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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
331
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O'Mcara

zurück, behielt jedoch den diplomatischen Charakter eines preußischen Agenten oderCorrespondenten bei. Er starb zu Paris 1828, in derselben Epoche, in welcher seinLandsmann und Freund von Schlabrendorf zu Grabe ging. Pastor Göpp hielteine Rede an seinem Grabe. Ö. war ein nervenschwacher und reizbarer Mann,der sich nur mit Mühe Zwang anthun konnte, um seine Gesinnungen zu verbergen,und deshalb ziemlich zurückgezogen lebte. Politik war sein Element; seit der Re-volution aber sprach er sich nicht öffentlich mehr über dieselbe aus. Zschokke'sPro-metheus", 1. Theil (Aarau 1832), gibt mehre interessante Mittheilungen von Ö.über Zeitangelegenheiten und Zeitgenossen. (25)

O' Meara (Barry Edward), stammt aus Irland und wurde, nachdemer in Dublin und London studirt hatte, früh als Wundarzt bei der britischen See-macht angestellt, wo er besonders auch wahrend des Feldzugs in Ägypten unterAbercromby und Hutchinson zu hoher Auszeichnung gelangte. Am Bord desSchisses Goliath leistete er so nützliche Dienste, daß Capitain Maitland, der Be-fehlshaber desselben, nie einen andern Wundarzt auf den Schiffen angestellt wis-sen wollte, die unter seiner Führung standen. O'M. war auf dem Bellerophon,als Napoleon am 7. Aug. 1815 in dem Vertrauen, die englische Regierung edel-müthig zu finden, sich ergab. Wahrend der Überfahrt von Rochefort nach Ply-mouth hatte O'M. mehre französische Offiziere mit einem Eifer und einer Geschick-lichkeit behandelt, die Napoleon bemerkte, der überdies Gelegenheit fand, sich mitO'M. zu unterhalten, da dieser des Italienischen sehr kundig war. Diese Um-stände veranlaßten wahrscheinlich den Antrag, den O'M. durch den Herzog vonRovigo erhielt, Napoleon nach St.-Helena zu begleiten. O'M. bewarb sich erstum die Zustimmung seines Capitains und des Admirals Keith, die ihn beide drin-gend baten, den Vorschlag anzunehmen. Er machte dagegen zur ersten Bedin-gung, daß er stets als britischer Ossizier angestellt bliebe und in der Liste der inwirklichem Dienste befindlichen Wundarzte fortgeführt würde, und daß es ihmfreistehen sollte, die angenommene Anstellung aufzugeben, wenn es ihm beliebte.Sobald diese Verabredung getroffen war, begleitete er den Gefangenen, dem erdrei Jahre hindurch die eifrigsten Dienste leistete. Hatte er geglaubt, daß manweiter nichts von ihm fodern würde, so sah er sich bald getauscht. Er sollte sichzum Werkzeug unnützer Quälereien hingeben, oder sich einem Argwohn aussetzen,der ihn beunruhigen konnte. Er wählte ohne Bedenken, obgleich gegen seinenVortheil, den Weg, den sein Ehrgefühl ihm anwies. Erst nach Hudson Lo-we's (s. d.) Ankunft auf St.-Helena sah O'M., daß man nicht blos, um Napo-leon arztliche Dienste zu leisten, ihm gestattet hatte, in vertraulichem Verkehr mitdem Gefangenen zu leben. Seine Weigerung, dem Gouverneur über andere Ge-genstände als Napoleon's Gesundheitszustand Bericht zu erstatten und den Spionzu machen, setzte ihn in ein gespanntes Verhältniß mit Hudson Lowe, zog ihmviele Plackereien und Beschuldigungen zu, und hatte endlich die Folge, daß derMinister Lord Bathurst ihn zurückrief. Während seines dreijährigen Aufent-halts auf St.-Helena hatte er vielfältige Gelegenheit, Napoleon's Äußerun-gen über wichtige Angelegenheiten zu hören, und der Gefangene ließ sich gernin Unterhaltungen hineinziehen, um über die Ereignisse seines Lebens zu sprechenoder seine politischen Ansichten darzulegen. O'M. zeichnete den Inhalt dieserUnterhaltungen sorgfältig auf, und er war vorsichtig genug, sein Tagebuchin einzelnen Abtheilungen nach London zu schicken, da die britische Admiralität,nachdem Warden, der Wundarzt auf dem Northumberland, seinen Bericht her-ausgegeben hatte, ihren Untergebenen verbot, die Nachrichten drucken zu lassen,die sie in ihrer amtlichen Stellung auf St.-Helena gesammelt haben könnten.Erst nach Napoleon's Tode entschloß sich O'M. sein Tagebuch bekannt zu machen,wozu auch die Testamentsvollstrecker ihm ihre Zustimmung gegeben hatten. Sein