct. 1813, von ihmund Allen, die ihre Freundlichkeit erfahren hatten, vielbeweint starb. Sachsen,seiner Lage nach, wie stets im Kriege, abwechselnd Garküche oder Fechtschule strei-tender Heere, jetzt in Folge großartigerer, weiter ausgreifender Operationen eineslangwierigen, seiner Entscheidung mit aller Macht entgegengeführten Kriegs, we-gen beharrlicher Anhänglichkeit seines Herrschers, den theils die imposante Größeund Freundschaft des von Allen bekämpften und gedrängten Heroen des Jahrhun-derts bezauberte und die Besetzung des Landes mit seinem Heere nöthigte, theilsdie klug zögernde Politik seines südlichen Nachbars hingehalten hatte, vollends un-glücklicher Schauplatz der entscheidenden leipziger Völkerschlacht, ja, von Englandund Rußland vorausbestimmter Kampfpreis und Entschädigung des mächtigernmitkämpfenden nördlichen Nachbars, war erschöpft, zerschlagen und am Randedes Verderbens. Eben nachdem 1813 die Verbündeten die Völkerschlacht gegenNapoleon gewonnen hatten, Sachsens Herrscher gefangen nach Friedrichsfelde ge-führt, Leipzig mit seinen Umgebungen ein Schauplatz des Jammers und der Ver-wüstung aller Art war, befand sich O. bereits wieder als Steuercreditkassendeputir-ter in Leipzig, und, als sollte so viel Kraft, Redlichkeit, allseitige Kenntniß desLandes, seiner Regierung und Lage demselben nicht entzogen werden, fügte es sich,daß der würdigfeste Staatsminister Freiherr von Stein dem früher schnöde und vor-uttheilig zurückgesetzten Staatsbeamten die Direktion der zweiten oder Finanz-section beim kaiserlich russischen Generalgouvernement übertrug.
Hier beginnt die zweite Periode seiner öffentlichen Wirksamkeit, unstreitigdie verdienstlichste, seinem Geiste und Charakter am meisten zur Ehre gereichende,odwol von den aus ihrer zähen Bequemlichkeit aufgejagten Götzendienern der altenZeit aus die niedrigste und schnödeste Weise begeiferte und verschwärzte. Denn wieer, der nun mit Recht und nach Verdienst Hochbetraute, von dieser Stelle aus vor-zugsweise zu Wiederaufrichtung und Heilung des hingesunkenen, ja zur Wieder-geburt und Beseelung des erstarrten und erstorbenen Vaterlandes gewirkt, davongibt die unter seiner Eingebung und Leitung aufgesetzte, in der dresdner Hofbuch-druckerei besonders erschienene Schrift: „Über die Verwaltung des Generalgouver-nements der hohen verbündeten Mächte im Königreich Sachsen vom 21. Oct. 1813bis zum 8. Nov. 1814", das glaubwürdigste und tharsächlich unwiderlegbar be-währte Aeugniß. Sie ward nach des Königs Rückkehr, gleichviel aus welchenGründen, verboten, und so war es ein Glück, daß diese Urkunde in Voß's „Zei-ten" (Jahrgang 1815, Stück 9) der Geschichte aufbewahrt wurde. In der That,fast an das Wunderbare grenzt die umsichtige, Gegenwart und Zukunft mit gleicksorglicher Liebe, mit kühner und doch gründlich tiefer Sonderung des allerwärieingedrungenen herkömmlichen Nichtigen, mit fröhlichem Much und Vertrau,aus die inwohnende Macht der Idee umfassende Thätigkeit, die wie ein Frühlinge ,athem alle Theile des verrotteten Staats durchwehend beseelte. Vernichtetes sollteneu erschaffen, Verlorenes wieder herbeigebracht, dringlich Gefodertes geleistet.Mangelndes ersetzt, gelähmte Kräfte sollten wirksam gemacht und bethätigt, kurz,ein aufgelöstes Äußeres und Inneres sollte zu einem Wechselleben in Maß undGesetz neu herangebildet werden. Nur übersichtlich werde hier bemerkt, daß, daes an Mittelbehörden fehlte, eine Generalpoliceidirection als Landes- und Local-policei eingerichtet, daß in der Justiz die lästigen, bureaukratisch kleingeistig be-rechneten Ablösgebühren und Sporteln der Verfügungen, die Grade- und Heerge-