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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
319
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Ädwann

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ministeriellen Partei abhold bewies. Ohne seinen Grundsätzen untreu gewordensein, hat er sich seitdem von der republikanischen Partei entschiedener entferntund sich zu gemäßigten Ansichten hingeneigt. (15)

Kdmann (Samuel), geboren am 23. Der. 1750 zu Wexiö, war derEnkel des Propstes Wiesel, der sieben Töchter hatte, die sämmtlich an Geistliche»erheirathet, Mütter eines in Smäland weit verzweigten Geschlechts wurden. Wie-sel, der sich vergebens einen Sohn gewünscht hatte, foderte von seinen Töchtern,daß diejenige, die zuerst einen Knaben gebaren würde, ihm den Enkel zur Erziehungübergeben sollte. Samuel war der Erstgeborene und wurde daher unter seinesGroßvaters Augen im Psarrhause zu Wieslanda erzogen. Seit dem 16. Jahr-hunderte war das Pfarramt dieses Ortes wie ein Erbe vom Vater auf den Sohnübergegangen. In dem Hause herrschte noch die alte Sitteneinfalt, die alte Lebens-weise und häusliche Genügsamkeit; selbst Haußgerathe und Zierathen stamm-ten aus der urväterlichen Zeit. Das idyllische Leben in diesem wahrhaft patriar-chalischen Hause hat Ö. in einer, nach seinem Tode erschienenen SchriftErinne-rungen aus der Heimat" mit Anschaulichkeit und poetischer Lebendigkeit geschil-dert. Er bezog 1768 die Universität zu Upsala, wo er sich den philosophischenund theologischen Studien widmete, und nachdem er einige Zeit Hausgeistlicher beieinem Edelmann in Wermdö gewesen war, übernahm er 1776 die Schulmeister-stelle in jenem Dorfe. Während der 16 Jahre, die er in dieser Zurückgezogen-heit dem Lehrerberufe widmete, sammelte er den reichen Schatz seiner Gelehr-samkeit. Schon in Upsala hatte er Unter Linne mit Botanik und Zoologie sich be-schäftigt, und erweiterte die erworbenen Kenntnisse theils durch Beobachtung derNatur, theils durch fleißiges Bücherlesen. Besonders zog ihn die vaterländischeOrnithologie an. Die Nähe der Hauptstadt erleichterte seine Studien, da er be-queme Gelegenheit hatte, sich Bücher zu verschaffen. Reisebeschreibungen warenseine Lieblingsbeschäftigung und er übersetzte deren viele von 1785 1805. DieKunst, aus einem trockenen Original ein anziehendes Buch zu machen, war ihmin hohem Grade eigen, wiewol freilich bei dem Bestreben, Weitschweifigkeiten abzu-kürzen, manche dem Forscher schätzbare Angabe, die dem Übersetzer unwichtig schien,in seinen Auszügen verloren ging Er schrieb während jener Zeit aber auch mehrenaturhistorische Originalaufsätze, die in den Schriften der Akademie der Wissen-schaften zu Stockholm und der gelehrten Gesellschaft zu Upsala abgedruckt wurden.Mit diesen Forschungen verband er das Studium der biblischen Geographie undEthnologie und der Exegese. Er entdeckte bald, daß auf diesem Felde nach allenVorgängern noch eine fruchtbare Nachlese übrig blieb und machte schätzbare Ergeb-nisse seiner Untersuchungen über die biblische Naturgeschichte bekannt. SeineSchrift fand auch im Auslande eine günstige Aufnahme, und das Lob, welchesMichaelis ihr ertheilte, trug vornehmlich dazu bei, Ö.'s Verdienste in seinem Va-terland? eine höhere Anerkennung zu verschaffen. Um diese Zeit traf ihn indeß einSchicksal, das ihn bewog, seine ganze Lebensordnung zu verändern. Ein bösarti-ges Wechselfi'eber, das ihn 1788 befiel, war so hartnäckig, daß es zurückkehrte, sooft er sich nach langer Einsperrung aus seinem Zimmer wieder in die frische Luftwagte. Dies veranlaßte ihn, sich noch mehr einzuschließen, und er ward endlich soempfindlich gegen Lust und Kalte, daß keine Witterung ihm warm genug war.Er verließ nun sein Zimmer gar nicht mehr und endlich selbst nicht sein Bett, woa jedoch bei Tage angekleidet lag. Die Hitze in seinem Zimmer war stets 26°^8° des hunderttheiligeN Thermometers. Personen, die ihn besuchten, mußten,bis n'e sich erwärmt oder vielmehr erhitzt hatten, in einem entfernten Winkel des'immers sich niedersetzen^ und angekommene Briefe und Bücher wurden, ehe erbe berührte, auf dem Kamin gewärmt. Er nichts als Gerichte von gehacktemfleuch und genoß kein Getränk als die schwedische Suppe Olost, aus Milch,