Offenbacher Messe
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baumwollene Industri'eerzeugniffe. Von baumwollenen Zeuchen waren aus Preu-ßen 8VV Centner, aus Oberhessen 200 Centner, im Ganzen also 1000 Centner,von leinenen Waaren in ungefähr gleichen Theilen aus Preußen und Hessen1600 Centner, von Barchent 500 Centner eingelegt worden. Der Verkauf derbaumwollenen Zeuche bestand in ungefähr 890 Centner, der leinenen Waaren in800 Centner, des Barchens in 250 Centner. Mit Bettbarchent, Zwillich u. f. w.aus dem Großherzogthume Hessen war der Markt überführt, und der Verkaufspreiswurde dadurch gedrückt. Noch weit bedeutender war der Umsatz im Herbste 1829.Die unmittelbare Einlage zu der damaligen Messe betrug 16,000, und der Verkaufetwa 18,000 Centner. Leder machte auch diesmal wieder den Hauptartikel; dessenEinlage bestand etwa aus 6000 Centner, zwei Drittel lieferten davon die westlichenProvinzen der preußischen Monarchie, etwas Weniges die östlichen, das Übrigekam aus den Gerbereien des Großherzogthums Hessen. Die Concurrenz der Käu-fer war verhältnißmaßig noch bedeutender als in der Ostermesse; daher der Preis-ausschlag beim Tohlleder im Durchschnitt um etwa 6 — 8 Procent, bei anderm Lederaber um etwa 8 — 10 Procent gegen die Ostermesse. Ebenso fanden rohe Ochsen-und Kuhhaute sowie Kalbfelle, in ansehnlicher Menge eingebracht, gern Käufer.Mit Wollentuch war der Platz überführt; gleichwol wurde noch mehr als in derOstmnksse davon abgesetzt und besonders Mitttltuch begehrt. Hessische Tücheraus dem Odenwald? und Oberhessen wurden wie zu Ostern 1829 abgesetzt. VonBibern war nur deutsche Wolle aus dem Platze. Baumwollenwaaren inländi-schen Ursprungs überschwemmten den Markt im Überfluß; deshalb sehr herabge-drückte Preise trotz ansehnlichen Absatzes. In Leinwand und Leinenwaaren war gro-ßer Verkehr, und besonders hatte Schlesien tressliche Gattungen geliefert. DieZahl der Verkäufer war auf 830 gestiegen; hiervon hatten sich aus dem Großher-zogthum Hessen 140, aus Preußen 126 und aus dem Auslande 64 eingefunden.Der preußisch-hessische Handelsvertrag mit Baiern und Würtemberg hatte derOstermesse 1830 einen neuen Schwung gegeben. Die amtlichen Verzeichnisse derFremden, welche zu dieser Messe Waarenlager in Offenbarst unterhielten und da-selbst vom 5. bis 20. Apr. angekommen waren, gaben 356 verschiedene Finnasvon Handelsleuten und Fabrikanten an. Sämmtliche Verkäufer betrugen etwa500, und unter den Käufern hatten sich außer großherzoglich hessischen Untertha-nm, Preußen, Baiern und Würtembergern, jetzt auch viele Badener, Nassauerund Kurhessen eingefunden. Der Absatz war noch großer als früher, nicht nurnach der Masse, sondern auch nach der Verschiedenartigkeit der Waaren. Das ein-gebrachte Leder betrug diesmal etwa 8000 Centner, Baiern und Würtemberg hatteneben Preußen und Hessen ebenfalls Leder zugeführt; aber die Geschäfte darin gin-gen langsamer als in der letzten Herbstmesse, und die Preise sielen etwa um 5 Procent.Mit Wollentüchern war der Markt abermals überfüllt, und in Folge dessen theilweiseVerschleuderung, dagegen in Baumwollen- und Leinenwaaren aller Art rascher undguter Absatz. Die Einlage im Allgemeinen hatte ungefähr 20,000 Centner betragen,darunter als neuer Artikel die Einlage an nürnberger Waaren, an bairischen Spiegcl-und andern Glaswaaren, mindestens 1800 Centner. Der Verkauf im Allgemei-nen mochte sich auf 16,000 Centner belaufen. Es ist auffallend, daß seit dieser3eit gar nichts Genaueres über die spatem Messen ins Publicum kam. Man wirdfast zu dem Glauben gedrangt, es sei dies absichtlich, es solle der Schleier, der dar-auf liegt, von keinem Neugierigen mehr gehoben werden. Wenn insbesondere ir-gendwo Anlaß gewesen wäre, von den Resultaten der offenbarster Messe bis in dieneuere Zeit ausführlich zu reden, so hätte er sich bei Abfassung der Schrift des Prä-Üdenten von Hofmann: „Beiträge zur nähern Kenntniß der Gesetzgebung undVerwaltung des Großherzogthums Hessen" (Gießen 1832), gefunden. Währendaber ihr Verfasser ausführlich über die Vortheile spricht, welche dem Großherzog-
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