Werk: „Napoleon in exile, or a voice Irom 8t.-IIelena" (2 Bde., London1822), bleibt ein schatzbarer Beitrag zu Napoleon's Geschichte; aber man erkenntleicht, daß O'M. weder unbefangen genug noch fähig war, das innere Wesen desaußerordentlichen Mannes zu durchschauen, der, wohl ahnend, daß jedes seinerWorte in Europa wiederhallen würde, sich ihm nicht ohne Absicht mittheilte. DieBekanntmachung dieses Tagebuches war dem britischen Ministerium höchst unan-genehm, und O'M. erhielt nach 20jähriger Dienstzeit seinen Abschied. Als Hud-son Lowe nach England zurückgekehrt war, wendete er sich in seiner unruhigen Be-sorgniß an die Gerichte mit dem Gesuche, ihn gegen den Angriff oder die Heraus-foderung, die er von O'M. befürchtete, zu schützen, und dieser wurde genöthigtBürgschaft zu leisten.
Vppel (Julius Wilhelm von), der Vorbote einer neuen Bildungsperiodedes sachsischen Staats, verdient um so mehr ein geschichtliches Denkmal, als seineöffentliche und amtliche Wirksamkeit vom Strome einer that- und ereignißreichenZeit überflutet, vom Schlamme der alten überdeckt, sein anspruchloses Privatlebenaber nur Wenigen zuganglich oder so begreiflich ward, wie ein Leben nur der unselbst-süchtigen Liebe wahrhaft begreiflich werden kann. Sohn des kurfürstlich sachsischenOberberghauptmanns Friedrich Wilhelm von O. auf Krebs bei Pirna, dermit Juliane Sophie von Hartitzsch, aus dem Hause Staucha, vermahlt war, ge-boren zu Freiberg am 16. Nov. 1765, durch Haus- und bergakademischen Unterrichtvorbereitet zur Universität Leipzig, wo er von Ostern 1784—87 die Rechte studirte,die Prüfung rühmlichst bestand und als Oberhofgerichtsauditoc dem Geschästs-leben sich zubildete, ward er bereits am 3. Nov. 1787 zum Assessor beim Berg-amte Schneeberg ernannt und am 5. Jan. 1788 in Freiberg verpflichtet. Ta-lent, Kenntnisse, Eiser, Stand und Geburt vereinten sich von nun an, ihn rasch,wie es seinem Feuer zusagte, von Amt zu Amt gefördert den Höhen des Staats-lebens immer reicher ausgestattet und befähigt entgegenzuführen. Am 20. Marz1790 ward er Assessor beim Oberbergamte Arnberg, mit dem Charakter alsBergcommissi'onsrath; am 12. Nov. desselben Jahres Finanzrath, am 24.Mai 1793 geheimer Finanzrath mit Referat in Bergbau-, Hütten-, Bergsa-brik- und Salzsachen und mit andern besondcrn Austrägen, wie 1804 und 1805der Policeidirection in der Residenz, 1811 — 12 der Direction des ersten Depar-tements des geheimen Finanzcollegiums. Wiewol so vielbewandert in man-nichsaltigen Weisen des Staatsverkehrs, dennoch durch eines HöhergestelltenSchützling übersprungen, foderte er edles Stolzes seine Entlassung, die am19. Sept. 1812 erfolgte. In dieser ersten Periode seines öffentlichen Dienstlebens,seiner Vorschule, entfaltete sich jedoch auch sein Privatleben bereits zu und in derihm eingeborenen Freiheit. Aus der engen Sphäre steifer und mechanischer Dienst-barkeit schon führte ihn sein Wissens- und Handelnstrieb während der Ferien ausReisen in verschiedene Städte und Länder, wie im Jun., Jul. und Aug. 1808nach Paris und der Schweiz, 1810 nach Wien, Oberitalien und der Schweiz, imMai bis Aug. 1812 nach Wien, Rom, Neapel und der Schweiz. Schon da-mals hatte er eine nicht unbedeutende Bücher- und Mineraliensammlung angelegt.Seine Muße daheim war der Beaufsichtigung und Bewirthschaftung semes väter-lichen Guts Krebs bei Pirna gewidmet, wohin ihn, so oft er nur konnte, seinetreffliche, mit der frömmsten Zärtlichkeit verehrte Mutter zog, die ihren Wittven-sitz dort hatte. Was er der auch in Landwirthfchaft fortschreitenden Zeit durchBeobachtung und Erfahrung an Kenntnissen abgewonnen hatte, gewann hier Ge-stalt in werkthätigem Leben und wurde, umsichtig gewürdigt, zu immer steigenderVerbesserung des Guts in allen Theilen verwendet. Auch ließ er es nicht beimNützlichen und Nothwendigen bewenden, sondern pflegte zugleich des Schönenund Angenehmen mir herzlichster Freude und thätigstcm Eifer, nie er denn, der